Mit dem beherzten Appell „Viva el Perú“ beendete am 23.7. eine Künstlerin in Frankfurt a.M. den schwungvollen Vortrag der peruanischen Nationalhymne. Der Schauplatz: Das in der Mainmetropole ansässige Instituto Cervantes, das spanische Pendant zum Goethe-Institut und die weltweit größte Institution zur Förderung der spanischen Sprache. Der Hauptsitz befindet sich in Madrid und Alcalá de Henares. Im deutschsprachigen Raum gibt es sechs derartige Einrichtungen: Berlin,Bremen, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Wien.

Der Anlass des Vortrages der Hymne: Der Generalkonsul der Republik Peru in Frankfurt a.M., Herr Carlos Alberto Linares Villegas, und seine Gattin hatten zu einem Empfang anlässlich des 205. Nationalfeiertages der Republik Peru eben in das Instituto Cervantes eingeladen. Der Nationalfeiertag erinnert an den 28. Juli 1821, als vor mehr als 16.000 Menschen der General und Staatsmann José de San Martín in einer Rede auf der Plaza de Armas in Lima die Unabhängigkeit Perus proklamierte mit den Worten: „Peru ist von diesem Augenblick an frei und unabhängig durch den allgemeinen Willen des Volkes und durch die Gerechtigkeit seiner Sache, die Gott verteidigt. Es lebe das Vaterland, es lebe die Freiheit, es lebe die Unabhängigkeit!“. Nach fast 300 Jahren der Unterwerfung durch das spanische Reich war Peru damit eine souveräne Republik. Und überhaupt gilt José de San Martín gemeinsam mit Simón Bolívar als einer der bedeutendsten Architekten des Endes der spanischen Kolonialisierung in Lateinamerika.

Der Einladung des peruanischen Generalkonsuls zu diesem denkwürdigen und traditionsreichen Feiertag war eine große Zahl von Gästen aus den Reihen des Consular Corps, der peruanischen Gemeinschaft sowie allgemein aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik gefolgt. Und Herr Generalkonsul ließ es sich nicht nehmen, jeden einzelnen Gast herzlich zu begrüßen.
Nach dem Vortrag der deutschen und der peruanischen Nationalhymnen ergriff zunächst Herr Christoph Degen das Wort, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur. Er überbrachte Grüße und Glückwünsche der Landesregierung zu diesem „Tag des Stolzes“ für Peru. Er rühmte die Landschaften des Landes und die bedeutende Geschichte und Kultur. In beiden Ländern schätze man gutes Essen und guten Wein, in Peru zudem Pisco Sour und in Hessen Apfelwein. Peru sei ein wichtiger Partner Hessens in Südamerika. Die deutsch-peruanische Schule Alexander von Humboldt vermittle im Rahmen einer bikulturellen Ausbildung den Schülern die spanische und die deutsche Sprache. Ferner sei auf wichtige Universitätskooperationen zu verweisen. Und das jüngst abgeschlossene Mercosur-Abkommen vermittle auch neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen Hessen und Peru.
Herr Generalkonsul seinerseits erinnerte an die hohe Bedeutung des Unabhängigkeitstages in der peruanischen Geschichte. Ab diesem Zeitpunkt sei das Land seinen eigenen Weg gegangen. Wichtige Werte seien dabei Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenwürde. Peru gehöre zu den ältesten Kulturen Südamerikas. Vor mehreren tausend Jahren habe Peru bereits zahlreiche Pre-Inka-Kulturen aufgewiesen, bevor zwischen 1200 und 1500 n. Chr. das Inka-Reich mit dem Zentrum in Cusco entstand. Dieses wurde dann unter Atahualpa durch die spanischen Eroberer gestürzt. In einem weiten Bogen beschrieb Herr Generalkonsul all die unterschiedlichen Persönlichkeiten, die Geschichte und Kultur geprägt hätten.
Heute sei sein Land durch Kontinuität und Solidität geprägt. Man verfüge über eine sichere Währung und sei ein interessanter Investitionsstandort, verfüge aber auch über eine berühmte Gastronomie. Die peruanisch-deutschen Beziehungen wiesen eine lange Tradition auf. Deutschland sei wichtigster Handelspartner Perus in der EU. Und es gebe viele fruchtbare Ansatzpunkte für eine weitere Vertiefung der Beziehungen.

Abschließend stellte Herr Generalkonsul Aufgaben und praktische Arbeit seiner Behörde vor.
Nach einem gemeinsamen Anstoßen mit Pisco Sour unter dem Trinkspruch „Viva el Perú – Viva Alemania“ durften die Besucher stimmungsvolle peruanische Tänze und Lieder genießen.
Text/Foto: RRB