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28. Januar 2026Dr. Christoph Heusgen erneut zu Gast im „korrespondenten.cafe“
Ewald König (li.) und Christoph Heusgen (Foto: Volker Neef)
Der Journalist Ewald König gründete vor 7 Jahren das „korrespondenten.cafe“. Der gebürtige Wiener begrüßte am 26. Januar im „korrespondenten.cafe“ in Berlin-Mitte zum vierten Mal Christoph Heusgen.
In Düsseldorf kam Christoph Heusgen 1955 zur Welt. Man kennt und schätzt ihn als politischen Beamten und Diplomaten. Er studierte an der Universität St. Gallen in der Schweiz, dem Georgia Southern College in den USA und an der Sorbonne in Paris. Er promovierte an der Universität St. Gallen. Dort war er später als Honorarprofessor tätig.
Dr. Christoph Heusgen trat im Jahr 1980 in den Auswärtigen Dienst ein. Nach Stationen im deutschen Konsulat in Chicago in den USA und der deutschen Botschaft in Paris wurde er 1988 zum Persönlichen Referenten des Koordinators für Deutsch-Französische Zusammenarbeit ernannt. Von 1993 bis 1997 arbeitete er im Ministerbüro von Außenminister Klaus Kinkel (FDP). Anschließend übernahm er für zwei Jahre die Leitung der Unterabteilung Europa im Auswärtigen Amt in Berlin.

Er war ab 2005 außen- und sicherheitspolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei den Vereinten Nationen in New York war er von 2017 bis 2021 der Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland. Von 2022 bis 2025 leitete Christoph Heusgen die Münchener Sicherheitskonferenz. Die zahlreichen internationalen Medienvertreter vernahmen von ihm beispielsweise: „Aktuell stehen bei uns die Themen Venezuela, Grönland, ICE in den USA im Fokus. Eine Schlussfolgerung lautet: Die Partnerschaft mit den USA, die jahrzehntelang galt, ist vorbei“. Dr. Heusgen konnte auch berichten, er habe Jared Kushner getroffen. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump war einst als Immobilienentwickler tätig. Jetzt ist er im Einsatz als Berater und Sonderbeauftragter seines Schwiegervaters. Jared Kushner betonte im Gespräch mit dem deutschen Diplomaten, im Vordergrund steht das Business. „Geschäftsleute handeln und verhandeln anders als Diplomaten“, so Christoph Heusgen. „Angela Merkel hatte in ihrer Amtszeit früh erkannt: Wir können uns auf die USA nicht mehr verlassen“. Mitten in Europa tobt ein Krieg. Der Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine geht im Februar ins 4. Jahr. Russland ist in diesem Krieg bereits länger involviert als in der Zeit des Zweiten Weltkriegs der Kampf gegen Hitlerdeutschland gedauert hatte. „Putin glaubt nach wie vor, er sitzt am längeren Hebel, was den Angriffskrieg auf die Ukraine angeht. Putin weiß, wie er Trump nehmen muss. Wir alle konnten ja Anfang Januar im Südwesten von Berlin erleben, was es heißt, ohne Strom zu sein. Nach knapp drei Tagen gab es wieder Strom im Berliner Südwesten. Stromausfall ist sozusagen Alltag für die Bevölkerung in der Ukraine. Die Situation in Russland ist nicht so rosig, wie Putin es gerne darstellt. Das russische Wirtschaftswachstum ist minimal, zudem gibt es Probleme bei der Rekrutierung“.
Der Westen muss sich von einer Idee lösen, nämlich der, das China mäßigend in den russischen Angriffskrieg eingreifen wird. „China liefert zwar keine Waffen an Russland, man liefert hingegen aber allerlei Bauteile“. Diese Bauteile kann die russische Industrie durchaus verwenden zur Produktion von Waffen. Man dürfe auch nicht übersehen: „Die Provokationen und die Aggressivität Chinas gegenüber Taiwan steigen täglich“. Die Idee von Donald Trump, einen Friedensrat zu gründen ist doch in Wahrheit folgendes: „Der Friedensrat ist ein frontaler Angriff auf die Vereinten Nationen. Es gibt zu den Vereinten Nationen keine Alternative“. Die Lage für die EU sieht gar nicht so düster aus. Allerdings muss die EU sich geschlossen darstellen, „dann kann die EU im Block der Großen mitspielen“.
Der Spitzendiplomat hätte sein Wissen und seine Einschätzungen noch mehrere Stunden den internationalen Journalisten mitteilen können. Die Zeit lies das nicht mehr zu. Ewald König konnte dem Referenten aber das Versprechen abringen, er kommt gerne nochmals zu Besuch ins „korrespondenten.cafe“. Das wäre dann der 5. Besuch von Dr. Heusgen. Ohne Hellseher zu sein, darf behauptet werden: Dieser Referent ist so begehrt bei den Medienvertretern, das selbst der fünfte Besuch noch nicht der letzte gewesen sein wird.
Text/Foto: Volker Neef























