Mit einer über 100 Jahre alten Glocke – Auch Pferdemarkt, Einzug der Fahnenabordnungen oder die Kirmesorgel stehen für Nostalgie pur
Nostalgie, Tradition, Kult: Drei Eckpunkte, die in jedem Jahr unverrückbar mit der Cranger Kirmes in Herne verbunden sind. In dieser Saison wurde die Tradition ein wenig verjüngt und der Kult ausgebaut – mit dem erstmals viertägigen Pferdemarkt und mit der Premiere der Kirmesglocke. Am 6. August hatte man das größte Volksfest in Nordrhein-Westfalen eröffnen. Am 16. August endet die Cranger Kirmes.

Fahne der Europäischen Schaustellerunion im Cranger Festzelt (Foto: Volker Neef)
Kultig ist zur offiziellen Kirmeseröffnung, traditionsgemäß immer am ersten Freitag im August, der Einmarsch der Schaustellervereine aus dem gesamten Bundesgebiet – von Flensburg bis Passau. Immer am Schluss: die Schaustellervereinigung Herne, am 7. August mit Fahnenträger Marc Lichte. Als er seinen Platz im Cranger Festzelt erreicht hatte, schlug Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), ein neues Cranger Kirmes-Kapitel auf. Er bat Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda auf die Bühne, der die Kirmesglocke mit drei Schlägen bediente und somit erstmals die Cranger Kirmes einläutete. Geschmückt war die über 100 Jahre alte Glocke übrigens mit der ehemaligen Wanne-Eickeler und der neuen Herner Stadtfahne.

Dr. Frank Dudda (li.) und Albert Ritter (Foto: Volker Neef)
Großes Lob erntete das Ehepaar Rosi und Wilm Grätsch für „die grandiose Neuinszenierung des Pferdemarkts“, so Frank Dudda. Die traditionelle Veranstaltung, immer am Donnerstag vor der offiziellen Eröffnung, wurde erstmals auf vier Tage ausgedehnt und mit einem Mittelaltermarkt mit Gauklern, Zauberern, Musikanten und Händlern sowie spektakulären Ritterspielen verknüpft. Die Betreiber des Reiterhofes „Gut Steinhausen“, Nahe des Kirmesplatzes, hatten dafür ihr Gelände mit prächtigen Bauten ins Mittelalter versetzt.
Traditionell einen festen Platz auf Crange hat die nostalgische Konzertorgel der Schwerter Schaustellerfamilie Schäfer, erbaut im Jahr 1904, die auch schon auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz die Blicke auf sich zog.

Ein echtes Schmuckstück: die Schäfer-Kirmesorgel (Foto: Isabel Diekmann / Stadtmarketing Herne)
Kirmesorgel und -glocke, Schaustellerfahnen und Pferdemarkt – nur vier von vielen Bespielen, warum in diesem Jahr die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das bundesweite Verzeichnis „Immaterielles Kulturerbe“ aufgenommen wurde. (PM/Fotos: Volker Neef; Isabel Diekmann / Stadtmarketing Herne)