Reinhard Frede gehörte viele Jahre der BVV Tempelhof-Schöneberg an. In der jetzt ausgelaufenen Wahlperiode war der FDP-Kommunalpolitiker Alterspräsident in der BVV. Wir sprachen mit ihm.
HAUPTSTADTECHO: Ziehen Sie bitte für unsere Leser ein Fazit zu den Berliner Wahlen am 20. September.
Reinhard Frede: „Die Berliner FDP ist bei den Wahlen am 20. September 26 mit durchschnittlich 2,5 Prozent der Stimmen wieder einmal gescheitert.
Zu viele Mitglieder haben im Wahlkampf „Aufsichtsrat“ gespielt. Sie haben sich nicht ins Getümmel gestürzt, sondern vornehme Zurückhaltung geübt. Andere Mitglieder, vornehmlich die Jungen Liberalen und die Angestellten in der Landesgeschäftsstelle, haben bis an den Rand der Erschöpfung gekämpft. Eine Weisheit der Petrijünger lautet: „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“.

Die Themen „Wirtschaft und Steuersenkung“ sind wichtig. In der Wahrnehmung der Wähler hingegen sind sie von eher geringer Bedeutung. Nach repräsentativen Umfragen lautet das Thema „Wohnen und bezahlbare Mieten“. Wer im Wahlkampf punkten will, muss das Thema von herausragender Bedeutung erkennen und sich zu eigen machen.
Darüber hinaus sind ein Spitzenkandidat oder eine Kandidatin ins Scheinwerferlicht zu stellen, der bzw. die für genau dieses Thema brennt und es damit glaubwürdig vertritt. Eine sympathische Ausstrahlung des Spitzenkandidaten sollte selbstverständlich sein. Zu viele „Aufsichtsräte“ haben lediglich von der Seitenlinie aus zugeschaut und die Umfrageergebnisse kommentiert. Zum Schluss bleibt festzustellen: „Der Köder hat dem Fisch nicht geschmeckt“.

Frau Dr. Maren Jasper – Winter wäre eine solche Anglerin mit freundlicher Ausstrahlung. Dasselbe gilt auch für den Landesvorsitzender der Jungen Liberalen. Er heißt Moritz Wimmer.

Beide haben sich ins Wahlkampfgetümmel gestürzt“.
HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.
Text: Volker Neef
Fotos: Privat; Volker Neef; Christina Frede