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Filmfestival der neuen Art –Zwischenbilanz des Festivals des deutschen Films
Programmleiterin Daniela Kötz & Festivalintendant Dr. Michael Kötz (Foto: Arthur Bauer / FddF)
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Filmfestival der neuen Art –Zwischenbilanz des Festivals des deutschen Films

Lange Schlangen vor den Kinos, Zuschauermassen am Roten Teppich und Standing Ovation für die Filmkünstler – das Publikum des 22. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein feiert die Filmkunst und lässt sich auch von ein paar Regenschauern nicht bremsen.

Tatsächlich setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre auch 2026 fort. „Die Besucher, die schon hier waren, kommen wieder und bringen Menschen mit, die noch nicht hier waren“, so Kötz. „Das ist eine Art Schneeballeffekt, der weit über die Grenzen von Ludwigshafen in die gesamte Region ausstrahlt.“ Festivalintendant Dr. Michael Kötz rechnet erneut mit 130.000 Besuchern in 2026. „Der Vorverkauf läuft sehr gut und auch die Tagestickets sind stark nachgefragt. Ob wir den Rekord des letzten Jahres einstellen, wird die nächste Woche zeigen.“

„Die ungebremste Euphorie von Publikum und Filmkünstlern auf der Parkinsel ist die Bestätigung eines einzigartigen, neuen Konzeptes für Filmfestivals in Deutschland, das wir in den vergangenen 22 Jahren entwickelt haben“, so Festivalintendant Dr. Michael Kötz. Tatsächlich setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre auch 2026 fort. „Die Besucher, die schon hier waren, kommen wieder und bringen Menschen mit, die noch nicht hier waren“, so Kötz. „Das ist eine Art Schneeballeffekt, der weit über die Grenzen von Ludwigshafen in die gesamte Region ausstrahlt.“

Foto: Arthur Bauer / FddF

Die Mischung aus Unterhaltungsfilmen und gehobene Arthouse-Filmen bei ein und demselben Festival sorge für eine liberale Durchmischung des Publikums, bei dem sich ganz allgemein interessierte mit sehr speziell interessierten Besucherinnen und Besuchern treffen.

Ein Filmfestival, das dabei die künstliche Trennung zwischen Fernsehfilmen und Kinofilmen seit Jahren aufgehoben hat, weil die künstlerische Qualität im Vordergrund steht und nicht die wirtschaftliche Verwertungsschiene der Filme. Und ein Filmfestival, das die längst real existierende neue Funktion von Filmfestivals (jenseits von Cannes, Venedig, Berlin oder Toronto) vorlebt, wonach es bei Filmfestivals schon lange nicht mehr darum geht, Uraufführungen zu präsentieren, um erfolgreich zu sein. Vielmehr haben Filmfestivals dieser Größenordnung heute die Aufgabe, die Erfahrungswelt des Kinos, die Filmerfahrung in großen Kinosälen, für die Bürgerinnen und Bürger des Landes aufrechtzuerhalten, für das Kino im Alltag zu werben. 

Foto: Arthur Bauer/FddF

Vor diesem Grund präsentiert das Festival des deutschen Films deshalb auch sowohl Premieren als auch Filmwerke, die bereits seit kurzem im Kino laufen. Und aus demselben Grund nimmt es die „Filmgespräche“ mit den Filmkünstlern und Produzenten als einen beeindruckenden „Blick hinter die Kulissen“ sehr ernst, bei denen über 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in oft fast einstündigen Gesprächsrunden von der Welt des Films fasziniert werden.

Filmfestival der neuen Art

Kein anders Festival organisiert den direkten Austausch der Kreativen mit dem Publikum so intensiv wie das Ludwigshafener. Die langen, kundig moderierten Publikumsgespräche nach jeder Vorführung sind für die Publikum und Filmkünstler aller Gewerke ein fruchtbarer Austausch, jenseits der Quote oder des Boxoffice. Sie sind eine unschätzbare direkte Reaktion, die auf künftige Projekte Einfluss nimmt. Denn wenn vorne im Gesprächszelt noch mit dem Publikum über den aktuellen Film diskutiert wird, laufen auf der Parkinsel im Hintergrund schon Gespräche über neue Projekte. Das Festival verfolgt dabei eine spezielle Strategie, denn es lädt nicht nur die sogenannten „Heads of Department“ wie Regisseuren und die Hauptdarstellern ein, sondern ist Anlaufstelle der gesamten Departments eines Filmteams – vom Kameramann über die Kostümbildnerin bis zum Beleuchter – und bildet damit die gesamte Bandbreite der Filmproduktion.

