mit Jeong Rae Kim, Hannah Kim, Sun Ja Kwon, Isolde und Tilo Schulz Deutschland / Korea 2026 89 min Deutsch, Englisch, Koreanisch mit UTs.
Kinostart: 27.08.2026

BECOMING KIM (Foto: © neufilm)
Regisseurin Susanne Kim wirft einen sehr persönlichen, humorvollen Blick auf ihre deutsch-koreanische Ehe und Familie und scheut sich nicht, dabei selbstkritisch zu sein. Eingewoben in die filmische Handlung, stellt sie in performativen Szenen, ihre Rollen als Ehefrau, Mutter und Künstlerin in Frage, auch in Bezug auf ihre Einstellung gegenüber der anderen Kultur. Die „Rolle“ der Regisseurin, als „omnipotente“ Erzählstimme wird damit konterkariert. Ist sie zum Beispiel wirklich die bessere Feministin, wenn sie sich mit ihrer koreanischen Schwiegermutter oder Schwägerin vergleicht? Und geht es nicht gerade jetzt auch darum, Positionen und Einsichten von Frauen jenseits der 40 sichtbar zu machen? Auch gerade die ihrer Schwiegermutter? Ja! Schließlich ist Kim mittlerweile selbst eine „alte weiße Frau“, mitten in einer „old marriage“, wie man in Korea so schön sagt. Und ihr Ehemann gehört ganz sicher zu den „Goldenen Söhnen“ dieser Ära.

(Foto: © neufilm)
In einer binationalen Beziehung kommen automatisch Themen auf den Tisch, die beide Herkunftsländer spiegeln, denn sie funktionieren wie Seismographen, die größere gesellschaftliche Zusammenhänge anzeigen: Alltagsrassismus, familiäre Hierarchien, Erwartungshaltungen. Wer steht im sozialen Ranking, im Kontext der jeweiligen Gesellschaft, an welcher Stelle? Worin besteht ein erfolgreiches Leben? Dabei spielen auch die geschichtlichen Hintergründe beider Herkunftsfamilien eine Rolle: ostdeutsche Wurzeln aus dem ländlichen Raum treffen auf welche aus der südkoreanischen, ebenfalls ländlich geprägten Gangwon-Provinz. Wobei eine Ehe in der Midlife-Crisis auch ohne binationale Bezüge interessant ist, blickt man auf die hohen Scheidungsraten weltweit. Oft werden junge, frisch verliebte Paare oder sehr alte, die es durch eine lange Ehe geschafft haben, in Filmen thematisiert. Aber was ist mit der breiten Mitte, mit all ihren Höhen und Tiefen? Dass die Mitte des Lebens nicht langweilig ist, beweist Kims doch sehr spezielle Ehe auf jeden Fall.

BECOMING KIM, Karaoke (Foto: © neufilm)
Buch und Regie: Susanne Kim
Produktion: Holm Taddiken, Sarah Kang, Heejung Oh
Montage: Marion Tuor
Kamera: Emma Rosa Simon, Susanne Kim
Musik: Maximilane Edda Pongratz, Katharina Susanne Pongratz
Sound Design: Maximiliane Edda Pongratz
Additional Editing: Jin Ju Lee
Herstellungsleitung: Ricarda Kniesz, Bogyoung Kim
Set Design, Kostüme: Ragna Fiona Hemmersbach, Namsook Kim, Thomas Weinhold
Tonmischung: Kai Tebbel
Farbkorrektur: Kay Dombrowski
Redaktion NDR: Claudia Cellarius.
Eine Produktion von Neufilm GmbH in Koproduktion mit Seesaw Pictures und NDR/arte. (PM/Foto: © neufilm)