Mit fast 500 Branchenvertretern erfreute sich die 22. Festivalausgabe in diesem Jahr nicht nur besonders vieler, sondern auch wichtiger Fachbesucher, darunter neben zahlreicher Schauspielstars, viele Produzenten, Verleiher, Autoren, Redakteure u.a. Es zeichnet sich ab, dass das „Festival des deutschen Films“ zu einem wichtigen jährlichen Treffpunkt von besonders herzlicher, intensiver Qualität für die Film & Fernsehbranche geworden ist, den es in dieser Form offenbar nur auf der Parkinsel am Rhein gibt. Dass erneut rund 135.000 Tickets verkauft wurden und über 30.000 Besucher und Besucherinnen die klug moderierten „Filmgespräche“ nach dem Kino zum intensiven Austausch mit den Kreativen nutzen, ist eine eindrucksvolle Bestätigung für das einzigartige Konzept des 22. Festivals des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein:
„Das Festival des deutschen Films hat ein besonderes Konzept verglichen mit anderen Filmfestivals, vielleicht sogar Festivals überhaupt. Zum einen wollen wir ein sehr breites Publikum, nicht nur als Lippenbekenntnis. Wir wollen offen für alle sein, also sowohl für Menschen, die sonst nie ins Kino gehen da sein, als auch für eingefleischte Kinoliebhaber. Wir sind sozusagen das Gegenteil von exklusiv. Das mögen vielleicht manche nicht, die sich gern exklusiv als Cineasten empfinden. Aber beim Festival des deutschen Films können sich die sogenannten Cineasten ruhig mal mit ganz normalem Publikum treffen – so wie wir alle wieder ein bisschen gemeinschaftlicher denken sollten“, beschreibt Festivalintendant Dr. Michael Kötz das Erfolgskonzept des Festivals. „Bei uns gibt es auch diese üblichen, ziemlich idiotischen Trennungen nicht zwischen Unterhaltung einerseits und gehobener Filmkunst andererseits, noch – wie sonst bei andern Filmfestivals – zwischen Kinofilmen und Fernsehfilmen. Und schließlich haben wir auch die längst veraltete, gute alte Filmfestival-Doktrin über Bord geworfen, nach der ein richtiges Filmfestival vor allem dazu da sei, nur Premieren zu zeigen. Dieser Premierenhype ist – vielleicht abgesehen von Cannes, Berlin, Venedig – gar nicht mehr nötig und auch nicht wichtig. Filmfestivals sind in Wahrheit vor allem die Orte, an denen für alle die wunderbare Erfahrung eines Films im großen Kinosaal gepflegt wird, wo das Gemeinschaftserlebnis des Geschichtenerzählens mit Film gefeiert wird, wie dereinst am Lagerfeuer. Und das als Alternative gegen die Vereinsamung vor den Bildschirmen. Genau für dieses Gemeinschaftserlebnis liebt uns unser Publikum.“
311 Filmvorstellungen präsentierte das Festival im Jahr 2026, zudem 64 „Rote Teppiche“ und 115 „Filmgespräche“ mit insgesamt über 30.000 TeilnehmerInnen in 19 Tagen. Der längste Talk bislang dauerte über 100 Minuten („Block 10“), der längste „Rote Teppich“ eineinhalb Stunden („Glückspilze isst man nicht“ mit Maria Furtwängler, Adele Neuhauser, Philipp Hochmair und Regisseur Rainer Kaufmann).
Die internationale Programmschiene „Gastbeitrag“ weckte mit etwa 35.000 verkauften Tickets gesteigertes Interesse gegenüber dem Vorjahr. Auch das Kinderfilmfest war wieder sehr gut besucht, über 6.500 junge Besucher*innen feierten das von Rolf-Rüdiger Hamacher sorgsam kuratierte Programm für den Kinonachwuchs.

