Die Sängerin Connie Francis (1937 bis 2025) brachte 1960 den Schlager „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ heraus. In einer Zeile heißt es da: „Sie nimmt uns alles doch sie gibt auch viel zu viel. Die Liebe ist ein seltsames Spiel“.
Das war so, das ist so und es wird immer so bleiben. Im Mittelalter stellte sich ein verliebter Mann mit dem Zupfinstrument Laute unter einen Burgturm und brachte seinem edlen Fräulein ein Ständchen dar. Hatte der Mann Glück, warf sie ihm eine Rose zu. Dann wusste der Verliebte, er wird auch geliebt. War das nicht der Fall, hat sich das Fräulein gar nicht gerührt. Hatte der Liebeshungrige viel Pech, schüttete die Holde einen Kelch Wasser auf den Musikus. Hatte er noch mehr Pech und Unglück dazu, war im Krug kein Wasser, sondern die Essensreste oder sogar die Notdurft der Angebeteten.
Später gingen Herren dazu über, auf Büttenpapier Liebesbriefe zu schreiben. Jahrhunderte nach den Herren mit den Zupfinstrumenten entdeckten Zeitungsverleger eine lukrative Nebeneinnahme. Es gab und gibt vereinzelt heute noch die Rubrik Kontakte. Unter Chiffre suchen Damen den passenden Mister Right und der Mann sucht seine Traumfrau. In der Weimarer Zeit gab es die ersten Lokale mit speziellen Tanzeinlagen. Beim „Ball Paradox“ durften die Damen die Herren auffordern. In einigen dieser Gasthäuser konnte man per Tischtelefon miteinander kommunizieren. Ab den 1960er Jahren dienten Discotheken als Kontaktmaschinen. Mit dem Aufkommen des Privatfernsehens in Deutschland 1984 gab es Shows zum Kennenlernen. Heute kommen Pärchen sehr oft via Internet und Dating-Portalen zusammen.
Die Autorin Julia Summerland hat sich in ihrem Werk „Julia´s Book of Love III“ in einer chaotischen, urkomischen Tour durch den Dschungel des Online-Datings gequält. Der EINE wird krampfhaft gesucht. Frau hat ja auch große Träume. Sind sie nur Schäume oder werden sie wahr? Julia Summerland hat zahlreiche Geschichten und Erfahrungen gesammelt. Dazu zählen ihre eigenen und die von anderen mutigen Romantikern. Modern Love ist eine holprige, lächerliche und überraschend angenehme Fahrt. Modern Love, das besang ja vor 66 Jahren schon Connie Francis, ist auch ein seltsames Spiel.
Das Werk „Julia´s Book of Love III“ von Julia Summerland ist in der Edition AVRA im Frieling Verlag zu Berlin erschienen.
228 Seiten • Paperback • EUR 15,90
ISBN 978-3-8280-3984-1
EUR 10,99 • ISBN 978-3-8280-3985-8
Text: Volker Neef
Foto: Edition AVRA im Frieling Verlag