Regisseurin Esther Rauch inszenierte eine dramatische Familiengeschichte vor dem Hintergrund geologischer und gesellschaftspolitischer Veränderungen in den ehemaligen Tagebaugebieten in Mitteldeutschland. Das Drehbuch stammt von Khyana el Bitar und Dörte Franke. Mit Jördis Triebel, Jörg Schüttauf, Ronald Zehrfeld u. a.

Sendedatum:
Ab Samstag, 17. Oktober 2026, 10 Uhr, in Web und App des ZDF streamen
Montag, 26. Oktober 2026, 20.15 Uhr, im ZDF
„Neues Land“ ist eine dramatische Familiengeschichte, die untrennbar mit der Region verbunden ist, in der sie spielt. Auf den ersten Blick ein Urlaubs- und Naherholungsgebiet mit neu geschaffenen kobaltblauen Seen in der ehemaligen aufgewühlten Mondlandschaft der Braunkohle-Tagebaugebiete in Mitteldeutschland. Aber so wie ein altes Familiengeheimnis ans Licht kommt und Lebenslügen in sich zusammenfallen, so zeigen sich in den „blühenden Landschaften“ beim genauen Hinsehen Risse.
Ein altes Bergbausprichwort sagt: „Vor der Hacke ist es duster.“Das bedeutet, dass es im Bergbau immer gefährliche Überraschungen geben kann. Das gilt auch für die Renaturierung in ehemaligen Tagebaugebieten. Nicht überall ist es sicher. Sperrzonen verbieten das Baden, damit sich die Katastrophe nicht wiederholt, wie beispielsweise 2009 am Concordiasee in Nachterstedt, wo instabile Ufer ganze Häuser in die Tiefe zogen. Auch im Leipziger Neuseenland gab es in jüngster Zeit vereinzelte Rutschungen.

Ein weiteres Problem ergibt sich durch den Klimawandel. Lange trockene, heiße Sommer und die hohe Verdunstung auf den großen neuen Wasserflächen füllen den Grundwasserspiegel nicht wieder auf, der jahrzehntelang beim Kohleabbau abgesenkt wurde. Es fehlt an Wasser für die Flutungen der Restlöcher und die Wasserqualität der bereits gefüllten Seen droht umzukippen.
„Neues Land“ erzählt von den Herausforderungen des Strukturwandels, die mit dem beschlossenen Aus für die fossile Energiegewinnung verbunden sind, und von den Brüchen in den Lebens- und Arbeitsbiografien der Menschen, die dort leben. Schon einmal mussten sich die Menschen im Osten des Landes neu erfinden nach dem Zusammenbruch der DDR. Nun sind die neu aufgebauten Existenzen neuerlich bedroht. Jördis Triebel, Jörg Schüttauf und Ronald Zehrfeld, alle drei im Osten des Landes aufgewachsen, vermitteln das in ihren Rollen mit großer Glaubwürdigkeit.

Wir hören allerorten von lebenslangem Lernen im Arbeitsleben, von Change-Prozessen und notwendiger Resilienz. Aber wie viel Wandel hält der Einzelne aus? Damit stellt der Film über die Region hinaus allgemeingültige gesellschaftliche Fragen. Am Ende zählen Zuhören, Gemeinschaft, Ehrlichkeit und Hoffnung.
Damit aus dem Restloch irgendwann doch ein See wird.
Das teilte unserer Redaktion die Pressestelle des ZDF mit. (Foto: © ZDF und Steffen Junghans)