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Wilhelm Frede: Von den Nazis gequält und in Sachsenhausen 1942 verstorben

KZ Sachsenhausen (Foto: Frank Pfuhl)

Wilhelm Frede wurde am 29.Juni 1875 in Meiderich geboren. Er durchlief eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete sich von den Rheinischen Stahlwerken in Duisburg über die Weinhandlung Remy hoch bis zum Niederländischen Konsulat in Kleve, wo er stellvertretender Konsul wurde.

Er zeichnete sich durch eine vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit in diversen Vereinen aus, zum Beispiel im Ortsverband des katholischen kaufmännischen Vereins und in der Zentrumspartei. Nach 40 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit im Niederländischen Konsulat wurde Frede 1938 von der niederländischen Königin Wilhelmina zum Ritter des Ordens von Oranien Nassau ernannt.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme geriet Frede als religiös bekennender Vizekonsul in Konflikt mit den Herrschenden. Er half vielen Flüchtlingen und Ausreisewilligen. Er unterhielt Kontakte mit katholischen Geistlichen und scheute sich nicht, jüdische Mitbürger zu grüßen und mit ihnen zu sprechen. Er galt fortan als politisch unzuverlässig, als fanatischer Katholik und Judenfreund. Nach der nationalsozialistischen Besetzung der Niederlande wurde das Konsulat in Kleve geschlossen. Frede wurde daraufhin Leiter des Schwedischen Vize – Konsulats Duisburg im einstigen Niederländischen Konsulat. Dort wurde er beauftragt, niederländischen Staatsangehörigen Hilfestellung zu leisten. 1941 wurde er auf Druck der staatlichen Stellen auch aus dieser Einrichtung entlassen.

Das Grenzkommissariat empfahl, Frede in Schutzhaft zu nehmen, da er einem Gestellungsbefehl nicht nachgekommen sei. Am 31. Oktober 1941 wurde Haftbefehl gegen Frede erlassen, der am 3. November 1941 vollstreckt wurde. Bei Vernehmungen durch die Gestapo wurde thematisiert, dass Frede seine Weigerung der NSDAP beizutreten, religiös begründet hatte. Außerdem habe er – während der Novemberpogrome – dem Juden Bernhard Gonsenheimer geholfen.

Am 7. Februar 1942 wurde er ins KZ–Sachsenhausen gebracht, wo er durch grausame Behandlung bei Minusgraden mit kaltem Wasser übergossen am 13. März 1942 verstarb.

Das Bistum Münster hat nach einer umfangreichen Auswertung von historischen Dokumenten einen Prozess zur Seligsprechung angestoßen und die entsprechenden Unterlagen am 13. März 2020 der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan eingereicht. Im Museum und in der Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert ein Gedenkstein an sein den Menschen nützliches Wirken und Handeln. In Kleve trägt eine Straße und eine Sportanlage der DJK Kleve seinen Namen.

Reinhard Frede (Foto: Frank Pfuhl)

Mit solch einem Vorbild für Menschlichkeit wäre ich sehr gerne verwandt. Vielleicht trifft das sogar zu, weil meine Vorfahren und ich auch aus Nordrhein -Westfalen stammen.

Text: Reinhard Frede

Foto: Frank Pfuhl