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Wie Tech-Konzerne die Weltpolitik prägen

American Academy (Foto: Dr. Khalil Dindarian)

Richard von Weizsäcker Lecture mit Adam Segal in Berlin

Technologieunternehmen sind längst mehr als wirtschaftliche Akteure. Bei der Richard von Weizsäcker Lecture in der Urania Berlin zeigte Adam Segal, wie eng Fragen von Künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, globaler Macht und staatlicher Strategie heute miteinander verknüpft sind.

Ein Abend über Technologie und Geopolitik

Daniel Benjamin (Foto: Dr. Khalil Dindarian)

Die Richard von Weizsäcker Lecture mit dem Titel „How Tech Firms Shape Geopolitics“ fand am 22. April 2026 im Kleistsaal der Urania Berlin, An der Urania 7, in Berlin-Schöneberg, statt. Veranstalter war die American Academy in Berlin. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Daniel Benjamin, Präsident der American Academy in Berlin.

Adam Segal als Experte für digitale Machtfragen

Adam Segal (Foto: Dr. Khalil Dindarian)

Adam Segal zählt zu den profilierten amerikanischen Experten für Technologiepolitik, Cybersicherheit, nationale Sicherheit sowie Chinas Außen- und Innenpolitik. Er ist Ira A. Lipman Chair in Emerging Technologies and National Security und leitet das Programm für Digital- und Cyberspace-Politik beim Council on Foreign Relations (CFR). Darüber hinaus war er von April 2023 bis Juni 2024 als leitender Berater im US-Außenministerium tätig und befasste sich dort mit Fragen internationaler Cyber- und Digitalpolitik.

Diese Verbindung aus Forschung, Politikberatung und praktischer Regierungserfahrung prägte auch seinen Berliner Vortrag.

Adam Segal hielt zunächst seinen Vortrag am Pult. Im anschließenden Podiumsgespräch mit Daniel Benjamin und in der Publikumsrunde wurden Themen wie Künstliche Intelligenz, Sicherheit, Regulierung und internationale Machtpolitik weiter vertieft.

Tech-Konzerne als Machtfaktor

Im Mittelpunkt des Abends stand die wachsende geopolitische Bedeutung großer Technologieunternehmen. Adam Segal machte deutlich, dass Tech-Konzerne im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und Halbleitern längst zu strategischen Akteuren geworden sind. Staaten seien zunehmend auf private Unternehmen angewiesen und versuchten zugleich, sie stärker in ihre sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Strategien einzubinden. Besonders im Verhältnis zwischen den USA und China werde Technologie damit zu einem zentralen Feld geopolitischer Konkurrenz.

Demokratie, Regulierung und KI

Segal warnte zugleich vor den politischen Risiken dieser Entwicklung. Die Konzentration von Kapital, Wissen und Daten in wenigen Unternehmen könne demokratische Strukturen unter Druck setzen, während staatliche Regulierung oft kaum mit dem Tempo technologischer Innovation Schritt halte. Auch international fehle bislang ein tragfähiger Rahmen für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Gerade wegen der Spannungen zwischen den USA und China sei KI deshalb längst nicht nur eine technologische, sondern auch eine machtpolitische Frage.

Debatte auf dem Podium

Im anschließenden Gespräch mit Daniel Benjamin und in der Publikumsrunde wurden diese Fragen vertieft. Dabei ging es unter anderem um KI-Sicherheit, Exportkontrollen, digitale Souveränität, Überwachung und Europas Handlungsspielräume im globalen Technologiewettbewerb.

Fazit

Die Veranstaltung machte deutlich, dass große Technologieunternehmen heute zu den prägenden Akteuren der Weltpolitik zählen. Sie beeinflussen nicht nur wirtschaftliche Entwicklung und Innovation, sondern auch Außenpolitik, Sicherheitsstrategien und geopolitische Konkurrenz. Adam Segal zeichnete in Berlin das Bild einer Welt, in der Technologie längst zu einer zentralen Machtressource geworden ist.

Die Richard von Weizsäcker Lecture zeigte damit eindrücklich, dass die Debatten über KI, digitale Infrastruktur und technologische Souveränität nicht mehr nur Spezialthemen der Branche sind. Sie gehören heute ins Zentrum politischer Auseinandersetzung.

Text/Foto: Dr. Khalil Dindarian

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