Höhepunkte der ersten 10 Festivaltage war nach der fulminanten Eröffnung mit der Welturaufführung von „Plötzlich Schwiegervater“, Regie: Till Endemann, mit Uwe Ochsenknecht, Nina Gummich und Leslie Malton vor 2.200 Gästen die Verleihung des „Preis für Schauspielkunst“ an Annette Frier, zu der ihre gesamte Familie auf die Parkinsel gereist war. Die Präsentation von Richard Linklaters Homage an die Wurzeln des französischen Autorenkinos „Nouvelle Vogue“ in Kombination mit „Ausser Atem“ von Jean-Luc Godard sorgte für Begeisterung bei Publikum und Presse, denn diese unmittelbare Gegenüberstellung kann nur ein Filmfestival leisten.

Höhepunkte der ersten 10 Festivaltage

Für Begeisterung auf dem Roten Teppich und im Kino sorgte auch die Weltpremiere der Komödie „Nichtsnutze“, Regie: Sedat Aslan, die in der Region Rhein-Neckar gedreht wurde und am 15. Oktober im Camino Filmverleih bundesweit startet.

Und die Verleihung des „Preis für Schauspielkunst“ an Christian Redl am gestrigen Abend wird sicher allen im Gedächtnis bleiben, denn die Würdigung des Mannes mit „rauher Schale und großem freundlichen Herz im Innern“ bewegte Publikum wie Preisträger gleichermaßen. Zu seinen Ehren wurde „Mein ist der Tod“, Regie: Kai Wessel, Buch: Nils-Morten Osburg/Wolfgang Esser aus der erfolgreichen ZDF-Reihe „Spreewaldkrimi“ als Weltpremiere präsentiert.

Foto: Arthur Bauer/FddF

Man erwartet als nächsten Höhepunkt des Festivals Altmeister Volker Sclöndorff auf der Parkinsel. Er wird den „Ehrenpreis des Festivals des deutschen Films“ entgegennehmen. Im Anschluss wird auf seinen Wunsch sein Literaturverfilmung der Novelle von Max Frisch „Rückkehr nach Montauk“, gefolgt von der Verleihung des „Preis für Schauspielkunst“ an Christian Berkel am Sonntag, der gleich in zwei ganz unterschiedlichen Filmen auf dem Festival zu erleben ist: Der Komödie „Nachthemd für Zwei“, Regie: Rick Ostermann, und dem Holocaustdrama „Block 10“, Regie: Marcus O. Rosenmüller.

Mit zwei Sonderveranstaltungen setzt das Festival seine sehr erfolgreichen „Lesungen auf der Parkinsel“ fort: Am Dienstag, den 1. September 2026 um 19.00 Uhr wird der Autor Ingo Schulze seinen aktuellen Roman Das Wasser im August“ persönlich vorstellen. Das Buch ist auf der Longlist Deutscher Buchpreis 2026.

Eine Lesung der besonderen Art hatte 2025 auf der Parkinsel Premiere: Der Schauspieler Rainer Bock und der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch lasen ausgewählte Werke von Hanns Dieter Hüsch, einem der brillantesten Kabarettisten Deutschlands. Eine Neuauflage gibt es am Freitag, 4. September 2026 um 18:30 Uhr. Restkarten für die Sonderveranstaltung gibt es an der Abendkasse.

Weitere Gäste auf dem roten Teppich in den nächsten 10 Tagen sind Maria Furtwängler, Adele Neuhauser, Philipp Hochmair, Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Davina Chanel Fox, Johannes Scheidweiler, Bernd Hölscher, Filip Schnack, Regisseur Marcus O. Rosenmüller, Produzentin/Drehbuchautorin Dr. Alice Brauner Bibiana Beglau, Axel Prahl und Lydia Georgantzi Rainer Bock, Martin Wuttke, Regisseurin Ildiko Enyedi, Bless Amada, Maren Eggert, Albert Lichtenstern, Holle Kirck, Juri Winkler, Lukas Rüppel, Andrea Sawatzki,  Benjamin Sadler und Sergen Meral.

Foto: Arthur Bauer / FddF

Ein Festival für alle

Ein Festival wie kein anderes. Mit über 130.000 Besuchern auf der Parkinsel Ludwigshafen am Rhein. Ein Ort der Begegnung von Publikum, Stars und Branche. Ein Filmfestival der neuen Art unter freiem Himmel und in Kinozelten mit über 1.000 Plätzen inmitten einer idyllischen Parklandschaft am Ufer des Rheins, 19 Tage lang im Spätsommer – vom 19. August bis 6. September 2026.

Förderer & Partner: Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz und Stadt Ludwigshafen am Rhein | Premiumsponsor: BASF SE | Hauptsponsor: TWL AG | Sponsoren & Förderer: GAG Ludwigshafen, Die Rheinpfalz, TWL-KOM GmbH, Sparkasse Vorderpfalz, Prof. Dr. Dhom & Kollegen Zahnärztliches Zentrum,  Berkel AHK, Kanzlei Mainwerk, LOTTO Rheinland-Pfalz GmbH, rnv Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, LUKOM Ludwigshafener Kongress- und Marketing-Gesellschaft mbH und der Förderverein „Freunde des Festival des deutschen Films“ e.V..

Text: Felix Neunzerling

Foto: Arthur Bauer / FddF

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
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