
„Ich bin ein Wanderer“ sagt und singt Torsten Riemann
16. März 202616. Berliner Milchforum beendet
Die gute, alte Milchkanne (Foto: Volker Neef)
In einem Hotel in Berlin-Mitte fand vom 12. bis zum 13. März das 16. Berliner Milchforum statt.
Der Milchindustrie-Verband e. V. (MIV) ist die Interessenvertretung von rund 90 Unternehmen der Milchindustrie, darunter Molkereien, milchverarbeitende Unternehmen und Unternehmen der Zuliefererindustrie. Der MIV ist sowohl als Wirtschafts- als auch als Arbeitgeberverband tätig. Seine Mitglieder erwirtschafteten 2025 einen Umsatz von fast 40 Milliarden Euro. Bei den Mitgliedsmolkereien handelt es sich sowohl um genossenschaftlich organisierte als auch privatwirtschaftliche Molkereien.
Beim 16. Berliner Milchforum unter dem Titel „Klare Ziele. Neue Wege. Starke Milch.“ informierten sich 500 Teilnehmer und Aussteller zu den aktuellen Themen der Branche. „Die Welt scheint gegenwärtig wenig vorhersehbar, nicht nur bei der Milchproduktion“, stellte Detlef Latka, Vorsitzender des Milchindustrie-Verbandes (MIV), zur Eröffnung des zweiten Tages fest und führte weiter aus: „Der neu ausgebrochene Konflikt im Nahen Osten stellt uns global vor neue Herausforderungen und wird auch Auswirkungen auf die deutsche und europäische Milchwirtschaft haben“.
Karsten Schmal ist Milchpräsident und DBV-Vizepräsident. Er wies daraufhin: „In Deutschland finden wir noch ca. 47.000 Betriebe von Milchbauern vor. Man muss leider beobachten, dass diese Zahl jährlich um 2 bis 4 Prozent sinkt. Das bereitet mir große Sorgen“. Es ist nicht der wirtschaftliche Aspekt, der im Vordergrund steht bei den meisten Schließungen von Betrieben. Die Kinder und die Enkel erleben, wie ihre Eltern bzw. Großeltern tagtäglich sich vollumfänglich für den Hof und das Vieh einsetzen. Das an 365 Tagen im Jahr. Karsten Schmal konnte auch berichten, oft finden seine Kolleginnen und Kollegen, die sich aus Altersgründen zurückziehen möchten, keine Nachfolger für den gut laufenden Betrieb. Die Arbeitszeiten schrecken viele Zeitgenossen ab.

Konflikte und Auswirkungen der Energiekosten
Die aktuellen Entwicklungen im Iran bedeuten neben dem Krieg in der Ukraine einen zweiten globalen Störfaktor für den internationalen Handel und die Preisentwicklung für Energieträger. Die sprunghaft gestiegenen Preise für Energie treffen Verbraucher wie Wirtschaftsunternehmen in Europa direkt. Für die Herstellung und Haltbarmachung der wertvollen Milchprodukte gehört über die gesamte Wertschöpfungskette ein Wechsel von Erhitzen und Kühlen, und dafür wird Energie benötigt. Stark volatile, steigende Preise treffen daher die Molkereien direkt in ihrer Kostenstruktur in der Herstellung von Milchprodukten und werden sich auch in steigenden Produktpreisen wiederfinden, je nach Produkt auch unabhängig von der Dauer der laufenden Kontrakte.

Milchmarkt und Erzeugerpreise
Mit Blick auf den Milchmarkt in Deutschland wird durch die Erzeuger seit Herbst 2025 rund 6 Prozent mehr Milch gegenüber dem Vorjahr produziert. Im Jahr 2025 wurden 1,6 Prozent mehr Milch ermolken. Auch die produzierte Milchmenge in den EU-Nachbarländern und global ist weiter hoch. Gleichzeitig hat die Milch in Deutschland hohe Fett- und Eiweißgehalte, so dass die Auslastung der Molkereien auf einem für diese Jahreszeit hohen Niveau liegt.

Detlef Latka erklärte: „Das Berliner Milchforum ist ein ausgezeichnetes Spiegelbild der aktuellen Themen der Milchbranche. Mit den Ergebnissen lassen sich aus der Branche heraus und gemeinsam mit der Politik Ziele formulieren, wie die Milchwirtschaft gestärkt und zukunftsgerichtet entwickelt werden kann“. Über 40 Aussteller füllten die Ausstellungshalle im Tagungshotel in Berlin-Mitte.
Karsten Schmal betonte: „Das Milchforum ist die Plattform für Milch, Milchprodukte und Milchviehhalter in ganz Europa“. Das 17. Berliner Milchforum wird vom 4. bis zum 5. März 2027 stattfinden.
Text: Volker Neef
Fotos: MIV; Volker Neef
























