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17. März 2026Krematorium Berlin-Wedding: die Umwidmung des Baudenkmals zum Kulturquartier – Wussten Sie schon?
Silent Green – Eingangshof zur Kuppelhalle des ehemaligen Krematoriums (Foto: Dr. Khalil Dindarian)
Die Bundeshauptstadt Berlin mit ihren 12 Bezirken und fast 100 Ortsteilen bietet Einheimischen wie Gästen eine reiche und bunt gemischte Vielfalt. Dazu zählen neben bekannten Persönlichkeiten und kuriosen Geschichten auch zahlreiche Gebäude, Straßen, Plätze, Parks und Denkmäler mit bewegter Vergangenheit. Für unsere werten Leser graben wir immer wieder Interessantes aus Berlin aus oder entdecken Vergessenes neu. Heute führt uns der Weg in den Ortsteil Wedding im Bezirk Berlin-Mitte. Dort befindet sich in der Gerichtstraße ein Bauwerk von besonderer historischer Bedeutung: das ehemalige Krematorium Berlin-Wedding.

Silent Green – Haupteingang des ehemaligen Krematoriums (Foto: Dr. Khalil Dindarian)
Das ehemalige Krematorium Berlin-Wedding in der Gerichtstraße wurde 1912 eröffnet und war die erste Feuerbestattungsanlage Berlins. Der Bau entstand nach Plänen des Architekten William Müller (1871 bis 1913) auf dem Gelände des ersten kommunalen Friedhofs der Stadt.

Silent Green – Innenansicht der Kuppelhalle im ehemaligen Krematorium (Foto: Dr. Khalil Dindarian)
Während der NS-Zeit wurde das Krematorium auch für ein dunkles Kapitel der Geschichte genutzt: Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 ließ die SS die Leichen der hingerichteten Widerstandskämpfer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hier einäschern.
1995 wurde das Gebäudeensemble unter Denkmalschutz gestellt. Nach dem Ende des Krematoriumbetriebs wurde das historische Areal grundlegend umgestaltet und als silent green Kulturquartier neu belebt. Seit 2015 ist es ein Ort für Kunst, Musik, Film und Diskurs.

Silent Green – Kuppelhalle des ehemaligen Krematoriums, Außenansicht (Foto: Dr. Khalil Dindarian)
Die Umwandlung des Baudenkmals geht maßgeblich auf die Kulturunternehmer Bettina Ellerkamp und Jörg Heitmann zurück, die für das Projekt mehrfach ausgezeichnet wurden. Heute verbindet der Ort historische Architektur mit neuen Kultur- und Produktionsräumen – darunter die ehemalige Kuppelhalle und eine moderne unterirdische Betonhalle für Ausstellungen und Veranstaltungen.
Ein ehemaliges Krematorium ist seit Jahren ein Kulturquartier-eine der vielen Besonderheiten in Berlin.
Text: Dr. Khalil Dindarian
Foto: silent green
























