Die Arabische Republik Ägypten begeht ihren Nationalfeiertag jährlich im Juli. Er erinnert an den Sturz der Monarchie und die Ausrufung der Republik im Jahre 1952. Aus diesem Anlass luden der Generalkonsul der Arabischen Republik Ägypten in Frankfurt am Main, Seine Exzellenz Herr Amin Hassan, und seine Gattin zu einem Empfang in die malerische gelegene Residenz südlich des Maines ein.

Herr Generalkonsul erinnerte in seinen Begrüßungsworten nicht nur an den Anlass des Nationalfeiertages, sondern auch an die seit 73 Jahren bestehenden diplomatischen Beziehungen seines Landes zu Deutschland. Ägypten sei ein sehr wichtiger Partner für Deutschland in Arabien, und Deutschland sei ein sehr wichtiger Partner für Ägypten in der EU. Die beiderseitigen Beziehungen seien intensiv: Nicht nur habe der Bundespräsident im vergangenen Jahr Ägypten besucht, vielmehr gebe es auch zahlreiche Begegnungen zwischen Regierungsmitgliedern beider Seiten. Der aktuelle Empfang stehe nicht nur im Zeichen des gleichzeitig stattfinden Fußballspieles zwischen Ägypten und Argentinien, vielmehr wolle er ihn auch zum Anlass nehmen, Hessen zum 80jährigen Bestehen zu gratulieren. Näher ging der Generalkonsul auf die vielfältigen Aspekte des bilateralen wirtschaftlichen Austausches ein, dabei spiele auch der Tourismus eine sehr bedeutende Rolle. Eine wichtige Rolle in Deutschland spielten ferner die hier lebenden Ägypter. In seinem Konsularbezirk (Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland) seien es allein 34.000. Von großem Wert sei auch die seit 1979 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Kairo, die vielfältige Aktivitäten entfalte. Eine für die vielen Anwesenden allerdings eher betrübliche Mitteilung hatte der Generalkonsul am Ende seiner Rede parat: Seine Amtszeit in Frankfurt ende im kommenden Monat.

Die Glückwünsche für die Hessische Landesregierung überbrachte Frau Karin Müller, Staatssekretärin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung. Sie wies auch die bedeutende Brückenfunktion Ägyptens in Kultur und Geschichte hin. Für Hessen sei die Expertise Ägypten sehr bedeutend- Auch in Fragen der Weltpolitik sei Ägypten ein sehr wichtiger Kooperationspartner. Sie dankte Herrn Generalkonsul herzlich für seine so engagierte Arbeit am Standort Frankfurt.
Zu Wort kam ferner Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef, sehr naheliegend gerade auch im Hinblick auf die durch den Generalkonsul bereits angesprochene Städtepartnerschaft, übrigens Frankfurts erste nicht-europäische Städtepartnerschaft. In den fast fünf Jahrzehnten wurden unzählige Einzelprojekte des freundschaftlichen Austausches durchgeführt. Nur einige Beispiele: In Frankfurt fährt die „Städtepartnerschaftsbahn“, ein U-Bahn-Wagen im Kairo-Design. In Kairo erinnert der „Frankfurt Garten“ an die Verbindung; oder auch deutsch-ägyptische Jugendbegegnung der Evangelischen Kirche Dreieich und ebenfalls Ägyptisches Kulturfest in Frankfurt am Main.

In seiner Rede ging der Oberbürgermeister zunächst auf die bedeutenden zwischen beiden Ländern bestehenden beachtlichen Wirtschaftsbeziehungen ein und auch darauf, dass deutsche Touristen eine herausragende Rolle bei den Besuchern Ägyptens spielten.
Natürlich spielte auch die genannte Partnerschaft eine wesentliche Rolle in seiner Rede, neben dem Jugendaustausch auch ein Hinweis auf die Übertragung der feierlichen Eröffnung des Grand Egyptian Museum (GEM) in Gizeh durch das Archäologische Museum Frankfurt. Vor allem aber dankte auch der Oberbürgermeister dem Generalkonsul herzlich, für die ausgesprochen engagierte Arbeit in Frankfurt und für die so vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mit einem „Get-together“ bei ägyptischen Delikatessen klang die gelungene Feier aus, eingetrübt ein wenig allerdings durch den Umstand, dass im Fußball (es gab eine Live-Übertragung) Ägypten trotz Führung noch knapp gegen Argentinien verlor.
Text/Foto: RRB