
Der Klare aus dem Hohen Norden
3. März 2026
ITB eröffnet
3. März 2026Gunnar Lindemann, MdA fordert Wiedereinführung einer speziellen Bahnpolizei
(Foto: Frank Pfuhl)
Seit 2016 gehört der AfD-Politiker Gunnar Lindemann (55) dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Seinen Wahlkreis Marzahn gewann er stets direkt. Im Bezirk Marzahn ist er auch Vorsitzender seiner Partei.
Der gelernte Bankkaufmann ist Personalbetriebsplaner bei einem Bahnunternehmen. Wir sprachen mit ihm über die verstärkten Angriffe auf Bahnmitarbeiter.

HAUPTSTADTECHO: Tagtäglich werden zahlreiche Ihrer Kolleginnen und Kollegen von sogenannten Fahrgästen attackiert. Trauriger Höhepunkt war der Fall Ihres Kollegen Anfang Februar in Landstuhl in Rheinland-Pfalz. Der Schaffner Serkan Calar wurde totgeprügelt. Was ist bloß los an den deutschen Bahnhöfen und in den Zügen?
Gunnar Lindemann: „Ein großes Problem ist, die Justiz geht viel zu lasch mit den Tätern um, anstatt hier ein Zeichen der Abschreckung zu setzen. Insbesondere seit der Grenzöffnung von Angela Merkel kommen immer mehr Menschen in unser Land, die unser Werte- und Rechtssystem verachten. Hinzu kommt, dass insbesondere Politiker aus dem linken Spektrum das sogenannten „Schwarzfahren” bagatellisieren wollen und eine Strafverfolgung ablehnen. Das gibt den Tätern in den Zügen zusätzlich Auftrieb. Ein weiterer Punkt sind die unsäglichen Sparmaßnahmen bei der staatseigenen Bahn und die Beschäftigung von offensichtlich unfähigem Personal in der Führungsetage. Neben einer konsequenten, harten Strafverfolgung brauchen wir Service und Sicherheitspersonal auf den Bahnhöfen. Besser wäre sogar die Wiedereinführung einer speziellen Bahnpolizei anstatt der Bundespolizei“.
HAUPTSTADTECHO: Der Täter in Landstuhl war vor dieser schrecklichen Tat bereits aufgefallen. Folgen hatte es für ihn nicht. Lässt die Justiz zu viele Täter unbehelligt?
Gunnar Lindemann: „KlaresJA! Die Justiz ist offenbar nicht in der Lage, schnell und konsequent durchzugreifen. Hier ist auch die Politik gefordert, im Bedarfsfall neue Stellen zu schaffen, um ein effektives Handeln der Justiz zu ermöglichen. Unsere Busse und Bahnen sind kein rechtsfreier Raum“.
HAUPTSTADTECHO: Sie sehen die Sache ja aus dem Blickwinkel des Politikers und des Eisenbahners. Was muss getan werden, um die Attacken auf Eisenbahner zu unterbinden bzw. deutlich einzudämmen?
Gunnar Lindemann: „Zum einen schnellere, konsequente und härtere Bestrafung der Täter. Zum anderen Sicherheitspersonal in allen Zügen und auf allen Bahnhöfen, wo es nötig ist. Dies spart auch viel Geld bei Vandalismus ein, wenn Züge und Bahnhöfe mit Personal besetzt sind. Zusätzlich eine effektive Kameraüberwachung, die live von Personal beobachtet wird. Und zum Eingreifen wäre die Wiedereinführung der Bahnpolizei sinnvoll. Das bringt mehr Sicherheit, schützt vor Vandalismus und zusätzlichen Service für die Fahrgäste. Das macht den ÖPNV attraktiver und bringt wieder mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen. Zudem schafft es neue Arbeitsplätze bei den steigenden Arbeitslosenzahlen. Und wenn Sie jetzt fragen, wo das Geld herkommen soll: einfach mal ein paar Milliarden bei der Ukraine oder den Radwegen in Peru einsparen. Da gibt es genügend Potential“.
HAUPTSTADTECHO: Vielen Dank für das Gespräch.
Text: Volker Neef
Foto: Frank Pfuhl
























