Reinhard Frede (FDP) gehört noch bis Ende Oktober dem Bezirksparlament Tempelhof-Schöneberg an. In der jetzt zu Ende gehenden Periode ist er der Alterspräsident. Der FDP-Kommunalpolitiker ist auch Mitglied der Initiative Breslauer Platz in Berlin-Friedenau. Wir sprachen mit ihm.
HAUPTSTADTECHO: In Ihrem Bezirk gibt es einen Treppen–Schildbürgerstreich. Was können Sie uns dazu berichten?

Treppen–Schildbürgerstreich in Tempelhof-Schöneberg (Foto: Reinhard Frede)
Reinhard Frede: „Seit mehr als einem Jahr gibt es eine Verbindung zwischen der Sackgasse Lauterstraße und dem Neubaugebiet Friedenauer Höhe bzw. dem Lauterplatz. Die Stunde der Gefahr lauert in der dunklen Jahreszeit bei Eis und Schnee“.

Treppen–Schildbürgerstreich in Tempelhof-Schöneberg (Foto: Reinhard Frede)
HAUPTSTADTECHO: Bitte begründen Sie das.
Reinhard Frede: „Auf der viel zu steilen Treppe im Außenbereich reicht auch schon feuchtes Laub, um Treppennutzer die Schwerkraft spüren zu lassen. Teilweise gibt es noch nicht einmal einen Handlauf bis zum Ende der Stufen, wo die Nutzer im im Ausrutschen Halt finden könnten. Deshalb ist diese fußläufige Verbindung zwischen dem historischen Ortsteil Friedenau und dem Neubaugebiet durch einen Bauzaun abgesperrt. Dieser Bauzaun wird immer wieder mit Gewalt und Bolzenschneider entfernt. Die Lautertreppe stellt den direkten Zugang zum Neubaugebiet dar. Deshalb ist sie für Fußgänger eine willkommene Abkürzung. Die verantwortliche Baufirma erklärte auf Nachfrage, dass sie mit dem Bezirksamt von Tempelhof–Schöneberg über die Übernahme dieser Treppe verhandelt. Ziel sei der Übergang des Betriebsrisikos auf das Bezirksamt“.

Treppen–Schildbürgerstreich in Tempelhof-Schöneberg (Foto: Reinhard Frede)
HAUPTSTADTECHO: Was sagte das Bezirksamt dazu?
Reinhard Frede: „Das Amt, vertreten durch die Stadträtin Frau Dr. Saskia Ellenbeck (GRÜNE), widerspricht der Baufirma, dass es überhaupt Verhandlungen mit dem Bauherrn gäbe. Sie behauptet hingegen, dass an dem Bauwerk die Beleuchtung und die Außenanlagen noch nicht fertiggestellt seien. Deshalb müsse die Absperrung gegen die Nutzer bestehen bleiben. Einen behindertengerechten Übergang könne man dort aus Platzgründen leider nicht schaffen. Dieser Darstellung widerspricht ein Architekt und Stadtplaner, der in der Nähe wohnt. Die Stadträtin Frau Dr. Ellenbeck ist der Meinung, dass die Nutzer von Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen einen Umweg über 300 Meter über den Innsbrucker Platz machen sollen. Bei diesem Umweg spielt die Freigabe der Lautertreppe keine Rolle. Auf Nachfrage im Kommunalparlament ist in der Antwort der Stadträtin anstatt eines Bemühens um Abhilfe lediglich die Behauptung der Nichtzuständigkeit zu entnehmen“.
HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.
Text: Volker Neef
Fotos: Reinhard und Christina Frede