Er gehört unbestritten zu den Höhepunkten der konsularischen Empfänge in der Mainmetropole Frankfurt: Der traditionelle Sommerempfang in der Residenz des Schweizer Generalkonsuls, nämlich der Villa Elsässer, einem Schmuckstück des vor 100 Jahren von dem damaligen Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Stadtrat Ernst May auf den Weg gebrachten Neuen Frankfurts. Dabei handelte es sich um Stadtplanungsprogramm zwischen 1925 und 1930, dass alle Bereiche der städtischen Gestaltung in Frankfurt am Main umfasste. Es war namentlich durch die Wohnungsbauaktivitäten geprägt, die die akute Wohnungsnot in den 1920er Jahren beseitigten. Durch das Projekt des Neuen Bauens wurden zugleich ästhetische Maßstäbe gesetzt.
Und die Residenz des Schweizer Generalkonsuls, die früher von dem Architekten Martin Elsässer für den „Eigenbedarf“ gebaut worden war, wurde von einer Fachzeitschrift als „expressionistisches Meisterhaus des Neuen Frankfurt“ bezeichnet. Das Haus wurde abweichend von den üblichen Bauhaus-Häusern in konventioneller Ziegelbauweise errichtet, wobei die schneeweißen, um die Ecke laufenden Sprossenfenster, die wie Schmuckelemente wirken, besonders hervorstechen.
Auch in diesem Jahr gaben sich der Schweizer Generalkonsul, Dr. Erik Jakob, und Frau Cornelia Jakob die Ehre, ihre Gäste am 24. Juni zum traditionellen Schweizer Sommerempfang „Soirée Suisse“ einzuladen. Und auch dieses Jahr war es eine überaus große Zahl von Besuchern, die der Einladung von Herrn Generalkonsul und Gattin gerne folgten, darunter konsularische Vertreter aus 26 Ländern.

In seinen herzlichen Begrüßungsworten sprach Herr Generalkonsul zunächst die schöne Tradition des Sommerfestes an. Er begrüße alle Gäste, darunter die so zahlreichen konsularischen Vertreter und die aus dem diesjährigen Ehrengastkanton angereisten Teilnehmer. Die Schweiz habe vier Vertretungen in Deutschland, neben der Botschaft in Berlin und den Generalkonsulaten in München und Stuttgart eben das Frankfurter Generalkonsulat, zuständig für die Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Nach einer Beschreibung der Geschichte des Elsässer Hauses und der Erinnerung an das aktuelle Jubiläum „100 Jahre Neues Frankfurt“ ging er auf die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen ein. Deutschland sei der wichtigste Wirtschaftspartner der Schweiz. Selbst habe er inzwischen bereits 600 Schweizer Firmen auf Messen begleitet. Für die Hessische Landesregierung ergriff Wirtschaftsminister und Stv. Ministerpräsident Kaweh Mansoori das Wort. Veranstaltungen wie die vorliegende dienten dem Zusammenhalt der Völker. Beide Länder wiesen mittelständische Volkswirtschaften auf. Für beide gelte: Innovation schaffe Fortschritt.

Für St. Gallen sprach der Regierungspräsident und „Leiter des Wirtschaftsdepartements“, Herr Beat Tinner. Sein Kanton sei durch Delikatessen (für die Besucher stand u.a. die berühmte St. Galler Bratwurst zur Verfügung), eine schöne Landschaft und hohe Innovationskraft geprägt, man pflege das Motto „Tradition und Innovation“. Als Beispiel für Innovation hatte man aus St. Gallen vier beeindruckende Startups mitgebracht. Aber natürlich kam die Verkostung der St. Galler Delikatessen ebenso wenig zu kurz wie die Verteilung von Schweizer Schokoladen und musikalische Darbietungen einschließlich der Vorstellung der Bedeutung der Jodelvereine für den Kanton.
Text/Foto: RRB