„Dieses Festival kommt ohne großen Glamour aus, aber es hat einen inneren Glanz, wie ein lebendiges Treffen in der Nachbarschaft.“
Volker Schlöndorff / Ehrenpreisträger 2026
„Auch die Filmbranche liebt dieses Filmfestival sehr, man schwärmt sogar regelrecht von uns. Auch hier ist die Begegnung, das Gemeinschaftserlebnis der Profis, das Zusammenkommen im Privatbereich des Festivals entscheidend für diese wirklich großartige Beliebtheit. Hinzu kommt, dass man bei uns in riesigen Kinosälen 1.200 Zuschauer vor sich hat und dann auch noch einstündige Filmgespräche danach im Strandzelt am Rheinufer erleben kann. Das gibt es nirgendwo sonst in Deutschland“, so Festivalintendant Dr. Michael Kötz.
Bis Sonntag, wenn endgültig der Vorhang des 22. Festival des deutschen Films Ludwigshafen am Rhein fällt, stehen noch zwei Höhepunkte auf dem Programm: Heute Abend wird der „Filmkunstpreis“ des Festivals für den „Besten deutschen Film oder Fernsehfilm“ des Wettbewerbs, die „Beste Regie“ und das „Beste Drehbuch“ von der Jury verliehen sowie der „Rheingold Publikumspreis“. Morgen, Sonntag, den 06. September 2026 zeichnet die Kinderfilmjury den besten Kinderfilm des Programms mit dem „Goldenen Nils“ in Kooperation mit der Rheinpfalz aus.
Auf dem „Roten Teppich“ und zu den Filmgesprächen waren u.a. auf der Parkinsel:

Der Ehrenpreisträger Volker Schlöndorff, die Preisträger für Schauspielkunst Annette Frier, Christian Redl und Christian Berkel, die diesjährige Jury Dr. Alice Brauner, Margarita Broich und Christian Granderath sowie Uwe Ochsenknecht, Nina Gummich, Leslie Malton, Regisseur Till Endemann, Autor Martin Rauhaus, Christiane Paul, Leonard Kunz, „Checker“ Julian Janssen, Michael Klammer, Kathy Etoa, Mariella Aumann, Philipp Günsch, Valerie Niehaus, Theo Trebs, Zoë Valks, Ulrich Tukur, Barbara Philipp, Jakob Schreier, Felician Hohnloser, Regisseur Rainer Kaufmann, Clara Vogt, Bettina Lamprecht, Regielegende Jutta Brückner, Lisa Charlotte Friederich, Wolfram Koch, Autor Henk Handloegten, Tamara Romera Ginés, Christoph Letkowski, Michael Ostrowski, Frederic Lindemann,

Sarah Viktoria Frick, Regisseur Dietrich Brüggemann, Felix Klare, Nadine Dubois, Markus Gläser, Regisseur Sedat Aslan, Deniz Arora, Constantin von Jascheroff, Toni-L, der Finanzminister Baden-Württembergs Danyal Bayaz, Maria Furtwängler, Adele Neuhauser, Philipp Hochmair, Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Davina Chanel Fox, Bernd Hölscher, Filip Schnack, Regisseur Marcus O. Rosenmüller, Bibiana Beglau, Axel Prahl, Lydia Georgantzi, Rainer Bock, Martin Wuttke, Enzo Brumm, Regisseurin Ildikó Enyedi, Bless Amada, Claudia Geisler-Bading, Ron Helbig, Maren Eggert, Regisseur Ulrich Köhler, Albert Lichtenstern, Holle Kirck, Juri Winkler, Regisseur Max Zähle, Lukas Rüppel, Andrea Sawatzki, Benjamin Sadler, Sergen Meral, Wissenschaftsjournalist Harald Lesch, Bestsellerautor Jan Weiler, Regisseur Ed Herzog, Regisseur David Dietl u.v.a.m.
Text: Felix Neunzerling
Foto: Arthur Bauer / FddF; Elena Zaucke; Jim Rakete