Vom 1991 geborenen Autor Gergő Papp stammt das Werk „Der Sturz Orbans–Wie eine neue Bewegung ein politisches System wegfegte““. Gergő Papp lebt in Budapest und arbeitet als politischer Stratege. Sein Schwerpunkt liegt auf Oppositionskampagnen. In den letzten 10 Jahren war er auch als Berater für Wahlkämpfe tätig.
Für Deutsche war Ungarn immer etwas Besonders in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Fall des Eisernen Vorhangs. 1956 schlug die UdSSR zusammen mit anderen Ostblockstaaten den Freiheitswillen der Ungarn blutig nieder. Man geht davon aus: Es gab 2.500 Tote und über 20.000 Verwundete. Für DDR-Bürger war es ein Privileg, den Urlaub am Plattensee oder anderen ungarischen Orten verbringen zu dürfen. Teuer war es auf jeden Fall für Gäste aus der DDR. Kein Ostblockland kam an den gehobenen Lebensstandard der Ungarn heran. Westdeutsche sprachen permanent vom „Gulasch-Kommunismus“. Die Metapher Apfel war auch bekannt! Man war nach außen hin kommunistisch ROT. Im inneren aber schön kapitalistisch WEISS. Hätte die ungarische Regierung im Sommer 1989 nicht die Grenzzäune für Bürger aus der DDR geöffnet, wer kann schon wissen, ob es die friedliche Revolution in der DDR, später in anderen Ostblockstaaten, je gegeben hätte?

Von 1998 bis 2002 und dann nochmals von 2010 bis zum April 2026 war Viktor Orbán Ministerpräsident von Ungarn. Zugleich war er Vorsitzender der Fidesz-Partei. Am 12. April 2026 gelang Ungarn, was viele in Europa lange für unmöglich hielten: Nach mehr als fünfzehn Jahren wurde das illiberale Machtsystem von Viktor Orbán demokratisch abgewählt. Der Mann, der ihn besiegte, Péter Magyar, war nur zwei Jahre zuvor selbst Teil dieses Systems. „Der Sturz Orbáns – Wie eine neue Bewegung ein politisches System wegfegte“ erzählt die Insidergeschichte dieses politischen Umbruchs und warum diese politische Umwälzung weit über Ungarn hinaus Bedeutung hat. Der politische Stratege Gergő Papp, selbst an Oppositionskampagnen beteiligt, erzählt in diesem Buch eine zutiefst europäische Geschichte: Von einem Regime, das in Brüssel über ein Jahrzehnt mit wachsender Sorge beobachtet wurde, Entscheidungen innerhalb der Europäischen Union und der NATO immer wieder blockierte und von vielen Regierungen in Berlin, Wien und darüber hinaus längst als politisch dauerhaft angesehen wurde.
Mit einer neuen, emotional direkten und auf soziale Medien zugeschnittenen Kommunikationsstrategie gewann die Opposition nicht nur die Wahl – sie veränderte die Regeln politischen Machtwechsels in Mitteleuropa. Für deutschsprachige Leser ist dieses Buch ein seltener Blick in den Maschinenraum eines politischen Systems, das lange als unangreifbar galt und der Beweis, dass auch autoritäre Machtstrukturen demokratisch überwunden werden können. Das Buch ist Analyse, Chronik und Handbuch zugleich.
Das Werk des Autors Gergő Papp „Der Sturz Orbans-Wie eine neue Bewegung ein politisches System wegfegte“ umfasst368 Seiten. Es ist im „wahrheitsperlen verlag“ zu Kempten im Juni erschienen. Im deutschen Buchhandel kostet das Buch 24 Euro.
ISBN 978-3-9827867-9-7.
Text: Volker Neef
Fotos: wahrheitsperlen verlag; Udo Horn