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„Yo (Love Is a Rebellious Bird“- Berlinale 2026

Anna Fitch (Foto: © Mirabel Pictures)

Am letzten Wettbewerbstag der Berlinale, also am 20. Februar, lief der aus den USA stammende Film „Yo (Love Is a Rebellious Bird“.

Es handelt sich dabei um eine dokumentarische Form. Regie führt Anna Fitch. Die Filmlänge beträgt 77 Minuten. Anna Fitch ist als Regisseurin aktiv in den Bereichen Independent-Dokumentarfilme, Naturfilme und Performancekunst. Einen internationalen Ruf erarbeitete sie sich für ihren Ansatz, außergewöhnliche Protagonisten aus der Natur und der Welt der Menschen in den Vordergrund zu stellen. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Gatten Banker White. Er ist von Beruf Filmproduzent. Das Ehepaar Anna Fitch/ Banker White produzierte beispielsweise 2013 den Dokumentarfilm „The Genius of Marian“. Die Regisseurin begleitete mit ihrer Kamera ihre Schwiegermutter Pam White. Sie war schwer an Alzheimer erkrankt.

Banker White (Foto: © Mirabel Pictures)

Yolanda Shea, Anna Fitch, Dylan White u. a. wirken mit in dem 2025 gedrehten Werk „Yo (Love Is a Rebellious Bird“. Banker White ist hier auch als Co-Produzent tätig. Das Werk beruht auf wahren Begebenheiten. Auf einem Flohmarkt in Kalifornien lernte die damals 24 Jahre junge Anna Fitch die 49 Jahre ältere Yolanda Shea kennen. Beide Frauen griffen gleichzeitig in einen Verkaufskorb mit Trödel. Anna spürte vom ersten Augenblick an, dass sich die zwei Frauen, trotz eines Altersunterschieds von fast einem halben Jahrhundert, sehr gut verstehen werden.

Yolanda Shea (Foto: © Mirabel Pictures)

Yolanda Shea kam in der Schweiz, direkt an der Grenze zu Italien, zur Welt. Sie spricht fließend französisch, deutsch, italienisch und englisch. Das ist auch eine große Gemeinsamkeit mit Anna.

Anna Fitch baut mit ihrem Dokumentarfilm ihrer verstorbenen Freundin ein Denkmal. Yolanda, von allen Zeitgenossen nur Yo gerufen, ist von Beruf Kunstmalerin. Als sie 15 Jahre alt war, ging sie mit ihren Eltern zur Berufsberatung. Der Berufsberater wollte Yo zu einer Köchin oder Kosmetikern formen. Man wollte sie regelrecht in einen dieser Berufe hineinpressen. Yo lehnte ab. Als der Berufsberater vorschlug, Kindermädchen zu werden, schrie ihn Yo an: „Ich hasse Babys“. Scheint nicht ganz ernst gemeint zu sein. Im Laufe ihres Lebens bringt sie vier Kinder zur Welt. Yo studierte in Basel Kunst und kam letztendlich nach Kalifornien. Offen, ja sogar mit viel Humor, berichtet die 90 Jahre alte Dame Episoden aus ihrem langen Leben. So hatte sie mal als Jugendliche auf einer Parkbank mit einem jungen Mann „Bumm-Bumm gemacht, aber nicht bums-bums“. Offen redet sie über sexuelle Abenteuer, die sie mal hatte und bereut auch, dass dieses und jenes Abenteuer doch nicht zustande gekommen war. Der Tod macht der alten Dame keine Angst. Anna hat all die gemeinsamen Jahre lange Interviews mit ihr geführt. Diese hat man aufgezeichnet. Nach dem Tod der 90jährigen Künstlerin und guten Freundin recherchiert die Regisseurin intensiv weiter.  Kunstwerke, Fotos und Unterlagen werden gesichtet. Der absolute Höhepunkt ist: Anna hat das Haus ihrer Freundin und ihrer Nachbarschaft als Modell gebaut. Jeder Stuhl, jede Lampe wurde von Anna in filigraner Modellbauweise nachgebaut. Yo lebt als Puppe in dem Modelhäuschen. Annas zwei Kinder ziehen in das Häuschen ein und übernachten mit großer Freude dort. Sie haben Yo nicht mehr kennenlernen dürfen.

Anna Fitch (Foto: © Mirabel Pictures)

Anna stellt uns Yo, eine hochinteressante Frau, vor. Man merkt der Regisseurin an, sie trauert noch immer um ihre verstorbene Freundin. Es existierte jahrelang eine sehr gute Freundschaft, der fast ein halbes Jahrhundert Altersunterschied nichts ausmachen konnten.

Text: Volker Neef

(Foto: © Mirabel Pictures)

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