Dass die Digitalisierung unserer Alltagswelt rasant voranschreitet, erleben wir Tat für Tag, ob es uns nun gefällt oder nicht.
Einen wirtschaftlich bedeutenden Bereich stellt dabei der sogenannte „E-Commerce“ dar. E-Commerce (elektronischer Handel oder Onlinehandel) bezeichnet den Kauf und Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet. Das umfasst nicht nur klassische Onlineshops, sondern auch digitale Marktplätze, Buchungsportale und Apps. Und, wie überhaupt im Bereich der Digitalisierung, ist hier die Entwicklung in China besonders rasant. Der E-Commerce in China ist der weltweit größte und am schnellsten wachsende digitale Einzelhandelsmarkt mit einem Umsatz von fast 3,5 Billionen US-Dollar und rund 976 Millionen aktiven Online-Käufern. Dabei erfolgt der Großteil aller Einkäufe direkt über das Smartphone und mobile Bezahldienste wie Alipay oder WeChat Pay. Und dies am Rande: Viele Chinesen lassen sich sogar das Mittagessen auf diesem Wege nach Hause liefern: Auch der chinesische Markt für Essensbestellungen und On-Demand-Lieferdienste ist weltweit führend in puncto Geschwindigkeit, Preisgünstigkeit und Vielfalt. Essen, Lebensmittel und Alltagsartikel werden in Großstädten meist innerhalb von 15 bis 45 Minuten direkt an die Haustür geliefert.

So dominieren heute Chinesische E-Commerce-Plattformen sowohl den heimischen Markt in China als auch zunehmend den globalen und deutschen Handel.
Vor diesem Hintergrund wird plausibel, dass ein „Sino-EU E-Commerce e.V.“ in Frankfurt am Main von Mitgliedern der großen chinesischen Community gegründet wurde mit zwei chinesischen Damen als Vorstand: Frau Liz Xuemei und Frau Liu Ziyuan. Man verbindet chinesische Unternehmen, deutsche Unternehmen, europäische Plattformen und Institutionen.

Und gemeinsam mit einem der chinesischen „E-Commerce Riesen“, nämlich AliExpress, hatte man am 27. Oktober zu einer großen Präsentationsveranstaltung in Frankfurts größtem Chinarestaurant eingeladen. Es ist das Restaurant „Gourmet City“. In Hessen war der Besucherandrang groß: Viele in E-Commerce involvierte Mitglieder der chinesischen Community waren anwesend, aber auch deutsche und europäische Interessenten, unter anderen Herr Vize-Präsident Bertram Roth von der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur FrankfurtRheinMain oder auch von der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt Herr Stadtverordneter Haluk Yildiz.

Die Vorstellung von AliExpress erfolgte im Rahmen einer detaillierten Präsentation durch den für Entwicklung zuständigen Direktor Herrn Zhang Tao. AliExpress ist eine Online-Einzelhandelsplattform, auf der Unternehmen aus China ihre Produkte international für Käufer anbieten können. Die Plattform wurde 2010 gegründet und gehört zur Alibaba Group. AliExpress unterscheidet sich von Amazon, da das Unternehmen keinen physischen Kontakt mit den Produkten hat, sondern diese nur vermittelt und die notwendige Plattform bietet. Insofern lässt es sich eher ein wenig vergleichen mit Ebay.

Herr Direktor Zhang stellte zunächst sehr ausführlich die Rolle und konkreten Dienstleistungen seines Unternehmens im Rahmen der zahlreichen Unternehmen der großen Alibaba-Holding vor. In Deutschland habe man inzwischen mehr als 1 Million Kunden. Das Wachstum sei groß, so weise das Warenangebot jüngst eine Steigerung von 40 Prozent auf, 1500 neue Händler aus der EU seien hinzugekommen. Und im Anschluss an die Präsentation stellte sich Herr Direktor Zhang zu bilateralen Gesprächen zur Verfügung, und die Schlange der Wartenden wollte kaum enden.
Text: RRB
Fotos: RRB; Chinesische Handelszeitung – Huashangbao