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Der Platz des 23. April – Wussten Sie schon?
Stele am „Platz des 23. April“ (Foto: Adam Neef)
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Der Platz des 23. April – Wussten Sie schon?

Die Bundeshauptstadt Berlin mit ihren 12 Bezirken und fast 100 Ortsteilen bietet den Einheimischen und den Gästen eine reiche und buntgemischte Palette an. Dazu zählen neben verstorbenen und lebenden prominenten, manchmal auch kuriosen Menschen die zahlreichen Gebäude, Straßen, Plätze, Parks, Denkmäler und Seen. Wir haben für unsere werten Leser das ein oder andere Interessante aus Berlin heraus gegraben bzw. wiederentdeckt und stellen es vor. Heute führt uns der Weg in den Ortsteil Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick.

 Stele am „Platz des 23. April“ (Foto: Adam Neef)

An der Spree, direkt an einer Anlegestelle für die Fahrgastschifffahrt, befindet sich der „Platz des 23. April“. Im Juni 1933 haben Faschisten in Köpenick 91 Menschen ermordet. Der Terrorakt der Nazis ging als „Köpenicker Blutwoche“ in die Geschichte ein. Die „Köpenicker Blutwoche“ fand vom 21. bis 26. Juni 1933 statt. Die SA nahm ca. 500 Gegner des Nationalsozialismus fest. Die 91 Todesopfer waren bei Verhaftungen oder bei den Verhörern unter Folterbedingungen zu beklagen gewesen. Anzumerken ist auch, dass zahlreiche Opfer, die lebend aus dem Foltergefängnis gekommen sind, lebenslange Behinderungen aufgrund der Folter bis an ihr Lebensende hatten.

Der Bildhauer und Medailleur Walter Sutkowski (1890 bis 1983) schuf 1969 eine Stele. Sie zeigt symbolisch die zur Faust geballte Hand eines Widerstandskämpfers. Das ist das Symbol für die Kraft des Widerstandes, der letztlich über Terror und Unmenschlichkeit triumphiert. Die Stele ist ca. 6 Meter hoch. Die Vorderseite des Denkmals zeigt dem Betrachter das Relief zweier stürzender Menschen.

 Stele am „Platz des 23. April“ (Foto: Adam Neef)

Am 8. April 1945 erlebte die Bevölkerung in Köpenick den Einzug der ersten Gardepanzerarmee und der achten Gardearmee der sowjetischen Streitkräfte. Die Rote Armee besiegte am 23.April 1945 den menschenverachtenden Nationalsozialismus in Köpenick. 1971 erweiterte Walter Sutkowski die Stele um eine als geschwungene Betonwand ausgebildete Reliefwand. Sie trägt den Titel „Unser friedlicher Aufbau“.

Ein Platz in Köpenick, der an 91 Mordopfer der Nazis erinnert und sie nicht in Vergessenheit geraten lässt. Eine der vielen Besonderheiten in Berlin.

Text/Foto: Adam Neef

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
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