Am 17. Juni 1953 erhoben sich zahlreiche Arbeiter in der DDR gegen Normenerhöhungen und Einschränkungen von demokratischen Grundrechten. Die DDR-Oberen unter dem damaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht und Stasi-Minister Erich Mielke nahmen auf Einwände der Arbeiter keine Rücksicht und peitschten ihre neuen Verordnungen durch.
Erste Versammlungen von demonstrierenden Arbeitern in der damaligen SBZ, der Sowjetischen Besatzungszone, gab es bereits am 16. Juni 1953.

Ehemalige Stalinallee im Friedrichshain, Gedenkort (Foto: Volker Neef)
Daran erinnerte die FDP Friedrichshain-Kreuzberg. Am 16. Juni 2026 fand im Rosengarten, Karl-Marx-Allee 103 in 10243 Berlin-Friedrichshain, eine Gedenkveranstaltung statt. Der Rosengarten befindet sich in unmittelbarer Nähe des historischen Ortes, an dem am 16. Juni 1953 die Proteste der Bauarbeiter auf der damaligen Stalinallee begannen. Aus diesen Protesten entwickelte sich der Volksaufstand vom 17. Juni, bei dem Hunderttausende Menschen in der DDR für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit eintraten. In der Bundesrepublik Deutschland war der 17. Juni bis 1990 ein gesetzlicher Feiertag. Seit der Wiedervereinigung ist er ein nationaler Gedenktag.

Linda Teuteberg, die Stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, nahm an dieser Gedenkveranstaltung in Berlin-Friedrichshain teil. Sie erinnerte auch daran, dass bereits 1951 eine eigens für das Ministerium für Staatssicherheit gegründete Hochschule in Potsdam-Eiche ihre Arbeit aufgenommen hatte. Rund 30.000 Stasi-Angehörige lernten hier von 1951 bis 1990, wie man Bürger bespitzelt, ausspioniert und ihnen Schaden zufügen kann. Im Jahre 1968 erhielt diese eigenartige Hochschule sogar ihr eigens Promotionsrecht.
Anlässlich des 73. Jahrestags des Volksaufstands in der DDR am 17. Juni 1953 erklärte die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Linda Teuteberg: „Der 17. Juni 1953 ist ein herausragendes Ereignis deutscher und europäischer Freiheitsgeschichte. Jene Tage im Juni zeigten der ganzen Welt und ließen es unübersehbar werden, dass die SED-Herrschaft auf Waffengewalt beruhte und dass das nicht einmal mehr demokratisch aussah.
Am 17. Juni 1953 fand ein Volksaufstand gegen die SED-Diktatur und für freie Wahlen, die Einheit Deutschlands, die Freilassung politischer Gefangener und eine Senkung der Arbeitsnormen statt. Vorausgegangen war der forcierte planmäßige Aufbau des Sozialismus, eine Art Kalter Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Die Misere war hausgemacht. Sie war Ergebnis der Planwirtschaft. Die Unterdrückung war nicht Betriebsunfall, sie war Existenzbedingung des Sozialismus.
Die Jahre der brutalen Errichtung der SED-Diktatur sind zu wenig präsent im kollektiven Gedächtnis der Bundesrepublik Deutschland. Mit Blick auf Europa gilt dies auch für die kommunistischen Diktaturen, denen unsere mittel- und osteuropäischen Nachbarn unterworfen waren. Geschichtsvergessenheit ist nicht fortschrittlich.
Angesichts grassierender Verharmlosung und Weichzeichnung brauchen wir mehr und nicht weniger Aufklärung über die SED-Diktatur und kommunistische Diktaturen überhaupt. Freiheit braucht Erinnerungskultur. Eine gemeinsame Zukunft braucht ein gemeinsames Gedächtnis – gesamtdeutsch und gesamteuropäisch.“
Text/Foto: Volker Neef