NEWS
Dominique Bobeck (FDP) – Nachgefragt
Dominique Bobeck (Foto: Sanja Khaksari)
AktuellesPolitik

Dominique Bobeck (FDP) – Nachgefragt

Dominique Bobeckwurde 1994 in Berlin-Zehlendorf geboren. Nach seinem Abitur 2013 am Gymnasium Steglitz absolvierte er erfolgreich das Bachelor- und Masterstudium der Semitistik an der Freien Universität Berlin und das Masterstudium der Linguistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit April 2024 ist er Promotionsstipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an der Universität Leipzig im Fach Linguistik.

HAUPTSTADTECHO: Sie kandidieren in Steglitz-Süd im September. Sie wollen als Liberaler im Abgeordnetenhaus sich für Steglitz-Süd einsetzen. Was haben eigentlich die Bürgerinnen und Bürger in Steglitz-Süd konkret davon, wenn Dominique Bobeck der zuständige Abgeordnete wird?

Dominique Bobeck: „Eine ganze Menge! Ein besonderes Anliegen ist es mir, die Schwimmflächenversorgung in Steglitz und dem ganzen Bezirk zu verbessern. Man kann sich das kaum vorstellen, aber in den letzten 24 Jahren ist die den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehende Beckenfläche berlinweit um 3 Prozent zurückgegangen – in Steglitz-Zehlendorf aber um ganze 15 Prozent. Gleichzeitig stehen mehrere frühere Bäder leer und verkommen zu Lost Places. So wurde das Sommerbad Lichterfelde am Hindenburgdamm (besser bekannt als „Spucki“) zuletzt von 2012 bis 2022 erfolgreich von privaten Pächtern bewirtschaftet, musste dann aufgrund der Pandemie schließen und liegt nun brach. Der Berliner Senat muss an dieser Stelle einen finanziellen Impuls geben, sodass hier privates Unternehmertum wieder eine Chance hat. Sonst ergeht es dem „Spucki“ wie dem Stadtbad Steglitz an der Bergstraße, das seit 2002 ungenutzt ist. Ein sehr schöner Jugendstilbau, für den eigentlich ab 2021 eine Wiederbelebung vorgesehen war. Hier will ich ansetzen, sodass nicht nur mehr Freizeitflächen entstehen, sondern auch wichtige Orte der sportlichen Bildung. Schwimmenlernen darf kein Privileg sein!“

Dominique Bobeck (Foto: Sanja Khaksari)

HAUPTSTADTECHO: Wie sind Sie eigentlich zur Politik gekommen?

Dominique Bobeck: „Tatsächlich waren mir Freiheit und Eigenverantwortung schon immer sehr wichtig. Bereits in der Schulzeit habe ich sehen können, wie unnütze Regeln die Eigeninitiative von Menschen blockieren. Als die FDP 2013 im Begriff war, unter die 5 Prozent‑Hürde zu fallen (was leider auch so geschehen ist – mittlerweile zweimal), wollte ich dem Liberalismus einen Dienst tun. Eine Mitschülerin hat mich damals an Thomas Seerig vermittelt, den Ortsvorsitzenden der FDP-Steglitz. Als dann die FDP 2025 wieder aus dem Bundestag geflogen ist, stand für mich fest: Ich muss etwas tun. Also habe ich mich dazu entschlossen, für das Berliner Abgeordnetenhaus zu kandidieren“.

Dominique Bobeck: Sie sind berufstätig, Sie sind politisch aktiv. Bleibt da noch Zeit für ein Hobby? Wenn ja, was macht der Dominique Bobeck  in seiner sicherlich sehr knapp bemessenen Freizeit?

Dominique Bobeck (Foto: Sanja Khaksari)

Dominique Bobeck: „Ja, Zeit ist leider Gold wert. Aber meine Zeit reicht glücklicherweise noch für den Tanzsport. Meine Tanz- bzw. Lebenspartnerin und ich sind regelmäßig auf Turnieren in den lateinamerikanischen Tänzen unterwegs. Ansonsten finde ich ein bis zwei Mal im Jahr Zeit, dem „Conlanging“ nachzugehen, also dem Erfinden von Sprachen, die ich am liebsten so echt wie möglich aussehen lasse. Manchmal betreibe ich dieses Hobby sogar professionell wie für die deutsche Amazon-Serie „Der Greif“.

HAUPTSTADTECHO: Betrachten Sie sich eigentlich als klassischen FDPler?

Dominique Bobeck: „Ich würde sagen NEIN. Ich bin leidenschaftlicher Radfahrer, Niedrigverdiener (angehender Forscher eben), Liebhaber der arabisch-levantinischen Kultur (ich spreche auch ganz passabel Arabisch) und Freund von Themen, die für Liberale nicht immer oben auf der Agenda stehen wie z.B. Feminismus, soziale Sicherungsmethoden und die Bekämpfung des Klimawandels, im Einklang mit und durch Marktwirtschaft versteht sich“.

HAUPTSTADTECHO:  Sehen Sie es nicht als sinnlos an, für eine „kleine“ Partei als Direktkandidat anzutreten? Noch dazu im Wahlkreis des SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach?

Dominique Bobeck: „Nein, denn das Gewinnen des Wahlkreises ist nur eins von mehreren Zielen. Durch meine Kandidatur komme ich vermehrt mit Leuten ins Gespräch und kann erhöhtes Bewusstsein für liberale Lösungen schaffen. Zugleich sehe ich immer Potenzial, mit Klischees über Liberale aufzuräumen. Wir sind keine Marktradikalen, sondern haben nur verstanden, dass marktwirtschaftliche Mittel mehr Wohlstand für alle bringen – das hat schon Margret Thatcher in den 80ern in Großbritannien gezeigt bzw. zeigt jetzt Präsident Javier Milei in Argentinien. Was Steffen Krach aus Hannover angeht, betrachte ich ihn einfach als dornige Chance. Ich frage mich, ob er Berlin wirklich kennt und verstanden hat, wie diese Stadt funktioniert. Ich lebe schon mein ganzes Leben in Berlin, habe in Steglitz, Lichterfelde und kurzfristig in Zehlendorf, in Dahlem studiert. Jetzt wohne ich in Lankwitz, einen Steinwurf von meiner Heimat Steglitz entfernt. Ich kenne und liebe diesen Bezirk wie die ganze Stadt. Zugleich sehe ich, wie Herr Krach als Wissenschaftspolitiker aus der Ferne lediglich das verwaltet, was ich als Forscher lebe“.

Dominique Bobeck (Foto: Sanja Khaksari)

HAUPTSTADTECHO: Einer unserer werten Leser hat eine konkrete Frage an Sie, möchte Sie kontaktieren: Wie kann man Sie erreichen?

Dominique Bobeck: „Mit Fragen immer her damit! Das sage ich auch stets meinen Studierenden. Man kann mich einfach unter

dom.bobeck@t-online.de

anschreiben. Ansonsten gehen natürlich auch DMs auf Insta und TikTok an @dominique_bobeck, wo ich auch immer wieder politische Impulse teile“.

HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.

Text: Volker Neef

Foto: Sanja Khaksari

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
Artikel teilen: Facebook X / Twitter
Newsletter & E-Paper

Bleiben Sie immer informiert –
kostenlos, wöchentlich, direkt.

Das HauptstadtEcho E-Paper erscheint monatlich mit allen Beiträgen aus Politik, Touristik, Kultur und Wirtschaft – als PDF in Ihrem Postfach.

Kein Spam. Abmeldung jederzeit möglich. DSGVO-konform.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner