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18. März 2026
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Neues Zentrum der islamischen Zivilisation in Usbekistan

Seine Exzellenz, Herr Präsident Shavkat Mirziyoyev (Foto: BakAsl)

Dritte Renaissance: Das Zentrum der islamischen Zivilisation als Strategie für den geistig-intellektuellen Aufstieg des Neuen Usbekistan

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass jeder große Aufschwung auf intellektuellen und geistigen Grundlagen beruht. Heute zieht ein Projekt, das im Herzen Zentralasiens entstanden ist, mit seinem Umfang und seiner Bedeutung die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich – das Zentrum der islamischen Zivilisation in Usbekistan. Es ist nicht nur ein architektonisches Objekt, sondern eine intellektuelle Brücke, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region miteinander verbindet.

Der Grundstein für das Projekt wurde 2017 gelegt, als Präsident Shavkat Mirziyoyev auf der 72. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dieser Initiative auftrat. Damals betonte der usbekische Staatschef die Notwendigkeit, der Weltgemeinschaft das wahrhaft humanistische Wesen des Islam zu zeigen – Aufklärung, Frieden und schöpferisches Handeln. Dies war nicht nur eine politische Erklärung, sondern auch ein Programm zur Rückkehr zu den Wurzeln eines Landes, das über Jahrhunderte hinweg eine Wiege von Wissenschaft und Kultur war.

Die Entstehung dieses groß angelegten Projekts fiel mit der globalen Notwendigkeit einer geistigen Transformation zusammen. In einer Zeit, in der Islamfeindlichkeit und Radikalismus in verschiedene Teile der Welt vordringen, hat Usbekistan ein Modell vorgeschlagen, diesem Problem durch Wissenschaft und Bildung entgegenzutreten.

Heute hat sich diese Idee in einem majestätischen Komplex verkörpert, der eine Fläche von zehn Hektar im historischen Zentrum von Taschkent einnimmt. Seine 65 Meter hohe azurblaue Kuppel und vier goldene Tore symbolisieren die Einheit aller Regionen Usbekistans. In jeder Linie des Gebäudes verbinden sich die architektonischen Traditionen der Timuriden harmonisch mit modernen technologischen Lösungen.

Im Zentrum werden Religion und Wissenschaft harmonisch miteinander verbunden. Der Hauptpfeiler, der die reichen architektonischen Traditionen der Ulugbek-Medresen widerspiegelt, ist mit einer kalligrafischen Inschrift der ersten im Koran offenbarten Sure „Iqro“ („Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf.“) geschmückt, was das Streben nach Wissen als höchste geistige Pflicht jedes Menschen symbolisiert.

Der größte Schatz der Ausstellung ist der Koran des Usman aus dem 7. Jahrhundert – eine einzigartige Reliquie, die von der UNESCO in das Register „Memory of the World“ aufgenommen wurde.

Das architektonische Konzept des Komplexes beeindruckt nicht nur durch sein majestätisches Erscheinungsbild, sondern auch durch seine vollständige Übereinstimmung mit modernen Anforderungen der Stadtplanung und der ökologischen Nachhaltigkeit. Jedes Element des Projekts – vom Fundament bis zur Kuppel – wurde mit Respekt vor dem historischen Erbe und mit Blick auf Langlebigkeit errichtet. Das gestaltete Gelände rund um den Komplex macht ihn nicht nur zu einem wissenschaftlichen Zentrum, sondern auch zu einer weitläufigen kulturellen und bildungsorientierten Zone, die für die Bewohner der Stadt und für ausländische Gäste offen ist.

Das Ausstellungskonzept des Zentrums unterscheidet sich grundlegend von traditionellen Museen. Es wurde auf der Grundlage des vom Präsidenten von Usbekistan bestätigten Prinzips „Zivilisation – Persönlichkeiten – Entdeckungen“ geschaffen und macht den Besucher nicht nur mit historischen Fakten bekannt, sondern lässt ihn in eine lebendige intellektuelle Innovation eintauchen. Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut: die vorislamische Periode, die Erste und Zweite Renaissance sowie das Neue Usbekistan – als Grundlage der Dritten Blütezeit (Renaissance).

