
Der unvergessene Lothar Hegemann
20. April 2026Teil 3: Mobilität für Alle: Berliner Verkehrspolitik zwischen Infrastruktur und Systemsteuerung
E-Scooter (Foto: Volker Neef)
Knapp 100 Teilnehmer folgten der Einladung der Senioren-Union Berlin. Bei der Podiumsdiskussion im Konrad-Adenauer-Haus im Tiergarten am 16. April der CDU diskutierten Johannes Kraft, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Arne Herz (CDU), Staatssekretär für Mobilität und Verkehr, Stefan Demuth, Leiter Tarif- und Erlösmanagement der BVG, sowie Matthias Oomen, Pressesprecher und Vorstandsmitglied von PRO BAHN Berlin-Brandenburg, Hauptstadt. Die Moderation übernahm Johannes Werner, Landesvorsitzender der Senioren-Union Berlin. Im dritten Teil der Diskussion ging es um konkrete Auswirkungen der Verkehrspolitik auf den Alltag älterer Menschen. Themen waren Barrierefreiheit, E-Scooter-Regulierung sowie die Entwicklung verkehrsarmer Quartiere.

Die Diskussion zeigte, dass Mobilität nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe ist. Insbesondere ältere Menschen sind auf barrierefreie Verkehrswege und sichere öffentliche Räume angewiesen.

Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr sowie im Straßenraum wurde als wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe beschrieben. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass der Umbau bestehender Infrastruktur Zeit benötigt und schrittweise erfolgen muss.
Regulierung neuer Mobilitätsangebote
Auch der Umgang mit E-Scootern wurde diskutiert. Während vereinzelt strengere Einschränkungen gefordert wurden, setzt Berlin auf eine stärkere Regulierung. Geplant ist ein stationsbasiertes System mit rund 3.000 festen Abstellflächen, um Gehwege freizuhalten und Nutzungskonflikte zu reduzieren.
Investitionen in die Sanierung von Gehwegen sollen zusätzlich die Sicherheit für ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Personen verbessern.
Verkehrsberuhigung und Quartiersentwicklung
Kontrovers diskutiert wurde die Rolle von Tempo-30-Regelungen sowie die Entwicklung verkehrsarmer Quartiere. Dabei wurde betont, dass Wohngebiete stärker geschützt werden können, während Hauptverkehrsstraßen leistungsfähig bleiben müssen.
Quartiersgaragen können helfen, Parksuchverkehr zu reduzieren und Straßenräume effizienter zu nutzen. Voraussetzung ist eine sorgfältige Planung sowie die Einbindung von Anwohnern, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen.

Fazit:
Die Diskussion machte deutlich, dass Berlin in der Verkehrspolitik vor einem Wandel steht. Statt ideologischer Gegensätze rückt eine stärker pragmatische Perspektive in den Vordergrund. Entscheidend sind stabile Infrastruktur, verlässlicher öffentlicher Nahverkehr sowie eine bessere Koordination zwischen den Verkehrsträgern.
Mobilität für alle bedeutet, unterschiedliche Anforderungen miteinander zu verbinden und das System Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Text: Dr. Khalil Dindarian
Fotos: Dr. Khalil Dindarian, Volker Neef























