Warme Weichen für freie Fahrt ● Orangefarbener Spezialzug schützt die Stromschienen vor Eis ● Messingleisten machen Straßenbahnen zu rollenden Eiskratzern ● Rund 1.500 Busse starten winterfest in die kalte Jahreszeit
Die BVG bereitet ihre Fahrzeuge und Anlagen umfassend auf den kommenden Winter vor. Neben den bewährten Maßnahmen berücksichtigt das Berliner Nahverkehrsunternehmen dabei auch die Erfahrungen aus der vergangenen kalten Jahreszeit. Als zusätzliche Vorkehrung können Straßenbahnen ab Dezember bei besonderen Wetterlagen mit speziellen Schleifleisten ausgestattet werden, die Eis von den Oberleitungen lösen. Beheizte Weichen, ein Spezialzug für die Stromschiene und der jährliche Wintercheck der Busflotte runden die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit ab.
Warme Weichen für freie Fahrt
Kuschelig warm wird es nicht nur in den Bussen und Bahnen der BVG, sondern auch auf den Gleisen. Damit die 309 Weichenanlagen auf den oberirdischen Abschnitten bei der U-Bahn und die 632 bei der Straßenbahn nicht einfrieren, sind die meisten Weichen mit Heizungen ausgestattet. Bei der Straßenbahn sind es rund 500 Heizungen, die regelmäßig geprüft und wetterabhängig gesteuert werden. Bei der U-Bahn sind alle oberirdischen Weichen mit Heizstäben ausgestattet. Ab Anfang November sind sie im automatischen Wintermodus aktiv, sodass sie bei bestimmten Temperaturen selbstständig anspringen.
Nicht alles lässt sich jedoch wegheizen. Gelangen größere Eisbrocken, beispielsweise durch Räumfahrzeuge, in eine Weiche, legen Spezialeinsatzkräfte der BVG selbst Hand an und entfernen sie. Vor Beginn der kalten Jahreszeit kontrolliert die BVG außerdem, ob die Räumgeräte in Stellwerken und U-Bahnhöfen vollständig vorhanden und einsatzbereit sind.
Der orangefarbene Helfer für die Stromschiene
Wer bei Schnee oder Eisregen einen orangefarbenen Zug auf den Gleisen entdeckt, sieht möglicherweise einen besonderen Wintereinsatz: den Stromschienen-Schmierzug. Er ist vor allem auf den Linien U1 bis U3 unterwegs. Dort befinden sich die Kontaktflächen der Stromschienen auf der Oberseite und sind deshalb Wind und Wetter ausgesetzt. Mit Bürsten sowie biologisch abbaubaren Tau- und Schmierstoffen sorgt der Spezialzug dafür, dass der Kontakt zwischen Stromschiene und Stromabnehmer zuverlässig erhalten bleibt.
Auf der vollständig unterirdisch verlaufenden U4 ist ein solcher Einsatz nicht erforderlich. Bei den Linien U5 bis U9 wird der Strom wiederum von der Unterseite der Stromschiene abgenommen. Schnee und Eis können sich dort nicht auf der Kontaktfläche ablagern.
Mit Messingkante gegen Eis an der Oberleitung
Auch die Straßenbahn bekommt für eisige Tage ein zusätzliches Winterwerkzeug. Aus den Erfahrungen des vergangenen Winters hat die BVG spezielle Schleifleisten mit Messingkante beschafft. Sie werden bei Bedarf an Fahrzeugen mit zwei Stromabnehmern am vorderen Abnehmer montiert. Bei langsamer Fahrt wird die Straßenbahn kurzerhand zum rollenden Eiskratzer. Mehrere Fahrzeuge können gleichzeitig dafür im Netz unterwegs sein.
Busse im Wintercheck
Auch die rund 1.500 Busse der BVG werden auf den Winter vorbereitet. Sie sind mit Ganzjahresreifen ausgestattet. Beheizte Scheiben und Spiegel sowie Scheibenwaschanlagen mit Frostschutz bis minus 25 Grad sorgen für gute Sicht. Die Zusatzheizungen werden jährlich geprüft und gewartet. Bei Elektrobussen mit Pantographenladung sind die Pantographen beheizt, um die Ladetechnik vor Vereisung zu schützen.
Das teilte unserer Redaktion die Pressestelle der BVG mit. (Foto: BVG)