Christian Görke ist Bundestagsabgeordneter und finanzpolitischer Sprecher der Linksfraktion. In der Zeit von 2014 bis 2019 war er Finanzminister in Brandenburg. Er hat sich zu den neuen Ankündigungen der Deutschen Bahn zur Korridorsanierung der Strecke von Hannover nach Berlin geäußert. Die Deutsche Bahn hatte mitgeteilt, dass nun statt zwei kleineren Sperrpausen eine 14-monatige Vollsperrung kommen soll.

Christian Görke, MdB (Die Linke) erklärte: „Die Korridorsanierung scheint nach der pleiteähnlichen Vollsperrung auf der Strecke Berlin-Hamburg nicht das richtige Rezept. Die Bahn kann nicht trotz der Vollsperrung mit solchen Verzögerungen von 14 Monaten auf der Strecke von Hannover nach Berlin herumdoktern. Es geht auch nicht, eine ganze Region wie das westliche Brandenburg so lange komplett abzuhängen. Besonders den Pendlern ist es nicht zumutbar, jeden Tag über zweieinhalb Stunden länger auf jetzt schon völlig überlasteten Ersatzstrecken unterwegs zu sein. Da werden sich viele gleich eine dauerhafte Alternative zur Bahn suchen und später nicht zurückkommen. Auch der Schaden für den Güterverkehr auf der Schiene ist immens, dabei will die Koalition ihn erklärtermaßen stärken.
Die Bahn muss eine Alternative finden und temporären eingleisigen Verkehr ermöglichen. Das geht in der Schweiz und Österreich und hier ging es früher auch. Zumal es in diesem Fall mit dem dritten Gleis der Lehrter Stammbahn sogar günstige Bedingungen gibt. Nach Auffassung von Fachleuten gibt es die Möglichkeit, die alte Stammbahn in der Umsetzungsweise in den Baustellenverkehr einzubeziehen.“
Das teilte unserer Redaktion Christian Görke, MdB (Die Linke) mit. (Fotos: Frank Pfuhl; Volker Neef)