Am 26. Juni empfing man mit großer Begeisterung einen aus Prag kommenden Zug im Berliner Hauptbahnhof. Dieser Zug fuhr weiter nach Kopenhagen.

Prag, Berlin und Kopenhagen sind seit dem 26. Juni auf der Schiene direkt miteinander verbunden. Mit diesem neuen Angebot wird die erste komplett neue grenzüberschreitende Verbindung aus insgesamt zehn von der Europäischen Kommission unterstützten Pilotprojekten realisiert. Die Deutsche Bahn (DB) betreibt die Züge in Kooperation mit der Tschechischen Bahn (ČD) und der Dänischen Staatsbahn (DSB).

DB-Vorstand Michael Peterson (Foto: Frank Pfuhl)
Für die EU-Kommission haben diese Projekte eine hohe Priorität. Deshalb war Apostolos Tzitzikostas, EU-Kommissar für nachhaltigen Verkehr und Tourismus, persönlich in Berlin vor Ort. Begrüßt wurde der aus Griechenland stammende EU-Kommissar von DB-Vorstand Personenfernverkehr Michael Peterson; Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU; der Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde sowie den CEOs von ČD, Michal Krapinec; und DSB, Flemming Jensen.

Täglich zwei Züge
Auf der Strecke zwischen der Tschechischen Republik bis Dänemark verkehren laut Deutscher Bahn ganzjährig zwei tägliche Zugpaare. Außerdem soll es bis Ende August eine Nachtverbindung zwischen Kopenhagen und Prag über Hamburg, Berlin und Dresden geben. Fahrgäste können damit ohne einen einzigen Umstieg zwischen den drei Hauptstädten per Zug reisen. Die Fahrzeit beträgt rund sieben Stunden zwischen Berlin und Kopenhagen. Knapp elf Stunden sind es zwischen Prag und Kopenhagen.

Die Berliner Verkehrssenatorin, Ute Bonde (CDU), sieht in dem Projekt ein Zeichen für ein zusammenwachsendes Europa. Sie erklärte: „Dass wir heute Prag, Berlin und Kopenhagen direkt auf der Schiene miteinander verbinden, ist ein starkes Signal für Berlin als Drehscheibe des internationalen Bahnverkehrs. Das ist Europa.“

Michael Donth (CDU) ist direktgewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Reutlingen. Er ist Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Verkehrsausschuss. Zudem ist Michael Donth Mitglied im Aufsichtsrat der DBInfraGO und damit einer der Vertreter des Bundes als Eigentümer des DB-Konzerns. Im Pressegespräch teilte uns der Volksvertreter mit: „Die neue Strecke von Prag nach Kopenhagen über Berlin werde ich demnächst in Augenschein nehmen. Ich freue mich darüber, dass man nun in ca. 11 Stunden von Prag nach Kopenhagen, ohne umzusteigen, fahren kann“.
Text: Volker Neef
Foto: Frank Pfuhl