Reinickendorf und die Gemeinde Glienicke/Nordbahn haben am 13. August, am 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer, gemeinsam der Opfer der SED-Diktatur und der deutschen Teilung gedacht. Bei einer feierlichen Kranzniederlegung am Gedenkkreuz am Edelhofdamm/Oranienburger Chaussee erinnerten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft an die Menschen, die an der Berliner Mauer ihr Leben verloren oder unter der Unfreiheit und der Teilung Deutschlands litten.

Gedenkkreuz am Edelhofdamm / Oranienburger Chaussee (Foto: BA Rdf)
Zur Veranstaltung hatten das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf gemeinsam mit der Gemeinde Glienicke/Nordbahn eingeladen. Die Patenkompanie des Bezirksamtes, die 7. Kompanie des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung, unterstützte die Veranstaltung protokollarisch.

Reinickendorfs stellvertretender Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (Foto: BA Rdf)
Reinickendorfs stellvertretender Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen: „Reinickendorf und Glienicke zeigen seit Jahren, dass die ehemalige Grenze heute keine Trennlinie mehr ist, sondern eine gemeinsame Verantwortung. Wo früher Wachtürme standen, stehen heute Menschen gemeinsam an einem Gedenkkreuz. Wo einst Schüsse fielen, werden heute Kränze niedergelegt. Wo sich einst Misstrauen und Gewalt begegneten, begegnen sich heute Nachbarn in Freiheit. Das ist für mich der schönste Sieg über die Mauer.“

Gastredner Dr. Ulrich Strempel, Vorsitzender der Gemeindevertretung von Glienicke / Nordbahn (Foto: BA Rdf)
Dr. Ulrich Strempel, Vorsitzender der Gemeindevertretung von Glienicke/Nordbahn, ging auf das Schicksal von Michael Bittner ein, der am 24. November 1986 von Grenzsoldaten zwischen Glienicke und Frohnau erschossen wurde. „Michael Bittner fühlte sich vom SED-Staat bevormundet, überwacht und seiner Freiheit beraubt. Er wollte selbst über sein Leben entscheiden“, sagte er. Bittners Geschichte stehe stellvertretend für viele Schicksale an der innerdeutschen Grenze. Sie erinnere daran, dass die Berliner Mauer nicht nur aus Beton bestand. „Sie war Ausdruck einer Diktatur, die Menschen einsperrte, Familien trennte und Freiheit mit Waffengewalt verhinderte.“ (PM/Foto: BA Rdf)