Vom 27. bis zum 29. Oktober fand das Weltforum für Interkulturellen Dialog (World Forum on Intercultural Dialogue – WFID), die Leitveranstaltung des Baku-Prozesses, in Aserbaidschan statt.
Es findet alle zwei Jahre in Partnerschaft mit internationalen Organisationen statt. Dazu zählten bereits die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), die Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen (UNAOC), der Europarat, die Islamische Weltorganisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (ICESCO) sowie die Welttourismusorganisation (UNWTO). In den bisherigen sieben Foren kamen mehr als 12.000 Teilnehmer zusammen. Unsere Redaktion berichtete direkt von Baku aus von der 7. Tagung des Weltforums für Interkulturellen Dialog.
Kürzlich hatten wir ja bereits Herrn Rafael Huseynov vorgestellt. Mit ihm hatten wir ein Interview geführt. Herr Rafael Huseynov ist Vizepräsident des Parlamentes in Aserbaidschan Seit dem Jahre 2000 ist er Abgeordneter. Dem Europarat gehört Herr Rafael Huseynov seit 25 Jahren an. Erfolgreich hatte er einst Literaturwissenschaften studiert. Er ist nicht nur Parlamentarier, er ist Leiter des größten Literaturmuseums in Aserbaidschan. Zudem ist er auch nicht nur als Literaturwissenschaftler beruflich tätig. Man kennt ihn auch als Autor von mehr als 50 Büchern.

Wir baten Herrn Parlamentsvizepräsidenten Rafael Huseynov für unser werten Leser ein Fazit zum Weltforum für Interkulturellen Dialog zu ziehen. Der Herr Parlamentsvizepräsident kam der Bitte gerne entgegen.
Herr Parlamentsvizepräsident Rafael Huseynov erklärte: „Jedes Volk hat alte und neue Sprichwörter. Wann ein Sprichwort entstanden ist, lässt sich kaum je feststellen. In Aserbaidschan aber gibt es eine Redewendung, die so bekannt ist wie ein Sprichwort und deren Entstehungsdatum genau feststeht. Das war vor sieben Jahren. Damals war Karabach, ein Teil Aserbaidschans, noch besetzt. Der Staatschef Aserbaidschans, Herr Ilham Heydar Aliyev, sprach die Worte: „Karabach ist Aserbaidschan!“ Diese Worte waren bald in aller Munde. Sie ballten die ganze Nation zu einer Faust, einten sie um ein gemeinsames Ziel und führten das Volk zur Erfüllung seines größten Wunsches. Diese Einheit mündete in die Befreiung Karabachs, das fast 30 Jahre lang unter Besatzung gestanden hatte.

Willkommensschild der Stadt Susa, Karabach
Das VII. Internationale Forum für interkulturellen Dialog in Aserbaidschan geht im freien, wiederauflebenden Karabach zu Ende. Ein beträchtlicher Teil der über 2.000 Gäste aus mehr als 100 Ländern ist jetzt in Karabach, das für einen Frieden steht, der sich auf die Zukunft zubewegt. Ein so schöner Abschluss des Forums kann meines Erachtens als Auftakt zu noch schöneren Anfängen gelten.
Jede Freundschaft, jede Liebe, jede Verständigung und jeder Frieden beginnt mit dem Dialog. Auch das Ende eines jeden Konflikts beginnt mit dem Dialog. In diesen letzten Oktobertagen war Aserbaidschan einmal mehr ein gemeinsamer Ort für Hände, die einander über die Brücke der Kultur entgegengestreckt werden, und für Herzen und Gedanken, die einander näherkommen. Das ist ein Fest der Menschlichkeit. Ich wünsche mir, dass dieses Forum allen teilnehmenden Ländern und Völkern stets freundschaftliche Dialoge schenkt, die zu Frieden und Aufschwung führen. Es begann mit dem Dialog der Kulturen, der gemeinsamen Sprache der Menschheit, und es endet in einem friedlichen, aufblühenden Karabach“.
An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals bei Herrn Parlamentsvizepräsidenten Rafael Huseynov für sein Fazit. Ebenso bedanken wir uns nochmals bei Herrn Elgün Niftali, dem Leiter des Aserbaidschanischen Kulturzentrums in Berlin. Er war während des Weltforums für Interkulturellen Dialog in Baku vor Ort und hat uns als Dolmetscher zur Verfügung gestanden.
Text: Volker Neef
Foto: Frank Pfuhl