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30. März 2026Katharina Concu (FDP): „Theater ist weit mehr als Unterhaltung“
Katharina Concu (Foto: Ptivat)
Katharina Concu (FDP) ist Bezirksverordnete in der BVV Steglitz-Zehlendorf. Die Liberale ist zudem Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultur. Sie kandidiert im Wahlkreis 1 in Steglitz-Zehlendorf für das Berliner Abgeordnetenhaus bei den Wahlen im September. Wir sprachen mit ihr über den „Welttag des Theaters“.
Am „Welttag des Theaters“ möchte man „die Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext“ unterstreichen. Ein international bekannter Theaterkünstler weist jeweils am 27. März am Sitz der UNESCO in Paris auf den hohen Stellenwert der Bühnenkunst hin. Im kleinen, lokalen Rahmen gedenken Theaterkünstler weltweit auch an den „Welttag des Theaters“ (World Theatre Day).
HAUPTSTADTECHO: Welchen Stellenwert hat für Sie der „Welttag des Theaters“?
Katharina Concu: „Die gesellschaftliche Wirkung der Künste ist unverzichtbar für Freiheit, Zusammenhalt und unser demokratisches Gemeinwesen. Daher sollte jeder Tag Welttag des Theaters sein“.
HAUPTSTADTECHO: Bitte führen Sie das näher aus.
Katharina Concu: „Theater ist weit mehr als Unterhaltung. Als zentraler Ort für die Demokratie schafft es Räume für Dialog zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert Perspektivwechsel und politische Teilhabe. Vielfalt, Kritik und Werte wie Toleranz werden hier unmittelbar erlebbar und stärken so den sozialen Zusammenhalt in unserer offenen Gesellschaft. Theater ist damit auch ein öffentliches Forum, das zur kritischen Auseinandersetzung beiträgt und demokratische Debatten lebendig hält“.
HAUPTSTADTECHO: Theater und Ihr Bezirk Steglitz-Zehlendorf, wie sieht es da konkret aus?

Katharina Concu: „In Steglitz haben wir das Glück, gleich zwei sehr unterschiedlich ausgerichtete, namhafte private Bühnen vor Ort zu haben: das Schlosspark Theater und das Zimmertheater Steglitz zeigen eindrucksvoll, wie erfolgreich Kultur sein kann, wenn künstlerische Leidenschaft, unternehmerischer Mut und gesellschaftliches Engagement zusammenwirken. Beide Häuser stehen beispielhaft für eine lebendige, bürgernahe Kulturlandschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vielfalt im Bezirk. Besonders bemerkenswert ist, dass beide Häuser ihren Spielbetrieb in hohem Maße eigenständig und erfolgreich am Markt gestalten – fernab großer Subventionen und mit einem klaren Blick für das, was die Menschen interessiert. Ihr Programm ist anspruchsvoll, zugleich aber nah am Publikum und nicht abgehoben. Damit zeigen das Schlosspark Theater und das Zimmertheater eindrucksvoll, dass kulturelle Qualität, wirtschaftliche Verantwortung und Publikumsorientierung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig stärken können.

Günter Rüdiger (li.), Intendant des Zimmertheaters (Foto: Promotion Zimmertheater)
Aus liberaler Sicht ist es entscheidend, solche privaten Initiativen zu stärken und kulturelle Angebote für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Die Bühnen in Steglitz sprechen mit ihrer vielfältigen Programmgestaltung unterschiedliche Zielgruppen an und ermöglichen wohnortnahe Theaterbesuche unabhängig von Herkunft, Alter oder Einkommen. Gleichzeitig brauchen Theater die Freiheit, ihr Programm flexibel zu gestalten und auch innovative sowie experimentelle Projekte umzusetzen.
Diese vielfältige Theaterlandschaft ist zudem ein wichtiger Standortfaktor. Von ihr profitieren nicht nur Kulturinteressierte, sondern auch Tourismus, Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Theater schaffen touristische Attraktivität und zugleich Arbeitsplätze für Kreative, Technikerinnen und viele weitere Berufsgruppen – und tragen damit ganz konkret zur Lebensqualität und wirtschaftlichen Stärke unserer Region bei“.
HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.
Text: Volker Neef
Fotos: Frank Pfuhl; Privat; Promotion Zimmertheater
