Einen besonderen Platz nimmt der Abschnitt „Wand der Zivilisationen“ ein, der den intellektuellen Aufstieg der Menschheit als einen kontinuierlichen Prozess darstellt. Hier wird gezeigt, wie die Entdeckungen großer Persönlichkeiten jeder Epoche – wie Al-Chwarizmi, Al-Fergani,Ibn Sina, Al-Biruni, Mirzo Ulubek – direkt mit den modernen Hochtechnologien verbunden sind.

Der breite Einsatz von VR- und AR-Technologien, Hologrammen und Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz ermöglicht es, einzigartige Handschriften aus dem 9. Jahrhundert „zum Leben zu erwecken“, das ursprüngliche Erscheinungsbild alter Observatorien virtuell zu rekonstruieren und die Entdeckungen der Vergangenheit in den digitalen Raum zu übertragen.

Eine derart umfassende Integration digitaler Technologien verwandelt das Zentrum in ein Museum der Zukunft. Mithilfe „intelligenter“ Systeme erhalten Besucher nicht nur visuelle Informationen, sondern können auch virtuell mit großen Gelehrten interagieren und an ihren Laborexperimenten teilnehmen. Das auf Kinder ausgerichtete Labor „1001 Erfindung“ weckt schon früh das Interesse an ingenieurwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Disziplinen. So wird das Zentrum nicht nur zu einem Aufbewahrungsort von Wissen, sondern zu einer interaktiven Bildungsplattform, die zur Entwicklung des intellektuellen Potenzials der Nation beiträgt.

Der Präsident von Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, hat wiederholt betont, dass die wahre Stärke einer Nation in ihrem Gedächtnis und in ihren kulturellen Wurzeln liegt. Er beauftragte, die Museumsausstellungen mit authentischen Mustern des nationalen Erbes zu bereichern und seltene Artefakte, die den Geist und die Geschichte des usbekischen Volkes bewahren, in die Heimat zurückzuführen.

Zur Umsetzung dieses bedeutenden Vorhabens führte eine Delegation unter der Leitung des Direktors des Zentrums der islamischen Zivilisation, Firdavs Abdukhalikov, gemeinsam mit einer Sonderkommission aus Wissenschaftlern, Orientalisten und Kunsthistorikern umfangreiche Forschungen durch. Eine der wichtigsten Aufgaben des Zentrums besteht darin, das außerhalb des Landes verstreute nationale Kulturerbe in die Heimat zurückzuführen. In den letzten Jahren wurde dafür eine systematische Zusammenarbeit mit renommierten Auktionshäusern sowie privaten Sammlern aufgebaut. Dank dieser Bemühungen konnten mehr als tausend einzigartige Handschriften und Artefakte nach Usbekistan zurückgebracht werden. Auch die Weltgemeinschaft WOSCU übergab dem Fonds des Zentrums zahlreiche einzigartige Kunstobjekte aus Mawarannahr und Chorasan.

Islamisches Institut in Taschkent bei Nacht (Foto: BakAsl)

Wissenschaftliche Expeditionen und diplomatische Missionen, die von der Regierung Usbekistans organisiert wurden, trugen außerdem zur Erstellung von Faksimile-Kopien von Handschriften bei, die in großen Museen und Bibliotheken der Welt aufbewahrt werden. Dieser Prozess bestätigt, dass das reiche kulturelle Erbe des usbekischen Volkes nicht nur Eigentum der zentralasiatischen Region ist, sondern ein integraler Bestandteil der islamischen Welt und der Zivilisation der Menschheit. Jeder zurückgeführte Schatz symbolisiert die Entschlossenheit des Neuen Usbekistans, seine kulturelle Identität wiederherzustellen.

