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6. März 2026Frank Westphal: ITB-Fazit
Frank Westphal (Foto: Dr. Khalil Dindarian)
Frank Westphal ist Geschäftsführer der BWSG, Berliner Wassersport und Service GmbH & Co Betriebs KG. Die Reederei hat in Berlin-Köpenick ihren Heimathafen. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer der BWSG über die am 5. März zu Ende gegangene ITB.
HAUPTSTADTECHO: „60zig Jahre ITB und Sie sind seit 1996 regelmäßiger Teilnehmer dieser weltgrößten Reisemesse. Mehrmals schon als Aussteller, in den letzten Jahren als Fachbesucher. Wie lautet Ihr diesjähriges Fazit?
Frank Westphal: „Es sind diese drei Tage im Jahr, in denen die ganze Welt in Berlin zu Gast ist. Drei Tage im Jahr, wo ich noch mehr das Gefühl habe, in einer Weltstadt zu leben. Und immer wieder passieren unerwartete Dinge im Umfeld der ITB: Bahnstreik, Corona, kriegerische Überfälle …
Die Kämpfe in Nahost, speziell die Auseinandersetzungen im arabischen Raum, haben in diesem Jahr sichtbare Spuren in den Messehallen und in den Gedanken vieler Teilnehmer hinterlassen. Dubai, Irak, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi- Arabien…teilweise verlassene Stände, Hallen. Israel hat die Teilnahme an der Messe verständlicherweise gleich gänzlich abgesagt. Und natürlich spüren alle, welche Auswirkungen diese Konflikte auf den Tourismus haben: eingeschränkter Luftverkehr, festsitzende Kreuzfahrtschiffe, eine gesperrte Einfahrt ins Rote Meer, steigende Kosten, Verunsicherungen, Bedrohungen, Evakuierungsflüge“.

Verwaister Stand von Israel auf der ITB (Foto: Volker Neef)
HAUPTSTADTECHO: Man könnte denken, was hat das alles mit der Reederei BWSG hier in Berlin-Köpenick zu tun?
Frank Westphal: „Diese Frage ist vollkommen berechtigt. Die Antwort lautet: Es sind im Zuge der Globalisierung und des freizügigen Welttourismus Einschnitte, die wir alle nach und nach zu spüren bekommen. Was bleibt also von dieser 60zigsten ITB? Trotz alledem überwiegt der Optimismus und die Zuversicht und ganz viel Hoffnung, dass das Reisen weiterhin seinen völkerverbindenden Charakter bewahren kann.
Bezogen auf unsere Stadt Berlin war bei allen Akteuren der Wille zu spüren, Berlin wieder spannender, attraktiver, sauberer und interessanter zu machen. Mag sein, dass die Mauerstadt auserzählt ist, kann sein, dass der Slogan von der Stadt der Freiheit etwas abgenutzt ist, aber noch immer ist Berlin eine aufregende Stadt, die dazu verdammt ist, niemals zu sein, sondern immer zu werden. Mit diesen Impulsen behalte ich diese ITB erneut in guter Erinnerung. Viele gute Gespräche, interessante Vorträge, neue Ideen und die Gewissheit, dass die Face-to-Face-Kontakte noch immer etwas Besonderes sind und ihre Bedeutung und Berechtigung bewahrt haben. Die Messe ITB ist wie unsere Stadt: Hunderte Veranstaltungen und Events zur gleichen Zeit, unendlich viele Möglichkeiten – man muss sich entscheiden, so wie jeder Berlinbesucher! Entscheiden wir uns für die Zukunft: IBA’34, EXPO2055 und Olympische Sommerspiele 2040!“

HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.
Text: Volker Neef
Fotos: Dr. Khalil Dindarian; Volker Neef
























