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Erfolgreiche Städtepartnerschaft seit 1966
Emine Demirbüken-Wegner (li.) und Eva Fellinger (Foto: Volker Neef)
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Erfolgreiche Städtepartnerschaft seit 1966

Deutschland und Frankreich führten gegeneinander oft schreckliche Kriege. Das war z. B. 1870/71 und im 1. sowie 2. Weltkrieg so. Gebiete wie Elsass-Lothringen waren mal Staatsgebiet von Preußen, dann kam diese Region wieder zu Frankreich. Das Saarland war nach dem 2. Weltkrieg bis 1957 kein Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Erst 12 Jahre nach Kriegsende erlaubte es Frankreich, dass sich die Saarländer Westdeutschland anschließen durften.

Umso erfreulicher ist es, dass sich junge Franzosen und Deutsche gar nicht mehr vorstellen können, dass ihre Vorfahren einst Kriegsgegner gewesen sind. Dazu beigetragen haben auch die zahlreichen Städtepartnerschaften zwischen deutschen und französischen Gemeinden.

Ein sehr gelungenes Beispiel dafür ist die Städtepartnerschaft Reinickendorf mit Antony. Die Gemeinde liegt südlich von Paris und gehört zum Department Hauts-des-Seine. Knapp 65.000 Bürger wohnen in Antony.

Am 4. Oktober feierte man das Bestehen der 60-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Reinickendorf mit Antony würdig im Kulturhaus Centre Bagatelle in Frohnau. Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) begrüßte ihre Amtskollegin Aude Nodé-Langlois sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Eva Fellinger, Schatzmeisterin beim Verein „Centre Bagatelle e. V.“, wies daraufhin, dieses Haus steht wie kaum ein anderer Ort im Bezirk für die enge Verbindung zu Frankreich und die europäische Verständigung. Das 1925 erbaute Gebäude war von 1956 bis 1993 offizieller Sitz des französischen Kulturzentrums.   

 Centre Bagatelle (Foto: Volker Neef)

Seit der Begründung der Partnerschaft im Jahr 1966 ist aus dem Gedanken der deutsch-französischen Aussöhnung eine lebendige Verbindung zwischen den Menschen beider Städte geworden. Schüler- und Jugendaustausche, Sportbegegnungen, kulturelle Projekte und persönliche Kontakte haben die Partnerschaft über sechs Jahrzehnte mit Leben gefüllt. Als sichtbares Zeichen der wachsenden Verbundenheit gossen die beiden Bürgermeisterinnen gemeinsam einen neu gepflanzten Ahornbaum auf dem Antonyplatz vor der Kulisse des Reinickendorfer Rathauses. „Ein Baum braucht Zeit, um zu wachsen – und genau das gilt auch für eine Freundschaft. Unsere Partnerschaft mit Antony ist über 60 Jahre gewachsen, hat tiefe Wurzeln geschlagen und trägt heute Früchte. Ich wünsche mir, dass dieser Ahorn viele Generationen überdauert und uns daran erinnert, wie wertvoll unsere deutsch-französische Freundschaft ist“, sagte Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner.

Der Jubiläumsbesuch machte zugleich deutlich, dass die Städtepartnerschaft weit mehr ist als ein historisches Dokument: Sie lebt von Begegnungen und vom persönlichen Engagement der Menschen. „Wir feiern 60 Jahre Partnerschaft – aber vor allem feiern wir die Menschen, die sie mit Leben füllen. Gerade in einer Zeit, in der Europa Zusammenhalt und Verständigung braucht, sind solche Verbindungen besonders wertvoll“, so die Bezirksbürgermeisterin.

Mit dem Besuch der französischen Delegation, dem gemeinsamen Blick auf die Geschichte und den vielen Begegnungen wurde zugleich der Blick nach vorn gerichtet. Reinickendorf und Antony wollen ihre Freundschaft auch künftig mit neuen Projekten, Begegnungen und insbesondere mit Angeboten für junge Menschen weiterentwickeln. So wird aus 60 Jahren gelebter Partnerschaft ein gemeinsames Versprechen für die Zukunft Europas.

Detlef Dzembritzki (Foto: Volker Neef)

Detlef Dzembritzki (SPD) war von 1998 bis 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1975 bis 1989 war Detlef Dzembritzki Bezirksstadtrat für Volksbildung bzw. seit 1981 für Jugend und Sport im Bezirk Reinickendorf. Anschließend war er von 1989 bis 1995 Bezirksbürgermeister. Im Pressegespräch erklärte er: „Die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich haben wir Konrad Adenauer und Charles des Gaulle zu verdanken. Der Elysee-Vertrag schuf diese Grundlage. Dieser Vertrag ist einer der besten Verträge, die Politiker je geschlossen haben“.

Charles de Gaulle und Konrad Adenauer (re.), Relief in Berlin-Tiergarten (Foto: Volker Neef)

Gilbert Colle (SPD) gehört der BVV Reinickendorf an. Er teilte mit, für ihn habe die Städtepartnerschaft Reinickendorf mit Antony einen sehr hohen Stellenwert. Schon als Schüler in der 8. Klasse habe er im Schüleraustausch Frankreich kennenlernen dürfen. „Privat war ich mittlerweile schon 20mal in Frankreich. Französische Filme, französische Musik und französische Küche stehen bei mir ganz hoch im Kurs“.

Hélène Jeanney am Klavier und Sängerin Amandine Thiriet (Foto: Volker Neef)

Die gute Musik aus Frankreich durften die Gäste im Centre Bagatelle erleben. Amandine Thiriet begeisterte die Gäste mit ihrem Gesang und Hélène Jeanney beeindruckte das Publikum mit ihrer Kunst am Klavier.

Text/Foto: Volker Neef

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
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