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Einigung zwischen BVG und Verdi: Mehr Urlaub und mehr Wahlfreiheit 

(Foto: Frank Pfuhl)

BVG und Verdi einigen sich auf neuen Manteltarifvertrag 2026 ● Umfangreiches Gesamtpaket sorgt für deutliche Entlastung ● Wahlfreiheit zwischen mehr Urlaub oder mehr Geld für individuelle Lebenssituationen ● Weitere Schritte für moderne Arbeitszeitmodelle vereinbart ● Laufzeit von 48 Monaten bringt Stabilität für Mitarbeitende, Fahrgäste und Unternehmen 

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Gewerkschaft Verdi haben sich nach intensiven Verhandlungen im Rahmen der aktuellen Manteltarifverhandlungen auf ein umfangreiches und starkes Gesamtpaket für die rund 16.000 Mitarbeitenden verständigt.  

Die beschlossenen Maßnahmen sorgen schon 2026 für deutliche Entlastung bei den Mitarbeitenden der BVG, die täglich die Hauptstadt in Bewegung halten. Zudem wird die individuelle Wahlfreiheit der Arbeitnehmer gestärkt. Die BVGer haben die Möglichkeit, sich künftig flexibel zwischen mehr Urlaub oder mehr Geld zu entscheiden. Weiter wurde gemeinsam beschlossen, die Aktivitäten zur Arbeitszeitsouveränität fortzuführen und konkrete, zusätzliche und moderne Arbeitszeitmodelle zu erproben. 

„Mit diesem Abschluss setzen wir ein klares Zeichen: Arbeit ist wichtig, aber nicht alles“, fasst Jenny Zeller-Grothe, BVG-Verhandlungsführerin und Vorständin Betrieb und Personal, zusammen.  

(Foto: Volker Neef)

Das Gesamtpaket für mehr Entlastung und Wahlfreiheit 

Persönliche Wahlfreiheit zwischen mehr Freizeit oder mehr Geld 

  • Wahlmodell „Urlaub oder Geld“: bis zu 33 Tage Urlaub oder zusätzliches Gehalt. Ab 2027 bis 2029 ist jährlich ein zusätzlicher Urlaubstag möglich oder bis zu 1,35 Prozent mehr Gehalt. Die Wahl zwischen Urlaub oder Geld haben die Mitarbeitenden jährlich aufs Neue und können so flexibel und souverän je nach persönlicher Situation wählen.  
  • 2026 erhalten die Mitarbeitenden zusätzlich eine Einmalzahlung von 150 Euro  
  • 2026 wird für viele Beschäftigte zusätzlich eine Wahlmöglichkeit eingeführt, sich Mehrleistung auszahlen oder Zeit gutschreiben zu lassen. 
  • Ab 2027 erhalten die Mitarbeitenden jährlich 600 Euro Urlaubsgeld (plus 100 Euro gegenüber heute). 
  • Die Wahlmöglichkeit „Erhöhte Vollzeit“ wird verlängert. Damit können Mitarbeitende die Regelarbeitszeit von 36,5 bzw. 37,5 Stunden pro Woche auf bis zu 39 Stunden pro Woche mit entsprechender Entgeltsteigerung erhöhen. 

Deutliche Entlastung durch Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Schichtdienst 

  • Erhöhung der Mindestruhezeit auf 11 Stunden ohne Ausnahmen ab 2027 (bisher Ausnahmen von 10 Stunden möglich). 
  • Zusätzlicher Urlaub als Ausgleich für Nachtarbeit auf bis zu fünf Tage erhöht. 
  • Ausweitung der Wendezeit in der Nacht auf durchschnittlich sechs Minuten für alle Metrobus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Linien 
  • Erprobung einer gemeinsamen „Kommission Wendezeiten“ ab 2026 für weitere Verbesserungen. 

Neue Modelle und Ideen für erhöhte Arbeitszeitsouveränität 

  • Das Thema Arbeitszeitsouveränität für Mitarbeitende bleibt für beide Parteien zentral und wird weiter im gemeinsamen Fokus stehen. Zu den Themen: 

o   Gestaltung Arbeitszeit 

o   Weiterentwicklung Dienstplangestaltung 

o   Wahlmöglichkeiten zwischen Arbeitszeit, Entgelt und Urlaub 

werden die nach der Schlichtung 2025 begonnenen Aktivitäten gemeinsam fortgeführt. Das Ziel ist es, neue, praktikable Ansätze für die BVG zu ermitteln, unter gleichzeitiger Sicherstellung eines stabilen Betriebs für unsere Fahrgäste. 

Die Tarifparteien haben daher bewusst entschieden, dass zentrale Stellhebel zur Arbeitssouveränität eine kürzere Laufzeit bekommen, um so auch in den kommenden Tarifrunden daran Anpassungen vornehmen zu können. 

Zudem haben sich die Verhandlungsparteien darauf verständigt, ab Juli 2026 probeweise eine gemeinsame „Kommission Entgeltordnung“ einzuführen. 

Straßenbahn (Foto: Frank Pfuhl)

Lange Laufzeit sorgt für Stabilität 

Die Laufzeit des Manteltarifvertrags beträgt 48 Monate und gibt dem Unternehmen Zeit, die zahlreichen Verbesserungen für die Mitarbeitenden stabil umzusetzen und betrieblich gut vorzubereiten, ohne Auswirkungen auf Betrieb und Fahrgäste zu haben. Zur Umsetzung des Wahlmodell Urlaubs müssen beispielsweise zusätzlich neue Mitarbeitende eingestellt und ausgebildet werden.  

„Wir haben hart um sinnhafte Verbesserungen und deutliche Entlastungen gerungen. Am Ende steht ein starkes Gesamtpaket, das unsere Mitarbeitenden durch mehr Urlaub entlastet, noch bessere Arbeitsbedingungen schafft und viel Wahlfreiheit gibt. Gleichzeitig haben wir es geschafft, auch die wirtschaftliche und die Fahrgastperspektive nicht aus den Augen zu verlieren“, sagt Jenny Zeller-Grothe. 

BVG und Verdi haben in insgesamt sechs Verhandlungsrunden seit Januar 2026 einen neuen Manteltarifvertrag verhandelt. Dabei ging es um weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der rund 16.000 BVG-Mitarbeitenden und der BVG-Tochter Berlin Transport (BT). Erst vergangenes Jahr haben BVG und Verdi in Entgelttarifverhandlungen finanzielle Verbesserungen für die Mitarbeitenden beschlossen. 2025 wurde die Erhöhung der Gehälter der BVGer um bis zu 20 Prozent vereinbart. (PM/Fotos: Frank Pfuhl; Volker Neef)

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