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Feierliches Gelöbnis im Tiergarten 
Feierliches Gelöbnis am 20. Juli 2026 im Tiergarten (Foto: Volker Neef)
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Feierliches Gelöbnis im Tiergarten 

Am 20. Juli findet traditionsgemäß ein feierliches Gelöbnis statt. Junge Rekruten vereidigt dann die Bundeswehr an diesem Tag.

Man hat den 20. Juli ausgewählt, da am 20. Juli 1944 eine Gruppe von Offizieren um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht hatte, den Diktator Adolf Hitler zu töten. Der Anschlag und der anschließende Staatsstreich misslangen, viele Beteiligte wurden noch am selben Tag im Bendlerblock hingerichtet. Dennoch ist dieser Tag bis heute von zentraler Bedeutung für die Bundeswehr und ihre Soldatinnen und Soldaten.

Feierliches Gelöbnis am 20. Juli 2026 im Tiergarten (Foto: Volker Neef)

Auf dem Paradeplatz des Verteidigungsministeriums in Berlin-Tiergarten hat man am 20. Juli rund 230 Rekrutinnen und Rekruten vereidigt. Das durch das Gelöbnis vor rund 1.000 Gästen ausgesprochene Bekenntnis zu Recht und Freiheit sowie Demokratie und Grundgesetz trage das historische Erbe des 20. Juli in unsere Zeit, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in seiner Gelöbnisansprache: „Militärische Professionalität und ethische Verantwortung sind und bleiben untrennbar miteinander verbunden.“

Feierliches Gelöbnis am 20. Juli 2026 im Tiergarten (Foto: Volker Neef)

„Wir suchen nicht den Konflikt“, sagte der Minister mit Blick auf die angespannte Sicherheitslage in Europa, „aber wir wollen den Gegner abwehren, indem wir ihn abschrecken“. Um den dafür notwendigen Aufwuchs der Streitkräfte zu schaffen, hat die Bundeswehr 2026 die Wehrerfassung reaktiviert und den Neuen Wehrdienst eingeführt. Erstmals legten nun auch Soldatinnen und Soldaten ihr Gelöbnis ab, die über den Neuen Wehrdienst zur Bundeswehr gefunden haben.

Feierliches Gelöbnis am 20. Juli 2026 im Tiergarten. Vorne stehend: Generalinspekteur Carsten Breuer, Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Dr. Navid Kermani (Foto: Volker Neef)

Der Schriftsteller, Publizist und Wissenschaftler Dr. Navid Kermani war Ehrengast beim Feierlichen Gelöbnis. In seiner Rede sprach er über die Tugend des Neinsagens. In einer demokratischen Armee wie der Bundeswehr müssten Soldatinnen und Soldaten zwar grundsätzlich gehorsam sein – sie müssten aber auch lernen, nein zu sagen – und Widerstand leisten, wenn die Diensterfüllung zum Verbrechen wird. „Das Grundgesetz steht über jedem Befehl“, mahnte Dr. Kermani in seiner Ansprache. Insbesondere Artikel 1 des Grundgesetzes sei von größter Bedeutung: „Nur wenn Sie die Würde auch Ihres Feindes achten, werden Sie dem Gelöbnis gerecht, dass sie heute ablegen.“

Text/Foto: Volker Neef

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
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