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Cranger Kirmes-Festumzug 2026: „So voll war es nie!“
Sieger bei den Festwagen: Der KSC Herne 13 begeisterte mit seinem an Wolfgang Petry angelehnten Motto „Wolle auf Crange, Wahnsinn trifft Kirmes“ (Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann)
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Cranger Kirmes-Festumzug 2026: „So voll war es nie!“

Beim traditionellen Festumzug der Cranger Kirmes wurde am 8.8. der BSV Holthausen, dessen Mitglieder kostümiert als Außerirdische im Autoscooter auftraten, zur kreativsten Fußgruppe gekürt. Bei den Mottowagen überzeugte der Festwagen vom Kohlensportclub (KSC) Herne 13 mit seinem Wolfgang-Petry-Thema die Jury. Mehr als 150.000 Schaulustige erlebten bei bestem Sommerwetter einen nach Angaben des Veranstalters friedlichen Umzug mit störungsfreiem Ablauf.

„Bei der Aufstellung hat alles gut funktioniert. Wir haben in diesem Jahr ein ungewohnt großes Besucheraufkommen. Mindestens 20 Prozent mehr als gewöhnlich“, berichtete Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs öffentliche Ordnung. Die etwa vier Kilometer lange Strecke von Eickel nach Crange wurde deshalb ein zweites Mal abgefahren, bevor der Zug dann mit einer Verzögerung von ca. 20 Minuten gegen 10.50 Uhr beginnen konnte. Mit rund 1,7 km war der Zug so lang wie nie. Mit dabei waren 104 Festwagen, 42 Fuß- und neun Musikgruppen (insgesamt 115 Startnummern) mit ca. 4.500 Teilnehmenden. „Für mich ist der Festumzug ein Highlight, auf das ich mich schon lange gefreut habe“, berichtete die amtierende NRW-Kirmeskönigin Julia I., die aus dem von Schaustellerpräsident Albert Ritter (DSB) gesteuerten Prunkwagen heraus Papierrosen verschenkte. Der von ihnen angeführte Zug erreichte die Ehrentribüne Am Buschmannshof als erstes, gefolgt und musikalisch begleitet vom Ruhrkohleorchester. Den Abschluss machte nach rund 100 Minuten um 13.26 Uhr das Fahrzeug von Entsorgung Herne, das nach dem Festwagen der Schaustellervereinigung Herne e. V. und der Sambatruppe fuhr und direkt mit dem Saubermachen begann.

Rund 150.000 Schaulustige feierten bei durchgehend sonnigem Wetter eine ausgelassene Party entlang der vier Kilometer langen Strecke (Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann)

Gleich ihren ersten Festumzug in Funktion als neue Zugleiterin hat Michaela Konietzka mit Bravour gemeistert – der neue Teilnehmerrekord und die Hochstimmung unterstreichen den Erfolg. „Im Verlauf des Zugs gab es keine großen Lücken, der Zug geriet nicht ins Stocken und der Ablauf war störungsfrei“, so Zugleiterin Michaela Konietzka. „Entlang der gesamten Strecke herrschte ausgelassene Stimmung: Die Menschen sangen, tanzten, machten Selfies und machten die Parade zu einer bunten Partymeile“, resümierte Konietzka. Gerade Kinder durften sich über volle Taschen freuen, denn es wurde deutlich mehr Wurfmaterial unter die Menschen gebracht. Traditionsgemäß wurde das Lied „Der Mond von Wanne-Eickel“ (Friedel Hensch und die Cyprys) besonders gerne und häufig angestimmt. Musikalisch allgegenwärtig war auch wieder das Stimmungslied „Wackelkontakt“ von Oimara. Auffällig: Statt bekannten lokalen Kirmesliedern waren häufig computergenerierte Stücke zu hören. „Am Kirmesplatz hat sich der Festumzug um 13.55 Uhr reibungslos und ohne Stau aufgelöst“, so Konietzka, die die gute Zusammenarbeit mit der Polizei hervorhob. Für die notwendigen Absperrungen an der Strecke sorgten neben dem Team der städtischen Bauhöfe auch die Schausteller, die ihre Sattelzüge, Transporter sowie kleinen und großen Lkw in die Nebenstraßen der Hauptstraße stellten, damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des „Cranger Lindwurmes“ kreuzen konnte.

