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Wolfgang Kubicki (Foto: Volker Neef)
Vom 30. bis zum 31. Mai findet in Berlin-Neukölln der 77. Ordentliche Bundesparteitag der FDP statt.
Wie bekannt, es steht momentan sehr schlecht um die liberale Partei. Man scheiterte 2025 bei der Bundestagswahl an der 5-Prozenthürde. Bei den Landtagswahlen in diesem Jahr flog die FDP aus den Parlamenten von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz heraus. Baden-Württemberg galt immer als das Stammland der Liberalen. In Mainz, der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, war die FDP sogar an der Landesregierung beteiligt gewesen. Es hatte sich dabei um die letzte existierende Ampelregierung in Deutschland gehandelt.

Nach Christian Lindner hatte Christian Dürr im Mai 2025 den Bundesvorsitz übernommen. Es ist ihm nicht gelungen, seine Partei zu stabilisieren. Er hat das wohl selber bereits festgestellt und zieht Konsequenzen. In Neukölln wird er nicht mehr für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidieren, wie er verlauten ließ. Als aussichtsreicher Nachfolger galt der aus Coesfeld in Westfalen stammende Henning Höne. Der Betriebswirt gehört seit 2012 dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an. Seit 2022 ist er Vorsitzender der FDP im Landtag von Düsseldorf. Im selben Jahr wählten ihn seine Parteifreunde auch zum Landesvorsitzenden der FDP in seinem Heimatbundesland. Seit 2025 ist Henning Höne Stellvertretender Bundesvorsitzender.

Aktuell hat noch ein Bewerber Ansprüche auf das Amt des FDP- Bundesvorsitzenden angemeldet. Es handelt sich dabei um das Norddeutsche Urgestein Wolfgang Kubicki. Er kam 1952 in Braunschweig zur Welt. Erfolgreich studierte er Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften. Der Diplom-Volkswirt ist Rechtsanwalt von Beruf. Die Anwaltskanzlei befindet sich in Kiel. Seit 1971 gehört der Norddeutsche der FDP an. Seit März 2013 gehört er dem Präsidium seiner Partei an; seit Dezember des gleichen Jahres ist Wolfgang Kubicki Stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei. Von 1990 bis 1992 gehörte der Liberale erstmals dem Deutschen Bundestag an. Ein Vierteljahrhundert gehörte er ohne Unterbrechung dem Landtag in Schleswig-Holstein an, nämlich von 1992 bis 2017. Im September 2017 zog der FDP-Politiker erneut in den Deutschen Bundestag ein und bekleidete dort ein sehr hohes Amt! Seine Kolleginnen und Kollegen wählten den Volksvertreter Wolfgang Kubicki zu einem der Vizepräsidenten des Hohen Hauses. Im Frühjahr 2025 scheiterte die FDP bei der Bundestagswahl an der 5-Prozenthürde. Somit zog kein Liberaler mehr ins Hohe Haus ein.

Man kann es so ausdrücken: Ende Mai haben die liberalen Delegierten die Auswahl zwischen Wolfgang Kubicki (74) und Henning Höne (39). Eines ist sicherlich auch klar: So viele Möglichkeiten haben die Liberalen nicht mehr, um besseren Zeiten entgegenzugehen. Die FDP könnte Gefahr laufen, sich von der politischen Landschaft hierzulande zu verabschieden. Dabei wir eine liberale Partei, die unsere heimische Wirtschaft nicht überreguliert und mit noch mehr Steuern belastet und regelrecht zum Niedergang von Firmen führt, dringend gebraucht. Es scheint ja so, als ob die jetzige Bundesregierung gerne Schulden macht und dann von Sondervermögen spricht. FDP-Politiker, ob sie nun Walter Scheel, Hans-Diedrich Genscher, Guido Westerwelle, Christian Linder, Marie-Agnes Strack-Zimmermann oder wie auch immer hießen, wussten immer: Irgendwann muss man Schulden zurückzahlen! Mit dieser Einsicht ist Deutschland zu Zeiten von Regierungsbeteiligung der FDP immer sehr gut über die Runden gekommen.
Text: Volker Neef
Fotos: Volker Neef; RRB; FDP-NRW























