Mit einem Großaufgebot von mehr als 2.000 Einsatzkräften durchsuchten am 30. September Polizei und Staatsanwaltschaft gleichzeitig fast 140 Gebäude der Rockergruppe Hells Angels in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Bulgarien. Mit der Razzia beauftragt waren auch über 200 Elitepolizisten von Spezialeinsatzkommandos aus sechs Bundesländern.
Man vollstreckte mehr als ein Dutzend Haftbefehle gegen führende Mitglieder der berüchtigten Rockergruppe Hells Angels. Insgesamt richteten sich die Ermittlungen gegen mehr als 70 Tatverdächtige. Im Fokus lagen die mutmaßlichen Erträge aus Drogen- und Waffenhandel sowie Schutzgelderpressungen und Transaktionen im Rotlichtmilieu. Die besagten Summen sollen in Millionenhöhe liegen.

Der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh hat sich zu den Razzien geäußert. Er betonte: „Wir danken allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen, die beim heutigen Großeinsatz gegen dieses internationale kriminelle Netzwerk vorgehen. Die Hells Angels sind nach wie vor ein Player in der Organisierten Kriminalität und waschen Unmengen an inkriminiertem Vermögen aus Prostitution, Schutzgelderpressung, Drogen und Waffenhandel im Geldwäscheparadies Deutschland. Es kann auch keinen überraschen, dass hier Verbindungen zu den federführenden Personen bis in die Hauptstadt existieren, selbst wenn die Rocker in Berlin in den letzten Jahren kaum öffentlich in Erscheinung getreten sind. OK agiert flexibel, dynamisch und hält sich nicht an Landesgrenzen.“
Text: Volker Neef
Fotos: Frank Pfuhl; Böttger/GdP Berlin