„Sehr geehrte Damen und Herren, wir laden sie herzlich zum Wirtschafts- und Investitionsforum der Chengdu-Hi-Tech Zone ein.“ So lautete eine Einladung zum 17. Juni in das unmittelbar neben der Messe Frankfurt am Main gelegene, gediegene Maritim Hotel. Eingeladen hatte eine Delegation aus der Stadt Chengdu.

Chengdu ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan. Die Stadt ist bevölkerungsmäßig die viertgrößte in China mit deutlich mehr als 20 Mio. Einwohnern. Sie war bereits vor über 2.500 Jahren ein regionaler Regierungssitz und ist noch immer eines der wichtigsten Handels- und Kulturzentren in West-China. Neben kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten sind die Großen Pandas ein Touristenmagnet für die Stadt. In einer riesigen Pandazucht und Forschungsbasis im Norden (10 km von Chengdu entfernt), der Panda Base, kann man die vom Aussterben bedrohten Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.

Aber die Vorstellung der Pandas war nicht das eigentliche Anliegen der Präsentation, obwohl jeder Besucher des Forums als „Souvenir“ einen kleinen Panda an seinem Platz hatte. Anliegen der Veranstalter war vielmehr, die Attraktion der Chengdu High-Tech Zone und die breiten Kooperationsmöglichkeiten mit ihr vorzustellen.
Und zu dieser Zone: Erst vor wenigen Wochen rühmte China Daily, dass sich die Chengdu High-Tech Industrial Development Zone in fast vier Jahrzehnten zu einem Zentrum für aufkommende und zukünftige Industrien entwickelt habe, die von technologischer Innovation, fortschrittlicher Fertigung und der digitalen Wirtschaft angetrieben werden. Ihr Erfolgsweg werde auch dadurch dokumentiert, dass ihr BIP im Jahre 2025 einen Anstieg von 6,1 Prozent zu verzeichnen hatte. Sie stelle mit ihrer dynamischen Entwicklung in Bereichen wie der Elektronik- und Informationstechnologie, der Biomedizin, der Künstlichen Intelligenz und der digitalen Wirtschaft ihre Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis.

Nach einer filmischen Einführung der Besucher in diese Entwicklung ergriff Herr Liu Xuepeng, Delegationsleiter und Stv. Direktor der Chengdu High-Tech-Zone das Wort. Berg und Tal kämen nicht zusammen, aber die Menschen. Daher habe man die weite Reise nach Frankfurt gemacht und sei bei einer Besichtigung auf den Spuren Goethes gewandelt. Die deutsch-chinesischen Beziehungen seien auf einem sehr positiven Weg, und dies wolle man weiter vertiefen. Frankfurt sei das finanzielle Herz Deutschlands und Chengdu der Motor der chinesischen Innovation. Die High-Tech-Zone sei eine der dynamischsten in ganz China. Aus Deutschland hätten sich etwa Bosch, Siemens und Messer dort niedergelassen, insgesamt mehr als 50 Unternehmen. Er nannte auch konkrete Kooperationsbeispiele, zum Beispiel im Bereich KI. Beschrieben wurden ferner weitere attraktive Standortfaktoren wie der hohe Lebenszufriedenheitsindex Chengdus, die hohe Wohnqualität mit „Blick ins Grüne“ und auch, dass Chengdu von der UNESCO als „Stadt der Gastronomie“ gewürdigt worden sei.

In der folgenden Rede von deutscher Seite erinnerte MDgt. a.D. Dr. Michael Borchmann an einen eigenen sehr gelungenen Besuch in Chengdu und den Empfang zahlreicher Delegationen aus der Stadt in Deutschland. Hieran werde er durch seine zahlreichen Pandabilder und -figuren zuhause immer wieder erinnert. In seinen Augen bestünden gute Möglichkeiten der konkreten Zusammenarbeit: Deutschland verfüge über eine weltweit anerkannte industrielle Kompetenz, eine starke Tradition im Präzisions- und Maschinenbau sowie ein bewährtes System der beruflichen Bildung. Die Chengdu High-Tech Zone biete ihrerseits einen großen Markt, gut ausgebaute industrielle Strukturen, hervorragend ausgebildete Fachkräfte und ein lebendiges Innovationsökosystem. Insbesondere in den Bereichen der industriellen Fertigung, grüner und nachhaltiger Technologien, der Lebenswissenschaften, der Digitalisierung und des Technologietransfers bestünden große Potenziale für eine vertiefte Zusammenarbeit.
Der Jiaozi Business Park District wurde anschließend vorgestellt von Herrn Zhang Guahming, Leiter der Abteilung für Unternehmensservice. Neben Wirtschaftsdaten und den Vorteilen der verkehrsmäßigen Anbindung hob er die landschaftliche Schönheit Chengdus hervor. Man habe ein „Parkstadt-Konzept“ umgesetzt, auch in den Geschäftsbezirken gebe es 50% Grünflächen.
Für die Stadt Frankfurt sprach der Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf, im Nebenamt „Botschafter der Hessischen Apfelweinstraße“. Er unterstrich die Bedeutung des kulturellen Austauschs. Das Treffen diene der Entwicklung von Beziehungen, und er freue sich auf die Vertiefung der Beziehungen zwischen Frankfurt und Chengdu.
Anschließend kam als weiterer Frankfurter Stadtverordneter Herr Haluk Yildiz zu Wort, der die Kultur Chengdus ebenso rühmte wie die Innovationskraft. Und wichtig sei es, nicht zur die wechselseitigen Warenströme zu steigern, sondern vor allem auch die Besucherströme.
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Chengdu und der China Book Trading sowie ein „Get Together“.
Text/Foto: RRB