Vom 23. bis 25. August 2026 verbrachten Mitglieder und Freunde der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Steglitz-Zehlendorf gemeinsame Tage im Benediktinerkloster Huysburg.
Das Kloster liegt im Harz, ca. 9 Kilometer nordwestlich von Halberstadt im Bundesland Sachsen-Anhalt. Unter dem Leitgedanken „Wohin mit unserem Vertrauen? Menschen und Lebensperspektiven – Gegenwart und Zukunft!“ standen Vertrauen, Zuversicht und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Mittelpunkt. Hauptstadtecho war dabei.
Vertrauen als Grundlage des Zusammenlebens
Vertrauen ist kein Luxus, sondern ein Grundpfeiler einer funktionierenden Gesellschaft. Doch viele Menschen erleben heute eine wachsende Distanz zu Institutionen, Medien, Organisationen, Kirche und teilweise auch zu ihrem unmittelbaren Umfeld.
Der Eindruck, dass Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar sind, Interessen unklar bleiben oder Verantwortlichkeiten verschwimmen, kann eine Atmosphäre des Zweifels entstehen lassen. Vertrauensverlust ist dabei häufig nicht das Ergebnis eines einzelnen Ereignisses, sondern vieler kleiner Brüche, die sich über längere Zeit summieren.
Genau hier setzte das Thema der gemeinsamen Tage der MIT Steglitz-Zehlendorf an: Woher kommt Vertrauen? Was lässt es schwinden? Und wie können Menschen auch in Zeiten von Unsicherheit Zuversicht bewahren?

MIT-Gruppenfoto in Halberstadt (Foto: Dr. Khalil Dindarian)
Zuversicht bedeutet mehr als Hoffnung
Eng mit Vertrauen verbunden ist die Zuversicht. Sie bedeutet nicht, Schwierigkeiten auszublenden oder darauf zu warten, dass sich Probleme von selbst lösen. Vielmehr beschreibt sie eine Haltung, die trotz Herausforderungen an eine positive Entwicklung glaubt und Hoffnung mit der Bereitschaft zum Handeln verbindet.
Damit berührten die Gespräche auf der Huysburg Fragen, die sowohl das persönliche Leben als auch Wirtschaft, Politik und Gesellschaft betreffen.
Entschleunigung, Stille und Gespräche
Bewusst fand die Auseinandersetzung mit diesen Themen außerhalb des Berliner Alltags statt. Das Benediktinerkloster Huysburg im nördlichen Harzvorland bot dafür einen besonderen Rahmen.
Das Programm wurde von Bruder Jakobus, Prior der Mönchsgemeinschaft des Benediktinerklosters Huysburg, begleitet. Mit Impulsen, Gesprächen, Momenten der Stille und gemeinsamen Spaziergängen gab er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der MIT Steglitz-Zehlendorf Raum, über Vertrauen, Zuversicht und persönliche wie gesellschaftliche Perspektiven nachzudenken.
Gerade der Wechsel zwischen Austausch und Ruhe ermöglichte es, das Thema Vertrauen nicht nur abstrakt zu diskutieren, sondern auch persönlich zu reflektieren.
Gemeinsam unterwegs
Zu den gemeinsamen Tagen gehörte auch ein Besuch in Halberstadt. Der Aufenthalt außerhalb des Klosters ergänzte die Zeit der Einkehr und bot weitere Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen.
Die Tage auf der Huysburg machten zugleich deutlich, dass Vertrauen nicht allein eine Frage großer gesellschaftlicher Institutionen ist. Es beginnt auch im persönlichen Umgang miteinander: beim Zuhören, bei Verlässlichkeit, bei transparenter Kommunikation und bei der Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten.
Vertrauen muss immer wieder entstehen
Die Huysburg bot dafür einen besonderen Ort. Fern vom Rhythmus der Großstadt entstand Raum für Gespräche, gemeinsames Nachdenken und auch für Momente der Stille.
So stand am Ende weniger eine abschließende Antwort auf die Frage „Wohin mit unserem Vertrauen?“ als vielmehr die Erkenntnis, dass Vertrauen nicht selbstverständlich ist. Es entsteht im Miteinander, braucht Verlässlichkeit und muss immer wieder neu aufgebaut und gepflegt werden.
Text/Foto: Dr. Khalil Dindarian