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Strategischer Kurs für die Zukunft Usbekistans

Ansprache von Präsident Shavkat Mirziyoyev (Foto: BakAsl)

Zum Jahresende richtete der Präsident von Usbekistan, Seine Exzellenz Herr Shavkat Mirziyoyev, eine Botschaft an das Parlament und die Bevölkerung von Usbekistan. Experten sehen darin weit mehr als eine jährliche Grundsatzrede.

Die jüngste Ansprache von Präsident Shavkat Mirziyoyev an den Oliy Majlis und das Volk Usbekistans ist nach Einschätzung von Eldor Aripov, Direktor des Instituts für strategische und interregionale Studien beim Präsidenten, ein zentrales strategisches Dokument für die Zukunft des Landes. In einem Kommentar für die Nachrichtenagentur von Usbekistan „Dunyo“ betonte Eldor Aripov, dass die Rede einen Übergang Usbekistans in eine neue Entwicklungsphase widerspiegele – geprägt von institutionell verankerten Reformen und einem langfristig angelegten Wachstumsmodell.

(Foto: BakAsl)

In den vergangenen zehn Jahren hat die usbekische Wirtschaft einen tiefgreifenden Wandel erlebt. Während das nominale Bruttoinlandsprodukt Mitte der 2010er Jahre noch bei rund 60 bis 65 Milliarden US-Dollar lag, erreichte es inzwischen 145 Milliarden US-Dollar. Damit hat sich die Wirtschaftsleistung in historisch kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Das durchschnittliche jährliche Wachstum von rund sechs Prozent zeigt, so Aripov, die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft selbst unter schwierigen globalen Bedingungen wie Pandemie, Lieferkettenstörungen und Inflation.

Besonders deutlich wird der Strukturwandel in der Industrie. Die industrielle Produktion hat sich innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Während früher der Rohstoff- und Agrarsektor dominierte, tragen heute Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie maßgeblich zur Wertschöpfung bei. Der Anteil der verarbeitenden Industrie am Bruttoinlandsprodukt liegt inzwischen bei über 80 Prozent.

Auch im Agrarsektor ist ein Paradigmenwechsel zu beobachten. Statt reiner Mengenproduktion stehen zunehmend die Verarbeitung und der Export von Fertigprodukten im Mittelpunkt. Die stärkere Verarbeitung von Obst und Gemüse sowie der Ausbau der Lebensmittelexporte schafften ein stabileres Entwicklungsmodell und reduzierten die Abhängigkeit von Ernteschwankungen.

Samarkand (Foto: Volker Neef)

Parallel dazu hat sich die Investitionsstruktur grundlegend verändert. Während Investitionen früher vor allem in staatliche Infrastrukturprojekte flossen, gehen sie heute verstärkt in Industrie, Energie, Verkehr und digitale Technologien. Damit wird nicht nur kurzfristiges Wachstum gefördert, sondern die Grundlage für künftige Produktionskapazitäten gelegt.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Außenhandel wider. Die Exporterlöse haben sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt und liegen mittlerweile bei über 24 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch wächst der Export verarbeiteter Produkte: Textilien, Elektro- und Chemieerzeugnisse sowie Lebensmittel verzeichneten starke Zuwächse und stehen exemplarisch für den Übergang vom Rohstoff- zum Fertigwarenexport.

Trotz des raschen Wachstums hat Usbekistan seine makroökonomische Stabilität bewahrt. Die Staatsverschuldung bleibt kontrolliert, was laut Aripov auf einen bewusst vorsichtigen, aber strategisch nachhaltigen Kurs hinweist.

Ein zentraler Schwerpunkt der Präsidentenbotschaft war zudem die soziale Entwicklung. Die Armutsquote, die 2017 noch bei rund 35 Prozent lag, sank bis 2024 auf 8,9 Prozent. Die Verringerung der Armut auf 5,8 Prozent im Jahr 2025 zeigt, dass das Land nicht nur seinem zuvor gesetzten Ziel näher kommt, die Armutsquote bis zum Jahresende auf sechs Prozent zu senken, sondern dieses sogar übertrifft.

Langfristig strebt die Regierung die vollständige Beseitigung extremer Armut bis 2030 an. Möglich gemacht wurde dies durch gezielte Sozialprogramme, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Große Aufmerksamkeit wurde in der Ansprache auch Bildung, Gesundheitswesen und der Qualität der öffentlichen Verwaltung gewidmet. Der Abbau von Bürokratie, mehr Transparenz und eine stärkere Bürgerorientierung zählen zu den häufigsten Forderungen der Bevölkerung und finden sich nun klar in der staatlichen Agenda wieder.

Internationale Organisationen wie die UNDP oder die Asiatische Entwicklungsbank bewerten diesen Kurs positiv. Sie heben insbesondere die Rolle der politischen Führung hervor. Präsident Mirziyoyev gilt dabei als zentraler Architekt der Reformen, der wirtschaftliche Stabilität, soziale Politik und institutionelle Veränderungen in einer einheitlichen Strategie zusammenführt.

Nach Ansicht von Eldor Aripov ist die Botschaft des Präsidenten damit nicht nur ein Arbeitsprogramm für die nächste Reformphase, sondern eine strategische Matrix für die langfristige Entwicklung von Usbekistan. Sie stärkt sowohl den innergesellschaftlichen Konsens als auch das Vertrauen internationaler Partner – und sichert damit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes auf lange Sicht.

Text: BakAsl

Fotos: BakAsl; Volker Neef