Es soll hierzulande glücklich verheiratete Ehepaare geben, die seit Jahrzehnten wie Pech und Schwefel zusammenhalten.
Bei zwei Themen können-angeblich- große Diskussionen aufkommen. Das ist zum einen die Frage: Wo fahren wir nächstes Jahr in den Urlaub hin? Der zweite Diskussionspunkt kommt dann im Fachgeschäft für Tapeten oder im Baumarkt auf! Da stellt sich die Frage: Welche Tapeten kaufen wir für welches Zimmer? Oder einer der Ehepartner besteht auf Putz statt auf Tapeten.
Ob man in Italien im 14. Jahrhundert auch schon über „Tapeten oder Putz“ debattiert hatte? Zu dieser Zeit zeigten Adelige und reiche Kaufleute erstmals ihren Gästen bekleisterte Papiere an den Wänden.
Wer sich an Tapeten sattsehen möchten, besucht das Deutsche Tapetenmuseum in Kassel. Die riesige Sammlung umfasst ca. 23.000 Objekte. Man kann eine 500 Jahre alte Goldleder-Tapete betrachten, ebenso topaktuelle Vliesmuster. Die Experten des Deutschen Tapetenmuseums begutachten auch Tapeten von Schlössern und staatlichen Einrichtungen.
Tapetenfabrikanten und Tapetenhändler gründeten am 30. Juni 1923, heute vor 103 Jahren, das Deutsche Tapetenmuseum. Momentan ist es dauerhaft geschlossen.
Es soll ab Herbst 2027 sich in viel größerem Ausmaß den Besuchern öffnen. Im Gebäude des ehemaligen Hessischen Verwaltungsgerichtshofs am Brüder-Grimm-Platz in Kassel wird das Deutsche Tapetenmuseum dann seinen Museumssitz haben.
Text: Volker Neef
Foto: Frank Pfuhl