Das Zentrum der islamischen Zivilisation ist nicht nur als Museum gedacht, sondern auch als aktive wissenschaftliche und bildungsorientierte Plattform. Für Forschende wurden hier alle Bedingungen geschaffen: eine Bibliothek mit einem Bestand von über 200.000 Büchern, Restaurierungslabore, eine Schule für Kalligrafie sowie digitale Archive. Auf dem Gelände des Zentrums befinden sich außerdem Vertretungen renommierter Organisationen wie ICESCO (Islamic World Educational, Scientific and Cultural Organization), IRCICA (Research Centre for Islamic History, Art and Culture) und OCIS (Oxford Centre for Islamic Studies) sowie weiterer Einrichtungen, was den Charakter des Zentrums als bedeutende internationale wissenschaftliche und bildungsorientierte Plattform unterstreicht.

An der Arbeit an diesem Projekt waren mehr als 1500 Experten aus über 40 Ländern beteiligt. Internationale Experten, darunter der Generaldirektor der UNESCO Khaled El-Enany bezeichneten das Zentrum als einen „einzigartigen zivilisatorischen Komplex, der ein Museum der neuen Generation, eine fortschrittliche Forschungsinfrastruktur, eine moderne Bibliothek, nationale und internationale Archive zur Geschichte der Zivilisationen Zentralasiens, digitale Geisteswissenschaften und ein breites Netzwerk globaler wissenschaftlich-kultureller Zusammenarbeit vereint“.

Islamisches Institut in Taschkent, Innenbereich (Foto: BakAsl)

Der Präsident von Finnland, Alexander Stubb, bezeichnete das Zentrum als ein intellektuelles Zentrum der modernen Welt, ähnlich wie einst Bayt al-Hikma in Bagdad, die Ma’mun-Akademie in Khorezm und die Ulugbek-Medrese in Samarkand einst die Entwicklung der Wissenschaft bestimmten.

Beim Kongress „Zentralasien: gemeinsames geistig-aufklärerisches Erbe – gemeinsame Zukunft“ besuchten fünf zentralasiatische Präsidenten das Zentrum, was zu einem Symbol des gemeinsamen regionalen Stolzes wurde. Dort versammelten sich außerdem mehr als 300 Wissenschaftler und Kulturschaffende aus den Ländern Zentralasiens und aus Aserbaidschan.

Islamisches Institut in Taschkent, Innenbereich (Foto: BakAsl)

Im Februar 2026 kamen aus Paris weitere Nachrichten, die das internationale Ansehen des Projekts stärkten. Das internationale Komitee des Architekturpreises Prix Versailles nahm das Zentrum der islamischen Zivilisation in Taschkent in die Liste der „schönsten Museen der Welt 2026“ auf.

Diese Anerkennung wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass das Zentrum der islamischen Zivilisation in einflussreichen internationalen Publikationen und Rankings erwähnt wird, darunter Smithsonian Magazine, BBC Travel, BBC History und National Geographic. Dadurch wird es in eine Reihe mit großen Museumsinitiativen von weltweiter Bedeutung gestellt, wie dem Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles, dem National Geographic Museum of Exploration (Washington D.C.), und dem London Museum in London.

Diese Anerkennung steigert das wissenschaftliche und touristische Potenzial des Zentrums erheblich und macht es zu einer weltweit bedeutenden Sehenswürdigkeit, die man unbedingt besuchen sollte. Die Erfolge zeigen deutlich das kreative Potenzial des Neuen Usbekistans und seinen innovativen Ansatz im Einklang mit internationalen Standards.

Islamisches Institut in Taschkent (Foto: BakAsl)

Es ist kein Zufall, dass die Eröffnung des Zentrums mit dem heiligen Monat Ramadan zusammenfällt. Genau in diesem gesegneten Monat wurde 2018 der Grundstein für den Bau dieses großen Projekts gelegt. Und nun, acht Jahre später, wird das Zentrum der islamischen Zivilisation seine Türen öffnen und zu einem wichtigen Symbol für die Wiederbelebung und Bewahrung des islamischen kulturellen Erbes für zukünftige Generationen werden.

Text/Foto: BakAsl

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