Wer jetzt in der Bundehauptstadt Berlin schreit, er muss frieren, weil er seinen Pelzmantel verloren hat, gilt entweder als Spaßvogel oder man befürchtet, der arme Mitbürger hat einen über den Durst getrunken. Aktuell verzeichnet man in Berlin keine winterlichen Temperaturen.
Ob wir einem unserer werten Leser diesen einen Pelzmantel, siehe Foto, oder ein ganzes Dutzend Pelzmäntel geliehen hätten: Es wäre 1983 nicht ausreichend gewesen!
In der zu Russland gehörenden Forschungsstation Wostok im östlichen Teil der Antarktis wurde eine Temperatur von Minus 89,2 Grad Celsius gemessen. Also ein Temperaturunterschied von 105,2 Grad, wenn wir die Plus 16 Grad von gestern in Berlin mit den Minus 89,2 Grad Celsius von damals in Wostok vergleichen.
Diese Messung fand am 21. Juli 1983, heute vor 43 Jahren, statt. Bis jetzt wurde der Rekordwert von Minus 89,2 Grad Celsius nie mehr weltweit erreicht. Die kleine Station in der Antarktis trägt auch den inoffiziellen Namen „Kältepol der Erde“.
Noch kälter hört sich dieser Wert von Minus 89,2 Grad Celsius aus Russland in den USA an, wo man in Fahrenheit die Temperatur misst. Dann sind es Minus 192 Grad Fahrenheit.
Text: Volker Neef
Foto: Frank Pfuhl