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26. März 2026Louis Brody – Wussten Sie schon?
Kurfürstenstraße 40 im Tiergarten (Foto: Adam Neef)
Die Bundeshauptstadt Berlin mit ihren 12 Bezirken und fast 100 Ortsteilen bietet den Einheimischen und den Gästen eine reiche und buntgemischte Palette an. Dazu zählen neben verstorbenen und lebenden prominenten, manchmal auch kuriosen Menschen die zahlreichen Gebäude, Straßen, Plätze, Parks, Denkmäler und Seen. Wir haben für unsere werten Leser das ein oder andere Interessante aus Berlin heraus gegraben bzw. wiederentdeckt und stellen es vor. Heute führt uns der Weg in den Bezirk Berlin-Mitte.
Im Ortsteil Tiergarten befindet sich die Kurfürstenstraße. An der Kurfürstenstraße 40 befindet sich eine Berliner Gedenktafel. Sie erinnert an den 1892 in Kamerun und 1951 in Berlin verstorbenen Schauspieler Louis Brody. Er wohnte 1918 in der Kurfürstenstraße 40. Als Kind und Jugendlicher besuchte Louis Brody die Verwaltungsschule in Bonanjo, Douala und wurde dort von deutschen Missionaren unterrichtet. Dort lernte er Deutsch in Wort und Schrift. Im Alter von knapp 20 Jahren kam Louis Brody aus dem damaligen deutschen Schutzgebiet Kamerun nach Deutschland.

Im Laufe der Weimarer Zeit etablierte er sich als erfolgreicher Bühnen- und Filmschauspieler. Im Gegensatz zu den meisten anderen seiner Zeitgenossen gelang es ihm in den 1920er Jahren, regelmäßig Arbeit zu finden. Er entwickelte sich zu einem der schwarzen Darsteller mit hohem Bekanntheitsgrad. Er wirkte z. B. in den Filmen der Detektivserie „Joe Deebs“ mit. Ebenso in der Serie „Die Herrin der Welt“. Louis Brody engagierte sich auch für die Gleichberechtigung afro-deutscher Menschen. In der NS-zeit bekam er kaum Filmangebote. Er arbeitete in dieser Zeit überwiegend im Zirkus als Ringer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte er in Ostberlin. Dort drehte er 1951 seinen letzten Film. Der Titel ist „Die letzte Heuer“. Am 11. Februar 1951, 4 Tage vor seinem 59. Geburtstag, ist der Künstler und Aktivist verstorben. Die deutsche Staatsbürgerschaft hatten ihm die Weimarer Republik, das NS-Regime und die DDR verweigert.
Ein bekannter Schauspieler, der in Kamerun zur Welt gekommen ist und sich in Deutschland auch für die Rechte afro-deutscher Menschen eingesetzt hatte: Eine der vielen Besonderheiten von Berlin.
Text/Foto: Adam Neef























