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VfdGB lud zum Neujahrsempfang ein

Elisabeth Kimmerle (Foto: Volker Neef)

Die Abkürzung VfdGB steht für „Verein für die Geschichte Berlins e.V.“ Man hat den VfdGB 1865 gegründet. In Berlin-Mitte ist er angesiedelt.

Er lud zum Neujahrsempfang am 22. Januar ein. Die Festveranstaltung fand im Roten Rathaus in Berlin-Mitte statt. Der VfdGB-Vorstand verlieh dem Historiker Dr. Dr. h.c. Hermann Simon, Gründungsdirektor des Berliner Centrums Judaicum, die Fidicin-Medaille beim Neujahrsempfang. Man verleiht seit 1872 die Fidicin-Medaille für Förderung der Vereinszwecke. Mit der Auszeichnung werden „Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Mitglieder, die sich um die Aufgaben des Vereins, insbesondere die Erforschung der Berliner Geschichte, verdient gemacht haben“ geehrt. Namensgeber ist Ernst Fidicin. Er lebte von 1802 bis 1883 und war einer der wichtigsten Vertreter der Berlin-Brandenburgischen Geschichtsforschung im 19. Jahrhundert. Der aktuelle Preisträger Hermann Simon kam 1949 im Berliner Jüdischen Krankenhaus zur Welt. Sein Vater war aus der britischen Armee (Jüdische Brigade) nach Berlin zurückgekehrt, seine Mutter hatte im Untergrund überlebt. Nach Abitur an einer Schule mit altsprachlichem Profil studierte Hermann Simon an der Humboldt-Universität zu Berlin: Geschichte und Orientalistik, anschließend folgte ein Graduiertenstudium in Prag zur Spezialisierung auf Orientnumismatik. Auf diesem Gebiet war er von 1975 bis 1988 an den Staatlichen Museen zu Berlin tätig. Seit 1988 war er bis 2015 Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin- Centrum Judaicum. Über viele Jahre war Hermann Simon ehrenamtlich Künstlerischer Leiter der Jüdischen Kulturtage. Er ist Herausgeber der Reihe Jüdische Miniaturen, von der bisher über 340 Bände erschienen sind. Die Freie Universität verlieh ihm 2018 die Ehrendoktorwürde.

Festsaal im Roten Rathaus (Foto: Volker Neef)

Zudem vergab der VfdGB-Vorstand seinen Wissenschaftspreis an Dr. phil. Elisabeth Kimmerle. Die Laudatio dazu hielt Professorin Dr. Susanne Kähler, ehemalige VfdGB-Vorständin. Die im Allgäu geborene Elisabeth Kimmerle schloss ihr Studium der Germanistik und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit dem Staatsexamen ab. Ihre von der Universität Potsdam mit summa cum laude bewertete Doktorarbeit „Frauen in Bewegung. Migrantische Aushandlungsräume des Politischen zwischen West-Berlin und der Türkei (1961 bis 1990)“ gilt als bedeutender Beitrag zur historischen Migrationsforschung. 2025 erhielt sie dafür den Nachwuchswissenschafts-Preis der Stadt Potsdam. Professorin Dr. Susanne Kähler wies daraufhin, dass der VfdGB bereits im letzten Jahr eine junge Wissenschaftlerin gewürdigt hatte. Sie betonte u. a., Dr. phil. Elisabeth Kimmerle habe nachgewiesen, dass in der damaligen politischen Insel Westberlin 40 Prozent der Migranten Frauen gewesen sind. Während Anfang der1960er-Jahre in Westdeutschland 29 Prozent der deutschen Frauen berufstätig waren, lag die Quote mit 55 Prozent Berufstätigkeit bei türkischstämmigen Frauen in Westdeutschland damals bedeutend höher. Elisabeth Kimmerle hatte im Rahmen ihrer Dissertation 19 türkischstämmige Frauen befragt.

Einige diese Befragten waren beim Neujahrsempfang im Roten Rathaus ebenfalls zu Gast und schlossen sich den Glückwünschen an, die Dr. phil. Elisabeth Kimmerle erhielt.

Text/Foto: Volker Neef