
Tommy Tabor, MdA fordert klare Regeln für die Berliner Spielplätze
16. Januar 2026
Pizza, Spagetti, Mozzarella, Focaccia, Ruccola, Cappuccino und Eis
17. Januar 2026Staatsminister a. D. Michael Roth: „Jetzt bin ich frei“
Klaus-Georg Wellmann (li.) und Michael Roth (Foto: Volker Neef)
Dirk Steffel, der Gründer und Vorsitzende von „Tegeler Gespräch“, konnte am 14. Januar Staatsminister a. D. Michael Roth zum 80. Tegeler Gespräch begrüßen.
Der SPD-Politiker aus Hessen ist studierter Politologe. Michael Roth gehörte von 1998 bis 2025 dem Deutschen Bundestag an. Von 2013 bis 2021 war er Staatsminister für Europa beim Bundesminister im Auswärtigen Amt. In der Zeit von 2014 bis 2021 hatte er zudem das Amt des Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit inne. Michael Roth war Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages von 2021 bis 2025. Im September letzten Jahres gab er sein Buch „Zonen der Angst“ heraus.

Zu einem ehemaligen Staatsminister im Auswärtigen Amt und Ex- Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages passte der Austragungsort diesmal ideal! Dirk Steffel hatte ins orientalische Zelt MADI eingeladen. Hanna Madi ist Geschäftsführerin, Eventmanagerin, im Grunde die „Gute Seele für ALLES“ im „MADI-Zelt der Sinne“. Sie und ihr sympathisches Team verwöhnten die Teilnehmer mit Spezialitäten aus dem Morgenland. Das Zelt war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Hanna Madi berichtete kurz über die Philosophie von „MADI-Zelt der Sinne“. Als „Sesam-öffne-Dich“ fungierte der aus Steglitz-Zehlendorf stammende Rechtsanwalt Klaus-Georg Wellmann (CDU). Er gehörte von 2005 bis 2017 dem Deutschen Bundestag an. Unter der Moderation seines ehemaligen Bundestagskollegen Klaus-Georg Wellmann sagte Michael Roth u. a.: „Die aus der Politik Ausgeschiedenen sind beliebter als die aktiven. Die ehemaligen Politiker sind freier! Jetzt bin ich frei! Man kann weder mich noch all die anderen aus der Politik ausgeschiedenen Politiker dafür verantwortlich machen, was aktuell abgeht oder gar nicht läuft“. Sein kürzlich veröffentlichtes Buch „habe ich zu 100 Prozent alleine geschrieben. Mir war von Anfang an bewusst, dass Politikerbücher nicht der große Renner sind. Sie verkaufen sich nicht gut, sie sind eher Ladenhüter“. Der SPD-Politiker teilte mit, dass nur Bücher von Bundeskanzlern da eine Ausnahme machen. CDU-Politiker Wellmann fragte: „Wie bekommt man die besten Leute in die Politik?“ Er erinnerte daran, dass Helmut Kohl mit Seiteneinsteigern wie Klaus Töpfer, Rita Süßmuth u. a. sehr erfolgreich war. Michael Roth betonte: „Unter Kanzlerin Angela Merkel und CDU/CSU-Fraktionsführer Volker Kauder galt dieses Prinzip nicht mehr. Es wurden kluge Köpfe abgebaut. Man fragte diese Kolleginnen und Kollegen, ob sie nicht mal zur Verfügung ständen für eine schöne, lange Dienstreise?“

Michael Roth sprach auch die Klüngelrunden an. Es treffe für nahezu alle Parteien zu, dass nicht unbedingt die hellsten Köpfe auf die ersten Plätze kommen. JA-Sager und Abnicker gehen allen Problemen aus dem Weg. Er selber dachte manchmal, er betritt nicht den SPD-Fraktionssaal, sondern einen Eisschrank. Da er bezüglich der Russlandpolitik eine andere Meinung vertrat als der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich, ergab sich folgendes: Fraktionsvorsitzender Rolf Mützenich ging von da an grußlos an seinem Genossen Roth vorbei.
Der Hesse beklagte auch, dass man in den letzten Jahren traurigerweise beobachten musste, dass die Zahl der Demagogen und Populisten rasant gestiegen ist. Ob man es wahrhaben will oder nicht: Die AfD kommt bei Teilen der Bevölkerung gut an, weil sie einfache Antwort auf Lager hat. Jungen Leuten, die sich für Politik interessieren und die Politik zum Beruf machen möchten, rät er dringend: „Bleibe Dir selber treu!“ Man sollte „auch mal abschalten können!“ Das meint der Sozialdemokrat wörtlich! „Lass mal Dein Handy aus, abschalten und dann mit Freunden in die Kneipe gehen oder mal wieder ins Kino. Treibe Sport, vergiss mal, dass du rund um die Uhr erreichbar sein musst!“ Er betonte auch: „Politiker sind und bleiben Menschen, denen auch mal ein Fehler unterlaufen kann. Sie sind keine Politikmaschinen“.
Dirk Steffel ist es erneut gelungen, zum Tegeler Gespräch, erstmals im „MADI-Zelt der Sinne“, einen Gast dem Publikum zu präsentieren, der aufgrund seiner Klartextrede faszinierte. Rechtzeitig werden wir unsere Leser auf den Termin und den Referenten des 81. Tegeler Gesprächs hinweisen.
Text/Foto: Volker Neef






