Beim großen Schaulaufen vor der Ehrentribüne am Buschmannshof in Wanne-Mitte verfolgte unter anderem OB Dr. Frank Dudda mit Gästen die „Cranger Parade“, die Oliver Grabowski (Radio Herne) moderierte und feststellte: „So voll war es nie!“ Unterstützung erhielt er von Julia Brächter, der neuen Vorsitzenden des Herner Stadtsportbundes, die ganz in Weiß gekleidet vom Wagen des Schwimmverein Neptun herabstieg und sich die Vorstellung ihrer Sportlerinnen und Sportler mit ihrem umzugserfahrenen Vorgänger Hans Peter Karpinski teilte. Zum zweiten Mal begleitete die WAZ den Umzug vor der Tribüne mit einer frei empfänglichen Live-Sendung.

Jury zeichnet „Wolle auf Crange“ und BSV Holthausen aus

Sieger bei den Fußgruppen: Hier setzte sich in den Augen der Jury eindeutig BSV Holthausen mit seinen phantasievollen Kostümen durch (Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann)

Die dreiköpfige Jury mit Cordelia Neige, Bereichsleiterin im Büro für Gleichstellung und Vielfalt, Schausteller Ingo Bauermeister (Willy der Wurm, Sieger Crange-Award für 2024) und Jochen Schübel (Pressestelle Cranger Kirmes) nahm alle genau in Augenschein und wählte die attraktivsten und originellsten Festwagen und Fußgruppen aus. Kreativ, ideenreich und mit ganz viel Herzblut zeigten die Vereine und Organisationen, wie bunt und vielfältig das Vereinsleben ist. Viele Gruppen griffen wieder das Thema des diesjährigen Kirmesplakats „Die galaktische Cranger Kirmes“ auf – häufig unter Rückgriff auf Bilder, die mit KI generiert wurden. „Überraschend war der Wagen von Sontowski-Reisen, der den Umzug filmte und live auf einem Bildschirm am Wagen abspielte, sodass die Jury sich selbst sehen konnte“, berichtet Jochen Schübel.

Nach Abwägung der Leistung und Beratung fiel die Wahl bei den Festwagen einstimmig auf den KSC Herne 13 mit seinem an Wolfgang Petry angelehnten Motto „Wolle auf Crange, Wahnsinn trifft Kirmes“. Auf den zweiten Platz schafften es die Wanner Mädels und Jungs mit dem Motto „Crange ist nur einmal im Jahr“. Der dritte Platz ging an die Stadt Herne – Fachbereich 12-Ausbildung, die „Offene Türen für Talente“ hatte. Bei den Fußgruppen setzte sich in den Augen der Jury eindeutig der BSV Holthausen durch. Den zweiten Platz belegten die „Engel ohne Grenzen“, die als kosmische Helfer in der „Mission Kinderlachen“ unterwegs waren. Die „Showtanzgruppe Herne ’87“ tanzte „Über die Milchstraße zur galaktischen Cranger Kirmes“ und landete mit Ihrem Auftritt auf dem dritten Platz.

Beide Sieger erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Eine willkommene Prämie, die zumeist in einen ausgedehnten Bummel über den Kirmesplatz re-investiert wird.

Ehrenpreis für den Löschzug Eickel mit Jacques Tillys Respektwagen

Ein besonderer Hingucker war der Mottowagen des berühmten Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly mit den Figuren einer Polizistin, eines Sanitäters und eines Feuerwehrmannes. Der Wagen fuhr anlässlich des 150-jährige Bestehens des Löschzuges Eickel der Feuerwehr Herne mit und erhielt als Zeichen für Respekt und Wertschätzung gegenüber Einsatzkräften viel Applaus – Crange ist eben Liebe. Der Jury war diese Gemeinschaftsaktion einen Ehrenpreis in Höhe von 300 Euro wert.

In diesem Jahr vergab die Jury einen Ehrenpreis. Ausgezeichnet wurde der Löschzug Eickel der Feuerwehr Herne, der für den Einsatz von Jacques Tillys Respektwagen viel Zuspruch bekam (Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann)

Siegerehrung bei „Treff im Zelt“

Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen erfolgt am Montag, 10. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle. Durch den bunten Abend führt Peter Großmann, bekannt als Sportmoderator aus dem ARD-Morgenmagazin. Die Veranstaltung ist zugleich ein herzliches Dankeschön an rund 1.000 engagierte Ehrenamtliche aus Herne und Wanne-Eickel. (PM/Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann)

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
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