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Tommy Tabor, MdA (AfD): „Bürger in Spandau haben ein klares Zeichen für Vernunft und bürgernahe Politik gesetzt“
Tommy Tabor (Foto: Frank Pfuhl)
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Tommy Tabor, MdA (AfD): „Bürger in Spandau haben ein klares Zeichen für Vernunft und bürgernahe Politik gesetzt“

Der AfD-Politiker Tommy Tabor aus dem Bezirk Spandau gehört seit 2017 dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Er ist Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Fachpolitischer Sprecher für Bildung, Jugend und Familie. Wir sprachen mit ihm.

HAUPTSTADTECHO: Wie bewerten Sie das Wahlergebnis in Spandau aus Sicht Ihrer Partei?

Tommy Tabor: „Die AfD Spandau zieht nach dem Wahlsonntag ein positives und kämpferisches Fazit. Während das Berliner Gesamtergebnis durch den Erfolg der Linkspartei einen besorgniserregenden Linksruck zeigt, haben die Bürger in Spandau ein klares Zeichen für Vernunft und bürgernahe Politik gesetzt. Wir haben im Bezirk massive Gewinne erzielt und uns endgültig als entscheidende politische Kraft im Berliner Westen etabliert.

Ein historischer Erfolg ist Andreas Otti im Wahlkreis Spandau 2 gelungen: Mit 23,8 Prozent der Erststimmen hat er das Direktmandat für das Abgeordnetenhaus geholt und die Kandidaten der Altparteien, Ersin Nas (CDU) und Raed Saleh (SPD), hinter sich gelassen. Auch bei den Zweitstimmen wurde die AfD dort mit 23,3 Prozent stärkste Kraft. Andreas Otti wird die Interessen der Spandauer ebenfalls wie ich künftig mit starker Stimme im Landesparlament vertreten.

In meinem Wahlkreis Spandau 1 war es ein äußerst knappes Rennen. Mit 22,8 Prozent der Erststimmen haben mir am Ende nur 80 Stimmen zum Direktmandat gefehlt. Dennoch ist dieses Ergebnis ein großer Erfolg – zumal die AfD bei den Zweitstimmen mit 22,5 Prozent auch hier stärkste Partei geworden ist. Über die Landesliste, Platz 8, ziehe ich trotzdem ins Abgeordnetenhaus ein. Dafür danke ich allen, die mich unterstützt haben.

Kritisch blicke ich auf den Wahlkreis Spandau 5 mit Kladow, Gatow und Wilhelmstadt. Trotz zahlreicher politischer Verfehlungen und gebrochener Versprechen auf Landesebene wurde Kai Wegner (CDU) dort mit über 31 Prozent erneut direkt gewählt. Viele Wähler im Spandauer Süden scheinen ein erstaunlich dickes Fell gegenüber den Fehlern der CDU-Führung zu haben. Die deutlichen Verluste der Christdemokraten im gesamten Bezirk zeigen aber, dass die bürgerliche Basis abwandert und sich der AfD zuwendet.

Mit großer Sorge sehe ich das Berliner Gesamtergebnis, bei dem die Linkspartei stadtweit als Sieger hervorging. Dass eine Partei erfolgreich ist, in deren Reihen und Umfeld im Wahlkampf wiederholt antisemitische Töne und offener Judenhass toleriert oder sogar artikuliert wurden, ist ein Tiefpunkt für die politische Kultur unserer Stadt. Dass sich auf der Wahlparty der Linken auch arabische Clan-Chefs tummelten, spricht Bände.

Tommy Tabor (Foto: Frank Pfuhl)

Für uns als AfD Berlin und besonders für den Bezirksverband Spandau gilt eine unumstößliche Haltung: Judenhass und jede Form von Antisemitismus sind für uns ein Ding der Unmöglichkeit und werden zutiefst abgelehnt. Wir stehen für den Schutz jüdischen Lebens und die Verteidigung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Mit künftig 12 Sitzen im Rathaussaal und dem Anspruch auf zwei Stadtratsposten (inkl. stellv. Bürgermeister) in der Bezirksverordnetenversammlung haben wir in Spandau ein starkes Fundament. Eine Fortsetzung der bisherigen Politik wird es gegen uns nicht geben. Sollte es erneut zu undemokratischen Entscheidungen wie in den letzten fünf Jahren kommen und die von den Spandauer Bürgern gewählten AfD-Stadtratsposten nicht berücksichtigt werden, wäre das ein weiteres Fanal und würde das Vertrauen in die Politik weiter beschädigen.

Ich danke allen Wählerinnen und Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen sowie unseren hochmotivierten Mitgliedern, Kandidaten und freiwilligen Helfern, die diesen Erfolg im Straßenwahlkampf möglich gemacht haben.

Das Ergebnis ist für uns kein Ruhekissen, sondern der Startschuss. Wir geben weiterhin alles, sachlich und kämpferisch in der parlamentarischen Arbeit, präsent auf der Straße – für unsere Heimat und für die Bürger von Spandau“.

HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.

Text: Volker Neef

Foto: Frank Pfuhl

VO
Volker Neef
Redaktion HauptstadtEcho
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