Der Preis für Schauspielkunst des 22. FESTIVAL DES DEUTSCHEN FILMS LUDWIGSHAFEN AM RHEIN geht im Jahr 2026 an Christian Redl. Damit würdigt das Festival in diesem Jahr wieder drei außerordentliche SchauspielerInnen mit der renommierten Auszeichnung. Im Zusammenhang mit der Preisverleihung wird der Film „Mein ist der Tod“ aus der Reihe „Spreewaldkrimi“ gezeigt.
„Wenn man Christian Redl in einer der Inszenierungen von Claus Peymann oder Peter Zadek in den 80er Jahren auf der Bühne erlebte, ahnte man schon damals, welche Urgewalt er als Schauspieler entfalten kann. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis das Fernsehen und Kino ihn entdeckten. Ein Blick von Christian Redl erzählt mehr über die Abgründe eines Menschen als tausend Texte. In zahlreichen Filmen glänzte er stets aufs Neue mit seiner großen Leinwandpräsenz, unter anderem auch in der herausragenden ZDF-Reihe „Spreewaldkrimi“, die er 20 Jahre lang mit seiner Rolle des Kommissar Krüger prägte. Wir freuen uns sehr, ihm aus Anlass der Premiere seines letzten „Spreewaldkrimis“ mit dem Preis für Schauspielkunst auszuzeichnen“, sagte Festivalintendant Dr. Michael Kötz.
Christian Redl, am 20. April 1948 in Schleswig geboren, besuchte die Schauspielschule in Bochum und erhielt seine ersten Engagements an Bühnen in Wuppertal, Frankfurt, Bremen. Von 1980 bis 1993 zählte Christian Redl zum Ensemble des Schauspielhauses Hamburg, wo er Hauptrollen in zahlreichen Inszenierungen von Claus Peymann, Luc Bondy, Wilfried Minks und Peter Zadek spielte. Es folgten Engagements an den Hamburger Kammerspielen und dem St. Pauli Theater Hamburg.
1987 markierte der Kinofilm „Sierra Leone“ den Beginn seiner TV- und Leinwand-Karriere. 1991 wurde Christian Redl für seine Hauptrolle in Bernd Schadewalds Fernsehfilm Hammermörder mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zahlreiche weitere Kino- und Fernsehfilme folgten. Unter anderem: „Das Trio“ (Regie: Hermine Hundtgeburt Huntgeburth), „Leah“ (Regie: Ivan Fila), „Tattoo“ (Regie: Robert Schwendtke), „Krabat“ (Regie: Marco Kreuzpainter), „Der Rosenmörder“ (Regie: Matti Geschonneck), „Späte Rach“e Rache“(Regie: Matti Geschonneck), „Nachtschicht-Vatertag“ (Regie: Lars Becker), „Als der Fremde kam“ (Regie: Andreas Kleinert), „Tod in der Eifel“ (Regie: Johannes Grieser). Für „Marie Brand und die offene Rechnung“ (Regie: Florian Kern) erhielt Christian Redl 2012 von der Deutschen Akademie für Fernsehen den Preis als Bester Schauspieler. Seit 2006 ist Christian Redl zudem regelmäßig als Kommissar Krüger in den Spreewald Krimis zu sehen.
Neben seinen Arbeiten für Theater und Film hat Christian Redl auch eine Reihe von musikalischen Programmen produziert. So hat er 2003 etwa Gedichte und Balladen von Francois Villon bearbeitet und eingespielt. 2005 erscheint „Das wilde Herz“, sein erstes Album mit eigenen Liedern. 2010 entsteht in Zusammenarbeit mit dem Musiker Vlatko Kucan „Die Blumen des Bösen“, ein musikalischer Baudelaire-Abend, mit dem die beiden seit 2012 auf Tour sind. Auch an der vorliegenden Produktion ist Vlatko Kucan als künstlerischer Produzent, Arrangeur und Musiker beteiligt. Das Album Sehnsucht erscheint 2014 als CD und als limitierte Vinyl / CD-Ausgabe bei Goldbek Rekords. Im Herbst 2016 folgte mit Louise das neu eingespielte Album, auf dem Christian Redl mit seiner Band die Texte von François Villon vertont hat.
Christian Redl lebt in Hamburg.
Die Preisverleihung findet am Mittwoch, den 26. August 2026 statt. Im Anschluss präsentiert das Festival den Film „Mein ist der Tod“ – mit Christian Berkel in seiner Paraderolle als Kommissar Krüger. Die Laudatio hält Festivalintendant Dr. Michael Kötz.
Der Preis für Schauspielkunst geht traditionell an herausragende Persönlichkeiten der Schauspielkunst. Er betont die Bedeutung derer, die dem deutschen Film ein Gesicht geben und die dabei nicht nur für Glamour sorgen, sondern vor allem als wichtige Künstlerinnen und Künstler anzusehen sind.

Die bisherigen Preisträger und Preisträgerinnen:
Hanna Schygulla (2005)
Klaus Maria Brandauer (2006)
Katja Riemann (2007)
Nina Hoss / Devid Striesow (2008)
Hannelore Elsner (2009)
Moritz Bleibtreu (2010)
Andrea Sawatzki (2011)
Sandra Hüller / Otto Sander (2012)
Bruno Ganz (2013)
Anna Loos / Jan Josef Liefers (2014)
Corinna Harfouch / Mario Adorf (2015)
Maria Furtwängler / Ulrich Tukur (2016)
Martina Gedeck / Matthias Brandt (2017)
Iris Berben (2018)
Bjarne Mädel / Julia Koschitz (2019)
Ulrich Matthes / Claudia Michelsen (2021)
Verena Altenberger / Anne Ratte-Polle (2022)
Axel Milberg / Justus von Dohnányi (2023)
Christoph Maria Herbst / Joachim Król / Liv Lisa Fries (2024)
Rainer Bock / Uwe Ochsenknecht (2025)
Ein Festival für alle
Ein Festival wie kein anderes. Mit über 130.000 Besuchern auf der Parkinsel Ludwigshafen am Rhein. Ein Ort der Begegnung von Publikum, Stars und Branche. Ein Filmfestival der neuen Art unter freiem Himmel und in Kinozelten mit über 1.000 Plätzen inmitten einer idyllischen Parklandschaft am Ufer des Rheins, 19 Tage lang im Spätsommer – vom 19. August bis 6. September 2026.
Text: Felix Neunzerling
Fotos: Arthur Bauer / FDDF; Foto: Jim Rakete