
Erneuter BVG-Streik, diesmal zweitägig
25. Februar 2026„Monster Rabrik Rambut“ -Berlinale 2026
Filmszene aus „Monster Rabrik Rambut“ (Foto: (c) Palari Fils, 2023)
Bei den 76. Filmfestspielen lief der Film „Monster Rabrik Rambut“ (der englische Titel lautet „Sleep No More“) in der Sektion Berlinale Special.
Der 96minütige Spielfilm ist eine Gemeinschaftsproduktion aus Japan, Frankreich, Deutschland, Singapur und Indonesien, fertiggestellt im Jahre 2026. Im Rahmen der 76. Berlinale fand die Weltpremiere statt. Regie führt der aus Indonesien stammende Filmemacher Edwin. Zusammen mit Eka Kurniawan und Daishi Matsunaga verfasste er auch das Buch.
Rachel Amanda (Putri), Lutesha (Ida), Iqbaal Ramadhan (Bona), Didik Nini Thowok (Maryati), Sal Priadi (Rudi) und Luqman Kev Hakim (Tohar) spielen die Hauptrollen. Musikverantwortlicher ist Hiroyuki Nagashima. Eba Sheba ist für die Maske verantwortlich. Produzenten sind Meiske Taurisia und Muhammad Zaidy.
Edwin zählt zu den erfolgreichsten Regisseuren aus Indonesien. Sein Kurzfilm Kara, the Daughter of a Tree wurde 2005 als erster indonesischer Film in die Directors’ Fortnight von Cannes eingeladen. Sein Langfilmdebüt Blind Pig Who Wants to Fly wurde in Rotterdam mit dem Fipresci-Preis ausgezeichnet. Postcards from the Zoo lief 2012 im Wettbewerb der Berlinale und wurde bei den Asian Film Awards mit dem Edward Yang New Talent Award ausgezeichnet. Vengeance Is Mine, All Others Pay Cash erhielt 2021 den Goldenen Leoparden in Locarno.

In dem Horrorfilm stellt Edwin uns die Fabrikbesitzerin Maryati vor. Sie beutet ihre Angestellten in überlangen Arbeitsschichten aus. Sie lockt sie mit kleinen Aufmerksamkeiten, die sie dazu bringen, ihre Gier über ihren Schlaf zu stellen. Putri ist überzeugt, dass ihre Mutter deshalb in der Fabrik, in der sie arbeitete, Suizid begangen hat. Ihre Schwester Ida dagegen glaubt, dass die Mutter besessen war und deshalb ums Leben gekommen ist. Sie glaubt auch, dass immer, wenn die Arbeiter in der Fabrik einen Zustand der völligen Erschöpfung erreichen, eine dunkle, böse Gestalt erscheint und von ihnen Besitz ergreift. Um ihre Theorie zu beweisen, beschließt Ida, Tag und Nacht zu arbeiten. Sie will das Gleiche erleben wie ihre Mutter und das geheimnisvolle Wesen mit eigenen Augen sehen. Putri und Ida haben auch noch einen jüngeren Bruder, Bona. Er wurde mit einer besonderen Gabe geboren: Wenn er sich verletzt, heilen seine Wunden in kürzester Zeit wieder. Während die Schwestern versuchen, den Tod ihrer Mutter aufzuklären, nutzt die Geistergestalt, die auf der Suche nach einem idealen Körper ist, Bonas Gabe aus. Bona ist in Gefahr.
Der Gegner in „Monster Pabrik Rambut“ ist ein diffuser, brutaler, gefährlicher Dämon. Er hat sich einen ungewöhnlichen Ort ausgesucht: eine Perückenfabrik. Wer dort zu viel arbeitet und zu wenig schläft, wird aufgefressen. Hinter den merkwürdigen Fabrikabläufen steht eine reale Arbeitswelt. In der Perückenproduktion sind Arbeitsunfälle keine Seltenheit, sondern sozusagen der Alltag. Der Körper und die Arbeit, man kann schon von Sklavenarbeit reden, stehen hier in einem direkten, oft brutalen Verhältnis. Die drei Geschwister stellen sich mutig den eigenen Schwächen. Sie finden Kraft im Glauben aneinander und überwinden so erfolgreich den Schrecken, der seit Langem über ihrer Familie schwebt.
Rachel Amanda beeindruckt mit ihrer Schauspielkunst in diesem Werk. Didik Nini Thowok, die Chefin, in Wahrheit aber die böse Hexe in der Perückenfabrik, beeindruckt nicht minder.
Text: Volker Neef
Foto: (c) Palari Fils, 2023
























