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(Foto: Frank Pfuhl)
Am 11. September fand ein bundesweiter Warntag statt. Es war der fünfte.
Ältere Mitbürger kennen noch das Wort Probealarm. Sirenen heulten auf und man hörte verschiedene Warnsignale. Per Sirenenton konnte man zu einer Zeit in den 1970, 1980er Jahren der Feuerwehr mitteilen, ob ein Feuer ausgebrochen war, ob es eine Überschwemmung gab, einen schrecklichen Verkehrsunfall u. v. a.
Handys waren unbekannt und nicht längst jeder Haushalt verfügte über einen Festnetzanschluss. Man sah damals noch Münzfernsprecher auf Straßen und Plätzen.

Wie einst die Glocke des Nachtwächters, erkannte man am Ton, ob z. B. ein Feuer ausgebrochen war oder Wölfe in der Stadt gesehen worden waren. Jedes Ereignis hatte seinen eigenen Bimmelton, später Sirenenton. Im Zuge der Wiedervereinigung, als alle Zeitgenossen davon ausgingen, der Kalte Krieg ist vorbei, ließ man hierzulande Warnsysteme stilllegen. Sirenen auf den Dächern von Häusern ließ man verrotten oder man baute sie ab.
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022 belegte und belegt noch immer, es war sehr voreilig, auf bundeseinheitliche Warntage und Warnsignale zu verzichten. Erinnert sei auch an die Hochwasserkatastrophe an Rhein und Ahr, die über 100 Menschenleben forderte. Früher waren solche Naturkatastrophen hierzulande unbekannt. Jetzt finden wieder bundesweite Warntage statt.
Zum fünften Mal wurde die Bevölkerung am Bundesweiten Warntag durch verschiedene Warnkanäle informiert. Zu den Warnkanälen zählen unter anderem Radio und Fernsehen, WarnApps wie NINA, Stadtinformationstafeln, Sirenen, Lautsprecherwagen, Infosysteme der Deutschen Bahn und der Mobilfunkdienst Cell Broadcast. Alle Landkreise und Kommunen, die am Warntag teilnehmen, entscheiden selbst, ob sie zeitgleich auch ihre verfügbaren kommunalen Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherwagen auslösen möchten.
Der Berliner GdP-Landesvize Thorsten Schleheider erklärte zum bundesweiten Warntag: „Dass der bundesweite Warntag in der Hauptstadt weitgehend Smartphones zum Bimmeln und Sirenen zum Heulen gebracht hat, ist ein gutes Zeichen mit Blick auf die Bedrohungslagen, mit denen wir uns heute beschäftigen müssen. Dass wir angesichts der steigenden Taktung an klimatisch oder kriminell herbeigeführten Großschadensereignissen beim Schutz unserer kritischen Infrastruktur schon wesentlich weiter sein müssten, ist aber offensichtlich. 200 Sirenen in Berlin sind schön, es sollten nach Plan aber schon wesentlich mehr sein. Ganz grundsätzlich haben wir durch den Brandanschlag im Südosten gerade erst deutlich aufgezeigt bekommen, dass unsere kritische Infrastruktur aufgrund einzelner Monopollösungen und fehlender Redundanzen nicht auf gravierende Angriffe und Katastrophen vorbereitet ist und hier über Jahre geschlafen wurde. Wir brauchen keine politischen Phrasen, sondern endlich spürbare Investitionen, um Menschen in unserem Land bestmöglich zu schützen.“
Text: Volker Neef
Fotos: Frank Pfuhl, K. Adamik
























